Autowelt

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

Lord Korea

Auch der neue Hyundai i30 Fastback kommt in den Genuss einer radikal sportlichen N-Kur. Wir testen ihn als 275 PS starken "Performance".

Text und Fotos: Bernhard Reichel

Die skandalfreien Koreaner von Hyundai sind beliebter und breiter aufgestellt als je zuvor. Die alternativen Antriebe waren eine beachtliche Demonstration des Machbaren, die sportlichen i30 N-Modelle legen nun die allgemeine Messlatte im immer noch wichtigen Thema Fahrspaß höher.

Der Hyundai i30 N fährt nun auch in einer karosserietechnisch eleganteren Version vor. Mit 4,45 Metern Länge ist der Fastback elf Zentimeter länger als der Hatchback und 2,5 Zentimeter flacher.

Als N wird der Name Fastback endgültig Programm und schüttelt ein paar aufregende Details mehr aus dem Zeichenstift. Das Heck mit eigenständigen Heckleuchten fällt auch, der spitz ausgeformte Heckspoiler ist ein Augenschmaus. Die schwarze N-Spoilerlippe trägt nochmals extravagant auf. Der Diffusor samt genialer dreieckiger dritter Bremsleuchte und die Doppelauspuffanlage brauchen sich nicht zu verstecken. Die roten Zierleisten an den Spoilerlippen stechen besondern bei unserem weißen Kleid des Testwagens als sportliche Betonung hervor. Der Fastback N steht außerdem auf breiteren 19-Zöller.

Der Innenraum wird von schwarzen Flächen und reichlich sportlich roten Akzenten geprägt, ein sportlicheres Lenkrad mit integrierten Fahrmodi-Tasten, sowie ein Sportschalthebel und Alu-Pedalerie grenzen den N weiter von der Serie ab. Während der i30 N Hatchback mit blauen Ziernähten veredelt wurde, sind es beim heißen i30 N Fastback rote. Platz gibt es ausreichend, in Reihe zwei könnte es für große Fahrgäste schon mal enger werden. Die Sportsitze geben reichlich Seitenhalt und sind bequem zugleich.

Richtig rotzig und kernig erwacht der Zwei-Liter-Turbo-Vierzylinder, in unserem Fall als "Performance" 275 PS stark (die Normalversion bringt es auf 250 PS). Vor allem Parkmanöver werden so rasch zum überdramatischen Spektakel, doch schon über Standgas wird es wieder ruhiger. Wem das zu ruhig ist, der kann über eigene Klangeinstellungen für die Klappenanlage im "Sport"- und besonders im Trackmodus Dauerkrawall anwählen.

Die breiten 235er-Gummis an der Vorderachse bringen die 275 PS lässig auf die Straße. Zumindest im Trockenen sind ständiges Gripsuchen oder gar Zerren in der Lenkung sehr selten, der Track-Modus mit dezent entschärften ESP schafft hier auch etwas harmonische Abhilfe.

Das Herausbeschleunigen aus Kurven ist die Paradedisziplin des i30 N Performance, auch dank des nur bei ihm serienmäßigen Sperrdifferenzials. Generell ist die Lenkung sehr auf Zack und direkt abgestimmt. Die vergrößerten Performance-Bremsen sind top, Kupplung und Getriebe schön streng und angenehm aufeinander abgestimmt.

Das Fahrwerk ist richtig straff ausgelegt, was bei Kurvenräuberei noch gut passt, ist für den Alltag meist zu hart. In den Sportmodi verschärfen sich die genannten Faktoren nochmals. Im Track-Modus erfreut automatisches Zwischengas das Trommelfell und per Overboost warten für 18 Sekunden 378 statt 353 Nm Drehmoment. Wer im richtigen Land unterwegs ist, kann den Spaß bis 250 km/h laufen lassen.

Faire 7,8 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer verspricht das Werkspapier, selbst bei moderater Fahrt sind aufgrund der kurzen Getriebeübersetzung aber kaum unter neun Liter drin. Bei sportlicher Fahrweise bleibt der Spritkonsum allerdings auch fast immer unter zehn Litern.

Wie schon beim zivilen Modell bleibt wenig Raum für Kritik: Der Wendekreis von über elf Metern ist nicht wirklich praktisch. Bei der Bedienung der Menüs wäre eine eigene Taste für das Telefon wünschenswert, die aber per Favoritentaste immerhin nachträglich konfigurierbar ist.

Bei großem Gepäckverstau-Bedarf lässt sich die hintere Domstrebe auch ausbauen, 450 Liter, die sich mit umgeklappten Rücksitzen rasch auf 1.351 Liter erweitern lassen, stehen dann voll zur Verfügung. Der Ladeboden wird dabei nahezu eben.

Der Hyundai i30 N Performance Fastback kostet 41.490 Euro (ohne Performance-Paket ist er um 37.490 Euro erhältlich). Der schnittige Kofferraumrucksack mit 50 Zusatz-Litern des Fastback kostet im Vergleich zum kürzeren Hatchback also glatte 1.500 Euro mehr. Ausstattungstechnisch ist praktisch alles schon dabei. Nur Metalliclacke bleiben als Option.

Für den i30 N ist künftig eine Allradoption im Gespräch, ein entsprechender Leistungszuwachs in weiterer Folge nur noch Formsache. Ein Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist Gerüchten zufolge auch schon in Entwicklung. Mit 50 Kilogramm Gewichtseinsparung dank großzügigem Karbon-Einsatz ist das optisch zudem wildere Sondermodell "Project C" bereits Realität.

Plus
+ kräftiger Motor
+ agiles Handling
+ bissige Bremsen
+ fairer Preis

Minus
- Federung für den Alltag zu hart
- relativ hoher Verbrauch

Resümee
Auch als Fastback ist der Hyundai i30 N Performance eine eigene Klasse für sich und fährt unter den kompakten Krachern an vorderster Front mit. Im Alltag dürfte die harte Fahrwerksabstimmung nicht jedem gefallen, wie auch der Verbrauch, der kaum unter neun Liter zu bringen ist. Preis-Leistungstechnisch ist der i30 sein Geld absolut wert, zumal mit - wie bei jedem Hyundai - fünf Jahren Garantie.

Preise, Ausstattung & Technik

Ähnliche Themen:

Weitere Artikel

Wer profitiert von einer verkürzten Formel-1-Saison?

Mehr Spannung im Titelrennen durch verkürzte Saison?

Die F1-Saison 2020 wird deutlich kürzer ausfallen als erhofft. Neben Einbußen und Enttäuschung eröffnet die neue Situation ebenfalls Chancen. Doch wer kann am Ende wirklich profitieren?

Kaum Sound, viel Fun

Harley-Davidson LiveWire - im Test

Die Harley-Davidson LiveWire zoomt sich mit 106 PS in verhalten surrenden drei Sekunden auf 100 km/h. Wir testen die erste Elektro-Harley.

Dieser veredelte Rolls Royce Cullinan sucht seinesgleichen: 610 PS, eine exklusive Lederausstattung in "Turquoise", Carbon-Anbauteile und eine Zweifarben-Sonderlackierung.

Motorline Rallye Challenge

MRC-Champion Simon Seiberl im Interview

Simon Seiberl ist der erste Champion der Motorline Rallye Challenge, wir haben den 17jährigen zum Interview gebeten.