FAMILIENAUTOS

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Systemvergleich zeigt: Fahrradtransport mit Anhängerkupplung ist top
Ralph Wagner

Der ÖAMTC hat verglichen

Der Autofahrerclub hat Fahrradträger fürs Heck getestet. Das System punktet bei Sicherheit, Handhabung und geringstem Mehrverbrauch, bis zu 44 Prozent weniger sogar als mit Dach- und Heckträger.

Für den Transport von Fahrrädern mit dem Auto stehen im Prinzip drei Systeme zur Verfügung: am Dach, am Heck oder mittels Anhängerkupplung. Um herauszufinden, welche Methode am besten ist, hat der ÖAMTC die Systeme einem Vergleichstest unterzogen. Es gibt einen klaren Sieger. "Der Radträger für die Anhängerkupplung schneidet in allen Kategorien am besten ab. Er bietet die komfortabelste Handhabung, beste Sicherheit und den mit Abstand geringsten Mehrverbrauch mit plus vier Prozent bei 100 km/h und plus sechs Prozent bei 130 km/h", hält ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl fest. Mit dem Dachträger steigt der Spritverbrauch um 25 Prozent bei 100 km/h und 34 Prozent bei 130 km/h, der Heckträger verursacht ein Plus von 23 Prozent bei 100 km/h und 44 Prozent bei 130 km/h.

Getestet wurde mit zwei unterschiedlichen E-Bikes – sie stellen aufgrund des höheren Gewichts eine größere Herausforderung dar – auf im Handel erhältlichen Trägersystemen, mit denen zwei E-Bikes transportiert werden können. Bewertet wurden die Kriterien Handhabung (Erstmontage, Montage/Demontage am Fahrzeug, Be- und Entladen der Fahrräder, Zugang zum Kofferraum), Sicherheit (City Crash, Vollbremsung, Ausweichen) und Mehrverbrauch (bei 100 km/h, bei 130 km/h).
"Gut" für Fahrradträger mit Anhängerkupplung – top in allen Kriterien

Der Fahrradträger für die Anhängerkupplung erreichte mit einer Gesamtnote von 1,6 ein Gut. "Dieses System war vormontiert, konnte von einer Person am Fahrzeug angebracht und sofort verwendet werden. Auch das Be- und Entladen war bequem", nennt der Techniker des Mobilitätsclubs weitere Vorteile zusätzlich zum geringen Mehrverbrauch. Der Crashversuch – ein simulierter Auffahrunfall bei Tempo 30 – hinterließ zwar Dellen auf der Heckklappe, die E-Bikes blieben aber auf dem Träger. Einziger Haken des Systems: Es muss eine Anhängerkupplung vorhanden sein. "Sollte der Fahrradträger öfter genutzt werden, lohnt sich aber sogar das Nachrüsten", so das Fazit des ÖAMTC-Technikers.

Für den Fahrradträger am Dach reichte eine Gesamtnote von 2,5 ebenfalls gerade noch für ein Gut. "Das System selbst ist zwar einfach und schnell montiert, für das Be- und Entladen der E-Bikes sind allerdings zwei Personen notwendig", erklärt Kerbl. Außerdem sind die Träger für schwere E-Bikes weniger bis gar nicht geeignet. "Aufgrund des Gewichts kommt es am Dach sehr leicht zu einer Überladung. Beim Crashversuch führte das zu einem Bruch des Querträgers, wodurch ein E-Bike heruntergefallen ist", nennt der ÖAMTC-Techniker weitere Nachteile zusätzlich zum hohen Sprit-Mehrverbrauch.
"Befriedigend" für Heckträger – Montage und Beladung mühsam

Der Heckträger schnitt mit 2,9 und einem Befriedigend am schlechtesten ab. "Die Endmontage des Systems war aufwändig und das Beladen mit den E-Bikes aufgrund der Montagehöhe mühsam, da weder Kennzeichen noch Beleuchtung des Fahrzeugs verdeckt werden dürfen. Tieflader, bei denen das einfacher ist, sind teuer, die zusätzliche Montage der Elektrik am Fahrzeug aufwändig", so Kerbl. Beim Crash besteht die Gefahr, dass das System samt Räder nach hinten abklappt.

