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Herrn Bohlins Idee

Eine der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts: vor 50 Jahren begann der Leidensweg aller Gurtmuffel - seit 25 Jahren wird gestraft.

Fotos: Volvo

In den 1950ern begann sich der Sicherheitsgurt im Auto langsam durchzusetzen. Zunächt waren es nur Beckengurte, die in einigen Märkten angeboten wurden.

Der Nachteil: der Oberkörper blieb weiterhin bei Unfällen zu beweglich. Außerdem kann ein Beckengurt beim Crash Wirbelverletzungen bis hin zur Querschnittlähmung auslösen.

Ansätze zur Fixierung des Oberkörpers gab es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. 1903 wurde ein Vierpunkt-Gurt in Frankreich patentiert. Von Akzeptanz im immer stärker zunehmenden Straßenverkehr konnte jedoch noch lange keine Rede sein.

Dreipunkt-Gurt 1959

Der in vieler Hinsicht zukunftsweisende, aber kommerziell erfolglose Stromlinienwagen "Torpedo" des Amerikaners Preston Tucker hatte 1948 Beckengurte serienmäßig an Bord. Ab 1958 machte die vom Flugzeugbau her für das Thema sensibilisierte Saab dne Beckengurt zum Standard-Feature, jedenfalls in Schweden.

Und 1959 ließ der von Saab zu Volvo gewechselte Ingenieur Nils Bohlin den Dreipunkt-Sicherheitsgurt patentieren, der zusätzlich zu einem Beckengurt auch den Oberkörper diagonal fixiert - das Prinzip dürfte hinlänglich bekannt sein!

Ab Ende der 1960er wurden die Automatik-Gurte, wie wir sie heute kennen, zum Standard. Sie lassen sich, im Unterschied zum Gefummel früherer Jahre, mit einer Hand anlegen.

Entwicklungen erfuhr die Technik durch Zusatz-Features wie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, oder auch die normierte rote Taste am Gurtschloss. Bauart und Ausführung sind durch eine ECE-Prüfnorm festgelegt.

Seit 1984: Anlegen oder ablegen

In Österreich ist das Anlegen von Sicherheitsgurten seit 1976 verpflichtend. Kleines Jubiläum: seit 1984, also einem Vierteljahrhundert, sehen sich Gurtmuffel mit finanzieller Einbuße bedroht.

Falls Sie gerne auf das Anlegen des Sicherheitsgurtes verzichten, sollten Sie 72 Euro abgezählt mitführen, soviel beträgt die Höchststrafe pro Organmandat - aber schon ab 35 Euro sind Sie dabei! Wichtig: zu brandeln hat nicht nur der Lenker bzw. die Lenkerin, sondern jede beförderte Person, die den Verstoß begeht.

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