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Eine außerordentliche Familie
Monika Saulich

Zu Besuch bei der 15köpfigen Familie Trauner

Sie sind nicht nur alle musikalisch, sondern auch insgesamt 15 Kopf hoch: Die Waldviertler Familie Trauner zählt zu den größten Österreichs. Wie der Alltag mit so vielen Kindern läuft, schildert uns Familienoberhaupt Johann Trauner.

Petra Walter

Magdalena, Franz, Maria, Leopold, Martina, Bernhard, Martha, Margarita, Mathilda, Margareta, Severin, Johannes, Monika. 13 junge Menschen. Geboren zwischen 1996 und 2016. Die Älteste studiert in Graz Volksmusik. Die Jüngste ist gerade mal zweidreiviertel Jahre alt. Das Besondere: Sie sind alle Geschwister. Mit Mama Manuela und Papa Johann ­Trauner, 47 und 49, bilden sie zusammen eine der ­größten Familien Österreichs.
Nicht nur die Zahl der Kinder lässt sich als außergewöhnlich bezeichnen: Aus Überzeugung unterrichten die Eltern ihre Kinder großteils daheim. „Wenn ein Kind das Glück hat, dass sich die Eltern die Zeit nehmen, um ihm die wichtigsten Dinge beizubringen, ist das sicher kein Nachteil“, erklärt Johann Trauner, der mittlerweile Unterstützung durch eine pensionierte Lehrerin erhält, die mit den Kindern die Lernfächer durcharbeitet. Denn von diesem Kinderreichtum war sogar Johann Trauner überrascht, der zwar alle Namen und alle Geburtsdaten mit einiger Konzentration aufzählen kann, allerdings irgendwann einmal „abgeschaltet“ hat und zu diesem Zweck in seiner Geldtasche einen Zettel mit (Namen und) allen Versicherungsnummern mit sich führt.
Mittlerweile sind auch längst nicht mehr alle Familienmitglieder täglich daheim. Die Älteren studieren oder besuchen eine Lehre, das Wohnen teilt sich auf das 180 Quadratmeter große Haus im Waldviertel und eine Wohnung in Graz auf – eine kleine in Wien für die nächsten Jahre wird gerade gesucht. Dennoch kommen die Trauners regelmäßig zusammen, denn Musik ist ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens und gelegentlich treten sie in voller Besetzung sogar auf.

The Sound Of „Volksmusik“
Assoziationen zur Kelly-Family oder der Trapp-Familie sind leicht nachzuvollziehen, mit dem Unterschied, dass die Familie Trauner die
Musik nicht als Einnahmequelle sieht, sondern als Freizeitgestaltung. (Bevor ein Kind das Musikstudium aufnimmt, wird eine Berufsausbildung abgeschlossen.) Die Kinder musizieren schlicht und einfach von klein auf. Die Älteste, Magdalena, spielt mittlerweile mehr als zehn Instrumente, Leopold studiert Trompete, Franz Oboe … und Papa Johann spielt, nachdem er sieben Jahre lang Klavier gelernt und „nichts zusammengebracht“ hat, seit einiger Zeit Kontrabass. Kein Wunder, dass einer der größeren Posten im Haushaltsbudget Musikinstrumente und -unterricht sind.

XXL-Dimensionen
Noch viel plakativer lesen sich natürlich Sätze wie „Tomatenmark wird in der Drei-Kilo-Dose, Reis im Zehn-Kilo-Sack gekauft“, „Im Herbst lagern wir 300 Kilo Erdäpfel ein“ oder auch „Wir haben 555 Paar Schuhe zuhause – da können Sie schreiben, dass unser Schuhbestand Hollywooddimensionen hat“, fügt Johann Trauner schmunzelnd hinzu, die allerdings nicht von Louboutin und Gucci sind, sondern wie auch einiges andere an Bekleidung von günstigen Kleidermärkten, „viel bekommen wir auch geschenkt, sonst könnten wir das nicht finanzieren“.
Im Vollbetrieb kam die Familie mit zehn Litern Milch pro Woche nicht aus. Wenn alle da sind und Pizza essen, werden drei Bleche voll belegt. Von den Haushaltsgeräten her gibt es prinzipiell alles zweimal: Waschmaschine, Wäschetrockner, Dampfgarer, Staubsauger, Geschirrspüler. Die Spüler laufen mit ca. sieben Waschgängen pro Tag, wenn alle Kinder daheim sind und essen, schildert Johann Trauner. Und noch etwas gibt es doppelt: einen VW-Bus Baujahr 2008 (ein
Eigenbesitz, einer vom Onkel). Hinzu kommen noch ein VW-Käfer und ein alter Fiat Panda, der einem der Söhne gehört. Denn – und damit kommen wir zum üppigsten Haushaltsposten, dem Sprit – Johann Trauner ist leidenschaftlicher Autofahrer, 100.000 gefahrene Kilometer pro Jahr sind keine Seltenheit!

