AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

Positionierungsspagat geglückt

Der erste GLA steckte noch ein bisserl in einer Identitätskrise, war aber trotzdem erfolgreich. Sein Nachfolger weiß nun genau, was er sein will. Vor allem auch in Sachen Abgrenzung zu seinem Bruder, dem GLB.

Johannes Posch

Ein Kompakter, eine Limousine, eine Coupé-Limo samt Kombi-Bruder und gleich zwei SUV. Wie viele Modelle Mercedes aus einer einzigen Baureihe rausquetschen kann, ringt auch einem gestandenen Motorjournalisten Bewunderung ab. Vor allem, weil dabei keines einem anderen nennenswert ins Gehege kommt. Und ja, das gilt auch für den jetzt zum "echten SUV" gewordenen GLA im GLB-Vergleich: Obgleich technisch nah beieinander, sind die Zielgruppen klar abgesteckt. Überspitzt formuliert: Der GLB ist das besternte Kompakt-SUV für Hirn-, der GLA jenes für Herz-Menschen.

Wahrlich kompakt
Eckpfeiler der geglückten Abgrenzung ist neben dem zweifellos schnittigeren Design die Größe: Der GLA ist über 22 Zentimeter kürzer als der GLB. Ja sogar eine A-Klasse überragt ihn um ein Euzerl: um neun Millimeter. Dementsprechend ist auch innen unwesentlich mehr Platz als im Hatchback; nur zur Seite und nach oben nämlich. Auf dem Papier landet somit zumindest das Kofferraumvolumen des Kraxlers mit 435 zu 370 Litern einen Stich. Der GLB wiederum spielt mit 560 Litern in einer ganz anderen Liga. Den GLA als praktische Familienkutsche zu verkaufen, wird also schwer. Als dynamischen Abenteurer für Asphalt und Schotter hingegen ist deutlich leichter; vor allem im getesteten AMG-Trim und mit Top-Benziner.

Die Lenkung ist direkt und gefühlvoll, das Fahrwerk kurvenfreudig abgestimmt, ohne die Bandscheiben zu malträtieren, Traktion dank Allrad nie ein Thema und das Turbomotor-Doppelkupplungs-Duo in jeder Lebenslage souverän. Und selbst beim Verbrauch gibt es wenig zu meckern: 7,4 Liter standen am Ende unserer Testrunde am Display. Das ist wohlgemerkt sogar weniger als laut WLTP. "Günstig" fährt man mit dem GLA trotzdem nicht: Der Startpreis ist deftig, die Aufpreisliste lang und voller Begehrlichkeiten. Dass BMW X1 und Audi Q3 nur wenig günstiger und ausstattungsbereinigt sogar teurer sind, tröstet wohl nur bedingt.

Technische Daten: Mercedes-Benz GLA 250 4matic
Hubraum | Zylinder 1.991 cm3 | 4
Leistung 224 PS (165 kW)
Drehmoment 350 Nm bei 1.800–4.000/min
0–100 km/h | Vmax 6,7 s | 240 km/h
Getriebe | Antrieb 8-Gang Aut. | Allrad
Ø-Verbrauch | CO2 7,7 l S | 174 g/km (EU6d)
Kofferraum | Zuladung 435–1.430 l | 525 kg
Basispreis | NoVA 49.360 € (inkl.) | 11 %

Das gefällt uns: das Oberklasse-Feeling, die Sprachsteuerung
Das vermissen wir: etwas mehr Platz, aber dafür gibt’s ja den GLB
Die Alternativen: Audi Q3, BMW X1, Volvo XC40, Jaguar E-Pace

Weitere Artikel:

Zweierbeziehung: So lief es wirklich

1980-2020: Diesen Fendrich-Song kennt jeder

„Gestern hat mich’s Glück verlassen, du liegst am Autofriedhof draußen“ singt Rainhard Fendrich am Anfang seiner Karriere. Wir haben den Austropopper, der 2019 sein 18. Studioalbum „Starkregen“ veröffentlicht hat, zu den Hintergründen interviewt.

Mehr Leistung, neues Design und mehr für 2021

Moto Guzzi zeigt neue V85 TT und V9

Die Moto Guzzi V85 TT wurde für die Saison 2021 mit verstärkter Motorleistung und neuem Design ausgestattet. Auch ein umfangreiches Upgrade bekam die Moto Guzzi V9 Bobber mit neuem Motor, hochwertiger Ausstattung und mehr Komfort spendiert.

Diskussionen um Motorenangleichung

Toto Wolff: "Das ist eine Beleidigung!"

Während vor allem Ferrari und Red Bull für mögliche Aufholmöglichkeiten beim Motorenfreeze sind, hat Toto Wolff kein Verständnis: "Müssen weg davon bleiben".

Keferböck Monte-Tagebuch: Samstag

Nach P5 in der WRC3: Monte gibt „Kefer“ kalt/warm

Man konnte es nahezu täglich lesen: Johannes Keferböck wünschte sich „richtigen Schnee“ - am Samstagmorgen war er plötzlich da...