Prinzipiell sollte man vor der Anschaffung eines Fahrrad-Transportsystems klären, wie viele Fahrräder mit welchem Gewicht man transportieren möchte und welche Möglichkeiten für das eigene Fahrzeug am besten geeignet sind. Auch das Lagern des Trägersystems, wenn es nicht in Verwendung ist, sollte vorab bedacht werden. Zudem rät der ÖAMTC-Techniker:

* Gewichtsgrenzen von Fahrradträgern und Fahrzeug beachten: Es muss die maximale Zuladung der Fahrradträger-Systeme beachtet werden, zusätzlich je nach verwendetem System auch die maximale Dach- & Stützlast, das Eigengewicht des Trägers sowie das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs.

* Kennzeichen und Beleuchtung des Fahrzeuges müssen sichtbar sein. Werden die Lichter verdeckt, braucht man einen Fahrradträger mit entsprechenden Beleuchtungseinrichtungen. Wird das Kennzeichen verdeckt, kann in Österreich entweder das "normale weiße Kennzeichen" umgesteckt und am Fahrradträger angebracht werden oder es kann eine dritte (rote) Kennzeichentafel für diesen Zweck beantragt werden, die dann dauerhaft am Radträger verbleibt. Mit der seit April 2021 ausgegebenen roten Kennzeichentafel mit internationalem Unterscheidungszeichen sollte es auch bei Fahrten ins Ausland keine Probleme geben.

* Beim Transport sperrige, schwere oder leicht zu verlierende Teile vom Fahrrad demontieren, Akkus der E-Bikes, wenn möglich, entfernen. Je schwerer das zu transportierende Fahrrad, desto näher sollte es am Fahrzeug befestigt werden

* Vor Fahrtantritt sollten Träger und Fahrräder auf ihren sicheren Halt überprüft werden. Diese Prüfung sollte generell erneut nach einer kurzen Fahrstrecke und zusätzlich bei langen Fahrten in regelmäßigen Intervallen durchgeführt werden.

* Auf verändertes Fahrverhalten achten: Die Träger beeinflussen das Fahrverhalten des Fahrzeuges, weshalb dieses in Extremsituationen ungewohnt reagieren kann. Beim Fahren mit Heckträgern ist zu beachten, dass das befestigte Fahrrad bei vielen Fahrzeugen rechts und links über die Karosserie hinausragt. Das Fahren mit Dachlast verändert den Fahrzeugschwerpunkt. Fahrweise und Geschwindigkeit müssen darauf abgestimmt werden, besonders bei Seitenwind und in Kurven.

* Trägersystem bei Nichtgebrauch abmontieren – das verringert den Spritverbrauch.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Das können aktuelle Kindersitze

Kindersitztest Oktober 2021

ADAC und ÖAMTC haben in ihren jeweiligen, aktuellen Kindersitztests 26 bzw. 17 Modelle untersucht. Dabei wurden Sitze für jede Größe und jedes Alter in den Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffe überprüft.

Flüsterleise und mit sportlicher Topausstattung auf Ausflug

Ford Kuga PHEV im Familienautostest

Wenn Michaela ihre beiden Burschen ins Auto packt, sind meist allerhand Sportgeräte an Bord. Auch wenn Max und – vor allem – Philipp diese nur allzugern mit viel Fantasie anders als gedacht einsetzen. Als Untersatz dient ein Ford Kuga. Damit es nicht fad wird, mit Stecker – da gibt es viel herumzublödeln!

Diese Fehler gilt es zu vermeiden

So gelingt der Urlaub auf dem Fahrrad

Eine Radtour ist ein tolles Erlebnis für die ganze Familie. Wenn, ja wenn man nicht schon beim Packen ein paar wichtige Regeln beachtet. Was die häufigsten Fehler sind. Und wie man sie am besten vermeidet.

Gemeinsam abgehen hilft in Gefahrensituationen

ARBÖ rät: Schulweg schon jetzt üben!

Das Ende der Sommerferien ist ein guter Zeitpunkt, sich erst Gedanken über einen sicheren Schulweg zu machen. Der ARBÖ rät, mit dem Üben jetzt schon zu beginnen und gibt wertvolle Tipps.