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Sicher unterwegs: Die 17 wichtigsten Tipps für Kinder im Auto
Adobe Stock/New Africa

Kindersicherheit im Auto

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann lebensgefährlich sein: Hitze im Auto, falsch gesicherte Sitze oder offene Türen. Wir zeigen, worauf es wirklich ankommt, damit Kinder bei jeder Fahrt sicher unterwegs sind.

Petra Mühr

Ob kurze Einkaufstour oder Urlaubsfahrt: Kinder im Auto brauchen besondere Aufmerksamkeit. Moderne Fahrzeuge bieten viele Hilfen, doch Technik ersetzt nicht die Verantwortung der Eltern.

Diese 17 Tipps helfen, kleine Passagiere zuverlässig zu schützen.

1. Lassen Sie Ihr Kind nie allein: Auch kurze Momente im Auto können gefährlich sein.

2. Wählen Sie den geeigneten Sitz: Nur zu Größe & Gewicht des Kindes und zum Autopassende Sitze schützen zuverlässig.

3. Installieren Sie den Kindersitz korrekt: Beachten Sie die Anleitung für Isofix oder Dreipunktgurt

4. Positionieren Sie den Kindersitz korrekt: Der sicherste Platz ist auf der Rückbank.

5. Schnallen Sie Ihr Kind immer an: Immer.

6. Ziehen Sie den Gurt fest: So fest, dass er das Kind wirklich schützt.

7. Ziehen Sie Ihrem Kind im Winter die Jacke aus. Dicke Kleidung vermindert die Schutzwirkung. Daher Jacke aus, anschnallen, Decke drüber.

8. Passen Sie Ihr Fahrverhalten an: Sanftes Anfahren, Bremsen und Kurvenfahren schützt zusätzlich.

9. Aktivieren Sie die Fenster- und Türsicherung: So können Kinder Türen oder Fenster nicht selbst öffnen.

10. Machen Sie auf längeren Fahrten regelmäßig Pausen: Fürs Trinken, kleine Snacks, Bewegung

11. Sichern Sie Gepäck und Gegenstände: Lose rumliegende Flaschen, Smartphones oder (schwere) Spielsachen werden bei Bremsmanövern gefährlich. Sichern Sie alles in Ablagen, Kofferraum, Taschen.

12. Seien Sie ein Vorbild: Kinder ahmen positive als auch negative Verhaltensweisen im Auto nach!

13. Lassen Sie Ihre Kinder korrekt ein- und aussteigen. Immer auf der Gehsteigseite.

14. Haben Sie ein Notfall-Kit für Kinder griffbereit: Getränk, Snacks, Pflaster, Ersatzkleidung, Medikamente

15. Nutzen Sie Assistenzsysteme sinnvoll. Rückfahrkamera, Müdigkeitswarner, Insassenalarm, Ausstiegs-Warner etc. ergänzen die Sicherheit. Wichtig. Verlassen Sie sich nicht blind darauf.

16. Kontrollieren Sie regelmäßig: Sitz (Montage, Größe), Gurte und Isofix-Verankerungen.

17. Achten Sie auf Sonnenschutz: Schützen Sie den Nachwuchs vor Hitze und UV-Strahlung mit abgedunkelten Scheiben, UV-Schutzfolie oder Sonnensegel und angenehmer Innentemperatur.

CR: Peter Jahn

Kommentar Peter Jahn (Vater, Großvater & DER Experte rund um Kindersicherheit (www.cap-kindersicherheit.info)

Selbstgenähte Kindersitzbezüge sind lebensgefährlich

Es gibt anscheinend Eltern, die meinen man müsste am Kindersitz herumbasteln. Individualisieren, einen schöneren Bezug nähen oder technische Verbesserungen einbringen etc.

Die Wahrheit ist, wer am Kindersitz rumbastelt, riskiert das Leben seines Kindes:
Bei den Sitzbezügen gibt es sogar eine ziemlich kecke Nachbauindustrie, die für Kindersitze Ersatzbezüge anbietet. Diese Bezüge sind natürlich nicht so exakt geschnitten wie das Original. Dadurch passen dann z.B. die Gurtschlitze nicht genau mit den Gurtführungen vom Kindersitz zusammen und voilá, schon hab ich eine unnötige Gurtlose.

Oder die Bezüge sind nicht lange genug und das Kind sitzt dann nicht auf der Sitzfläche, sondern hängt, wie in einem Hängesitz, ein paar Millimeter über der Sitzfläche in seinem zu kurzen Sitzbezug. Bei einer Kollision reißt dieser Bezug dann schon auf, aber wieder haben wir völlig unnötig Gurtlose produziert.

Und Gurtlose führt zu einem Gurt, der zu locker ist und daher erst später beginnen kann, das Kind zurückzuhalten. Weil das Auto dann schon deutlich langsamer ist, wird das Kind härter in die Gurte gepresst und frei bewegliche Teile, wie z. B. der Kopf, mit größerer Wucht nach vorne geschleudert.

Bei selbstgenähten Gurtpolstern ist das ähnlich. Bei nur rückwärts verwendbaren Sitzen macht das ein bisschen weniger, wenngleich Hersteller viel Geld dafür ausgeben, dass das GESAMTprodukt die Zulassungserfordernisse erfüllt. Bei vorwärts gerichteten Kindersitzen, haben diese Gurtpolster eine eminent wichtige Schutzfunktion. Diese dann durch „Selbstgenähtes“ zu ersetzen ist lebensgefährlich!!!

Nix gegen Selbstgebasteltes und kreativ verschönerte Objekte. Gerne bei Kaffeetassen, Tischuntersetzern und vielen andern Gebrauchsgegenständen.

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