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BMW X4 30d im Test

Die Welt ist flach

Autos wie der BMW X4 lassen viele fragend zurück. Bis man einmal damit fährt. Dann können zumindest ein paar Fragen geklärt werden.

Roland Scharf

Natürlich könnte man jetzt wieder einmal die grundsätzliche Frage stellen, wozu es ein SUV Coupé überhaupt braucht. Gerade eines, das 4,8 Meter lang und zwei Tonnen schwer ist. Und überhaupt: Glänzt diese Fahrzeugklasse nicht vor allem damit, besonders praktisch zu sein? Auf der anderen Seite hätte man sich diese Frage bei Coupés schon immer stellen können, für die man für weniger bewusst mehr bezahlt hat. Dass diese Art also auch bei den Hochdach-Vertretern so beliebt ist, dass sie sich in allen Segmenten breitmacht, ist also streng genommen nur eine völlig logische Entwicklung.

Paketweise
Der X4 indes hält sich entspannt in der Mitte dieser neuen Liga auf. Nicht so ausladend wie der mächtige X6, aber auch nicht so knapp geschnitten wie der X2. Das jüngste Facelift tat seinem grundsätzlichen Charakter auch keinen Abbruch. Front- und Heckpartie zeigen sich leicht nachgewürzt, das Infotainmentsystem glänzt auf dem neuesten Stand der Technik. Alles in allem aber war es bei einem solchen Auto immer schon wichtiger, die richtige Ausstattung zu nehmen, damit die Wirkung entsprechend gut rüberkommt. Bedeutet: das M-Paket zum Beispiel inklusive 20-Zoll-Räder und Optik-Paket für gut 3.000 Euro. Das Business-Paket Plus mit der vollen Magazinierung an Touchscreens für 2.500 Euro. Oder das Harman-Kardon-Soundsystem für rund 1.000 Euro. Wer es wirklich drauf anlegt, kann natürlich noch länger in der Optionenliste gustieren und so den Preis in sechsstellige Höhen treiben.

Tur-Biene
Dabei reicht der M-Auftritt schon, denn über all dem thront nämlich das, was vorn unter der Haube steckt. Sechs Zylinder, fein säuberlich in Reihe angeordnet und mit drei Liter Hubraum bestückt, sind nicht nur so etwas wie die DNA von BMW und heutzutage eine aussterbende Art. Nach wie vor gibt es nichts, was dieser Bauform punkto Laufkultur das Wasser reichen könnte – sogar als Diesel. Sicher sind Vierzylinder auch schon super heutzutage. Aber die Kraftentfaltung eines Sechs-Enders, dieses scheinbar mühelose Vorantragen in turbinenartiger Manier, das ist schon ganz hohe Schule des Fahrzeugbaus, zumal perfekt verwaltet von der Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF. Wer hier etwas zu bekritteln hat, kann dies nur bei den Kosten tun. 286 PS hängen sich natürlich ziemlich rein in der Endabrechnung, da allein die motorbezogene Versicherungssteuer mit 1.719 Euro jährlich zu Buche schlägt. Aber wenn X4, dann bitte nur so.

Technische Daten:
BMW X4 xDrive30d
Hubraum | Zylinder:
2.993 cm3 | 6
Leistung 286 PS (210 kW)
Drehmoment 650 Nm bei 1.500/min
0–100 km/h | Vmax 5,7 s | 245 km/h
Getriebe | Antrieb 8-Gang aut. | Allrad
Ø-Verbrauch | CO2 6,1 l D | 161 g/km (EU6d)
Kofferraum | Zuladung 525–1.430 l | 595 kg
Basispreis | NoVA 71.300 € (inkl.) | 11 %

Das gefällt uns: die schiere Kraft, die turbinenartige Kraftentfaltung
Das vermissen wir: etwas sympathischere Preise
Die Alternativen: Mercedes GLE Coupé

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