Benzinpapa
„Wenn ich zwei Wochen nicht Auto fahre, bin ich nicht auszuhalten“, erzählt der ­13-fache Familienvater freimütig, der seit ­einiger Zeit für einen Bio-Fleischermeister die Ware ausführt. „Da muss ich für 30.000 Kilometer nicht selber tanken.“ Denn Johann Trauner geht es weniger darum, ein spezielles Auto zu fahren, sondern vielmehr ums Auto fahren an sich. „Sich völlig konzentrieren zu müssen, und das über Stunden hinweg, taugt mir.“
Sein erstes Familienauto war ein herkömmlicher Fünfsitzer, den er jedoch bald gegen ­einen Sieben- und dann Neunsitzer austauschte.
Kurze Zeit stand sogar ein 18-Sitzer vorm Haus, allerdings nur etwa eineinhalb Jahre lang, dann „bekam er kein Pickerl mehr“ – so wie viele Lebensgüter kauft Johann Trauner die Autos gebraucht.
Ein absoluter Glücksgriff war der rote VW Käfer (siehe Seite 10), den die Trauners vor über zehn Jahren günstig angeboten bekamen, damit „er in gute Hände kommt“. Das Fahrzeug Baujahr 1970 ist im Originalzustand, mit baujahrkonformer Parkuhr und Reservekeilriemen, und hat nie ein Körnchen Streusalz abbekommen. Bis heute nicht, der Käfer ist ein reines Sommerauto, der „typische Dritt- oder Viertwagen“ für Kurzstrecken.
Johann Trauner fuhr und fährt allerdings selten „einfach so“ mit dem Auto. Entweder muss eingekauft oder ein Kind geshuttelt werden, viele Jahre lang unterstützte er die Missionstätigkeit seines Bruders, der in ­Schwarzafrika »Missionar war, und transportierte Kleidung- und Haushaltsgüter zu Häfen, von wo aus ­diese verschifft wurden.

Urlaub in Portionen
Selbstverständlich wird mit den Autos auch auf Urlaub gefahren, auch in Vollbesetzung, mittlerweile eher in Gruppen aufgeteilt, weil sich die Belegung daheim laufend ändert oder einfach ein paar Kinder bei der Oma in Tirol sind. „Urlaub ist, wenn drei nicht da sind“, lacht Johann Trauner, „da merkt man sofort, dass die anderen schaumgebremster sind.“
Dennoch: Es ist immer irgendetwas zu tun und Zeit für Zweisamkeit muss geplant werden. Einmal im Jahr fährt Gattin Manuela beispielsweise mit Johann liefern, einer der seltenen Momente, wo die beiden in Ruhe ein paar Stunden miteinander reden können. „Aber“, räumt der Familienvater von Beruf ein, „ich mache zwischendurch auch Dinge, die man vielleicht nicht erwarten würde und bin zum Beispiel heuer kurzfristig drei Tage nach Tel Aviv und Jerusalem geflogen, weil ich mir das ansehen wollte. (Anmerkung der Redaktion: US-Präsident Donald Trump verlegt die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.)“

Die Familien Ges. m. b. H.
Auf die Frage, was bei so vielen Kindern die größte Herausforderung ist, meint Johann Trauner: „Bis zum dritten Kind wird’s schwieriger, ab dann wieder leichter.“ Die älteren Kinder helfen mit und die kleineren bekommen viel von den Älteren vermittelt. Letztlich gilt es stets, die jeweilige Herausforderung des Tages zu bewältigen. Putzen, waschen, bügeln übernimmt großteils Mama Manuela neben der Hauptaufgabe des Unterichts, das Essen zubereiten – und da werden schon mal sechs Kilo Fleisch für ein Gulasch gekocht – übernimmt großteils der Papa.
Natürlich gab und gibt es auch immer wieder Situationen, in denen die Großfamilie entweder bewundert oder skeptisch beäugt wird, „für unser Gegenüber sind es erstaunlich viele auf einmal, wir hatten es leichter, es kam ja ein Kind nach dem anderen“. Derzeit findet im Hause Trauner gerade ein „Generationenwechsel“ statt, Martha ist mit 14 die Älteste im Haus, die gesamte Familie ist nur am Wochenende, in den Ferien oder zu Musikproben im Haus. Johann Trauner findet das durchaus angenehm. Zum einen können sich die Eltern während der Woche auf die Kleinsten konzentrieren, zum anderen „ist es schön, wenn wir miteinander essen können, aber bitte nicht 21 Mahlzeiten in der Woche. Das ist einfach anstrengend. Kleine Kinder haben andere Bedürfnisse als größere …“
Ihr Erziehungs- und Lebenskonzept überdenken die Eltern regelmäßig. Um zu schauen, was nachjustiert gehört. „Bei so vielen unterschiedlich jungen Menschen ändert sich laufend etwas von den Anforderungen. In ­einer so großen Familie läuft eben vieles ähnlich wie in einem kleinen bis mittelgroßen Unternehmen.“

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