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Das können aktuelle Kindersitze
ADAC

Kindersitztest Oktober 2021

ADAC und ÖAMTC haben in ihren jeweiligen, aktuellen Kindersitztests 26 bzw. 17 Modelle untersucht. Dabei wurden Sitze für jede Größe und jedes Alter in den Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffe überprüft. Die gute Nachricht für alle Eltern: Ein Großteil der Testprobanden schnitt gut ab; nur wenige Sitze fielen durch.

Zuerst zum Test des deutschen ADAC: Gut und befriedend bewertete Kindersitze sind in fast allen Größen bzw. Kindersitzgruppen zu finden. Diese Sitze übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich. Testverlierer ist der "Osann Oreo 360 II". Er scheitert an den strengen Kriterien der Schadstoffprüfung und konnte deshalb insgesamt nur mit "mangelhaft" bewertet werden. Die untersuchte Probe des Bezugsstoffes erhält den Weichmacher DPHP, der unter anderem die Schilddrüse schädigen kann.

Die vier mit "ausreichend" bewerteten Sitzmodelle sind alle mitwachsende Kindersitze, die für Kinder ab der Geburt bis zum zwölften Lebensjahr genutzt werden können. In dieser Zeitspanne kommen sonst üblicherweise drei verschiedene Sitze zum Einsatz. Die Kompromisse, die bei nur einem Produkt für alle Bedürfnisse gemacht werden müssen, wirken sich negativ auf die Sicherheit und die Handhabung aus. Bei den Crashversuchen des ADAC kam es bei diesen Sitzen zu einer erhöhten Belastung auf die Dummys. Aber auch das hohe Eigengewicht, das den Einbau erschwert, und die unterschiedlichen Einbauarten, die das Risiko für Fehlbedienung erhöhen, sorgen für die unterdurchschnittliche Bewertung im Test.

Bereits im Jahr 2017 hat der ADAC erstmals einen mitwachsenden Kindersitz untersucht, der die gesamte Zeit der Kindersitzpflicht abdeckt. Damals wie heute stellen die Produkte aber nur Kompromisslösungen dar, da sie weder auf Größe, Gewicht oder Alter der Kinder spezialisiert sind. Daher überraschte es nicht, dass diese Sitze, meist nur mit "ausreichend" bewertet werden konnten.

Eltern sollten vor dem Kauf eines Kindersitzes für eine lange Nutzungsdauer die Vor- und Nachteile abwägen. Allein die Kostenersparnis durch den Kauf nur eines Sitzes wiegt die Nachteile oft nicht auf. In vielen Fällen ist daher die Nutzung von drei Sitzen (Babyschale, Kleinkindersitz, Sitzerhöhung mit Rückenstütze) eine sichere und sinnvolle Alternative.

Beim ÖAMTC, dessen Übersicht sich auf die in Österreich erhältlichen Modelle beschränkt, ist die Lage am Ende ähnlich: "Der Großteil der 17 jüngst getesteten Modelle wurde mit 'gut' bewertet. Jeder dieser Sitze kann grundsätzlich empfohlen werden – welcher sich am besten eignet, hängt von der persönlichen Situation ab", fasst ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl zusammen. "So lässt beispielsweise die Babyschale Snugessentials von Graco in Sachen Sicherheit keine Wünsche offen. Allerdings ist der Platzbedarf im Auto relativ hoch, wenn man die zugehörige Isofix-Basis verwendet. Verzichtet man darauf, spart man Platz, im Gegenzug steigt aber die Gefahr eines fehlerhaften Einbaus." Unterm Strich schneidet das Produkt aber sowohl mit als auch ohne Basis mit "gut" ab, genau wie zehn weitere Modelle, die alle ihre Stärken und Schwächen haben.

Abseits der besten Kindersitze im Test gibt es aber auch Anlass zu Kritik. So wurden zwei Sitze wegen Schwächen in der Sicherheit mit "genügend" beurteilt. Beide (Seat4Fix und Seat4Fix Air) stammen von Chicco und zeigten im ÖAMTC-Test sowohl beim Front- als auch beim Seitencrash erhöhtes Verletzungsrisiko. Ähnlich ergeht es dem Tres LX von Nuna, der beim Frontcrash ebenfalls keine Spitzenwerte erzielen konnte. "Die schwache Gesamtnote resultiert bei ihm aber vor allem aus dem aufwendigen und fehleranfälligen Einbau – davor schützt leider auch die eigentlich gute Bedienungsanleitung nicht", hält der Kindersitz-Experte des Mobilitätsclubs fest. Mit "befriedigend" hat mit dem Avova Sperber-Fix i-Size übrigens nur ein Sitz abgeschnitten – leichte Schwächen in fast allen Kategorien führten zu diesem Ergebnis.

Belastung mit Weichmachern führt zu "nicht genügend"
Als einziger Kindersitz wurde der Osann Oreo 360 II mit "nicht genügend" beurteilt. Der ÖAMTC-Experte erklärt: "Eigentlich wäre das ein sehr sicherer und ergonomisch guter Sitz. Die Gefahr eines fehlerhaften Einbaus ist zwar gegeben, für ein 'befriedigend' hätte es aber dennoch gereicht. Dem steht allerdings das Ergebnis der Schadstoffprüfung entgegen: Der Sitz enthält den Weichmacher DPHP in einer Menge, die deutlich über den Grenzwerten liegt. Dieser Stoff kann die Schilddrüse und die Hypophyse schädigen."

ÖAMTC-Expertentipps zum sicheren Kindersitzeinbau
Die Vielfalt an Kindersitzmodellen und Einbauarten kann dazu führen, dass der korrekte Einbau nicht ganz leichtfällt – vor allem dann, wenn man sich selten damit beschäftigt. "Allerdings kann nur ein richtig montierter Kindersitz seinen Zweck erfüllen und das Kind bei einem Unfall bestmöglich schützen. Daher sollte man unbedingt die Bedienungsanleitung konsultieren ", rät der ÖAMTC-Techniker.

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