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Schluss mit lustig? Niemals!
Alexander Seger

Porsche Macan im Familieautostest

Wer in einem Porsche Macan seinen Weg ins Büro zurücklegt oder die Kinder damit in die Schule kutschiert, hat mehrere Vorteile: Mit dem athletischen SUV-Coupé wird’s niemals fad. Die Kinder finden dich immer cool – Mama Beate und Tobias, Florian und Dominik im Porsche-Flow.

Petra Walter

Schulbeginn zählt ab einem gewissen Alter nicht zu den maximal erstrebenswerten Situationen von aufgeweckten Jungs. Tobias und Florian, FAMILIENAUTOS-Tester der ersten Stunde, sind da keine Ausnahme. Außer Mama Beate hat wieder mal ein heißes Eisen zum Testen. Dann gibt’s wahrlich Schlimmeres, als mit dem neuen Porsche Macan in die Schule geführt zu werden. Das Griss der Freunde, wer mitfahren darf, ist intensiv, als Gewinner geht Dominik hervor. Ein würdiger Gewinner, immerhin rezitiert der junge Mann die technischen Eckdaten des Macan flüssiger und flotter als ein Gedicht von Goethe oder Rilke. Vor allem aber begeistert der Speed.

Auf die Tube drücken
Auch wenn die sehr fesche Generation 2 des Porsche Macan um 7 PS weniger als ihr sehr erfolgreiches Debütmodell hat: in 6,7 Sekunden von null auf hundert ist halt einfach „mega“, da jubelt das Jungensvolk und lässt Mama Beate ein paar Extraschleifen drehen, bevor es sich der näheren Inspektion und Erprobung des „coolen“ Autos widmet. Außerdem ist die Beschleunigung nicht nur zügig, sondern dank Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe fein, flott und nahtlos im Übergang geschaltet, begleitet von (trotz Sportabgasanlage) kultiviertem Porsche-Bollern.
Bei solch prompter Tempoerhöhung ist ebenso unverzügliches und präzises Bremsen angesagt. Kann er auch, der Macan. Das gibt ein Mitarbeitsplus.

Am Popsch sollt ihr ihn erkennen
Von den inneren Updates und Verbesserungen abgesehen, fällt äußerlich vor allem das durch­ge­hende Leuch­ten­band am ­aufgefrischten ­Porsche-Hintern auf. Steht ihm gut, überhaupt die weiß-schwarz-Kombination. Nun aber ab ins Cockpit, das auf den ersten Blick immer noch eine scheinbar unübersichtliche Knopferl-Lawine zur Schau stellt, die aber doch sinnvoll ist. Darüber hinaus hat auch der Beifahrer seinen eigenen Drücker, also genießen wir das Flugzeug-Kanzel-Flair, bewundern das (für über 600,– Euro optionale) Multifunktions-GT-Sportlenkrad und checken den zivilisierten Heißsporn auf seine Dienste, sprich Fahrerassistenzsysteme ab. Absolut herausragend: der Abstandsregeltempomat mit Stauassistent, die teilautomatisiert beschleunigen und bremsen und im Stau oder auch bei zähfließendem Verkehr das Spurhalten unterstützen. Top! Ebenfalls spitze die Manier des Temporeduzierens, wenn wir uns auf dem Highway einem langsameren Auto nähern bzw. die Art des Tempoforcierens, wenn sich der Schneck’ wieder aus dem Sichtfeld entfernt: gefühlvoll, harmonisch und dennoch der Power ­entsprechend dynamisch.

Let Me Entertain You
Der Macan hat das neue Porsche Communication Management (PCM), mit dem die ­große weite digitale Porsche-Welt noch ein hübsches Stückchen größer wird. Allen voran der Touchscreen, der von bisher 7,2 auf üppige 10,9 Zoll angewachsen ist. Mit PCM sind wir voll vernetzt, immer online und im Besitz zahlreicher Porsche Connect-Dienste. Außerdem lassen sich Navigation, Telefonie & Co dank der intelligenten Sprachbedienung mündlich kommandieren, Weltklasse, da üben wir schon mal für Klassenzimmer und Pausenhalle, eine Hetz für die Jungs!

Was passt hinein?
Speed und Sicherheit schön und gut, das kann er alles exzellent, der Macan, doch wie sieht es mit der Geräumigkeit aus? Vorweg: Er ist größer, als er von außen mit seiner coupéhaften Silhouette wirkt. Fahrer- und Beifahrersitz sind nicht nur beheiz- und belüftbar, sondern 14-fach verstellbar und superkomfortabel. Auch hinten sitzt es sich äußerst kommod, nur allzu langhaxert dürfen die Fond-Passagier (noch) nicht sein, nach oben hin hat man dafür gut Luft. Der Kofferraum ist nach wie vor ordentliche 500 Liter groß, da passt reichlich hinein.

Nett auch auf Neben-Schauplätzen
Da es manchmal die Kleinigkeiten oder versteckten Talente einer Karosse sind, die das Fahren fahrenswert machen, seien zu guter Letzt noch die elektrisch zu öffnenden Heckklappe (der Knopf ist übrigens im Heckscheibenwischer verbaut), der Lautstärkeregler in Röllchenform (nichts zäher, als wenn man durch mühsames Rumtatschen lauter oder leiser drehen muss und nicht wie hier per flottem Daumendreher!) oder die optionale Luftfederung (kostet gut 3.000 Euro extra, ist aber bei Extras im Wert von 30.000 Euro im Grunde nicht erwähnenswert) angeführt. ­Resümee: haben wollen.

Porsche Macan II in Daten & Fakten
Preis: : 104.293,97 € (Basismodell ab 71.286 €) | 245 PS/180 kW | 0–100 km/h in 6,7 sec | Antrieb: 7-Gang-Automatik | Ø Verbrauch lt. Hersteller (im Test): 8,1 (9,9) /100 km | Ø CO2-Emission lt. Hersteller: k. A. | Kofferraum: 500 | 5 Sitzplätze | 2 kindersitztaugliche Fondplätze

Resümee: Eine der dynamischsten und exklusivsten Art und Weise, die Familie in einem SUV fortzubewegen
Was uns gefällt: die nächste Generation des Porsche Macan wird elektrisch
Was uns fehlt: 100.000 Euro und ein paar Zerquetschte mehr
Familienbonus: elektrische Heckklappe und extragroßes, sich weit nach hinten erstreckendes Panoramadach

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