Formel 1

Inhalt

Wenig aufregender Testauftakt in Barcelona

Gelungenes Comeback von Lotus: Romain Grosjean erzielte am viertletzten Testtag des Winters Bestzeit vor Jenson Button und Sergio Perez.

Man könnte meinen, dass die Formel-1-Teams zumindest gegen Ende des am Donnerstag begonnenen letzten Wintertests in Barcelona ihr wahres Potenzial andeuten würden, aber am ersten Tag war davon noch nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil: Das Geschehen auf dem über weite Strecken frühlingshaft warmen Circuit de Catalunya war vermutlich sogar weniger aufschlussreich als vergangene Woche.

Nicht nur wurde der bestehende 2012er-Rekord – Sauber-Pilot Kamui Kobayashi war am vergangenen Freitag 1:22,312 gefahren – deutlich verfehlt, vor allem lag es daran, dass kein Team eine richtige Rennsimulation absolvierte. So fehlten Referenz- und Vergleichswerte, um die gefahrenen Zeiten einzusortieren. Das einzige Team, das einen extrem langen Run zurücklegte, war Ferrari – ab 15 Uhr 40 war Felipe Massa fast ununterbrochen unterwegs.

Lotus läuft wieder ohne Probleme

Die mit nur sehr geringer Bedeutung behaftete Tagesbestzeit sicherte sich Romain Grosjean, der eine halbe Stunde vor Schluss mit 1:23,252 gestoppt wurde. Viel wichtiger als der erste Platz ist für sein Lotus-Team aber die Erkenntnis, dass die Chassisprobleme des E20 gelöst zu sein scheinen. Wie berichtet hatte Lotus vergangene Woche auf drei Testtage verzichten müssen, weil die Ingenieure ein ernstes technisches Problem mit der Vorderradaufhängung entdeckt hatten.

Grosjeans schnellster Versuch passierte im Zuge eines Sechs-Runden-Runs auf Soft-Reifen. Zuvor hatte lange Zeit Jenson Button geführt, am Ende war der McLaren-Pilot aber 0,258 Sekunden zurück. Button stand zwischen 11:45 und 14:05 Uhr lange an der Box und ließ sich auch am späteren Nachmittag viel Zeit zwischen seinen fünf bis sieben Runden langen Runs. Ob McLaren technische Probleme hatte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

RB Racing schneller als Mercedes

Mit jeweils gut einer halben Sekunde Rückstand sicherten sich Sergio Perez (Sauber) und Mark Webber (R·B·R) die Positionen drei und vier. Perez sorgte mit Ende des Vormittags für die erste von zwei roten Flaggen, als er während eines Benzinverbrauchsreferenzruns planmäßig ausrollte. Die zweite Unterbrechung gab es kurz vor Schluss wegen Caterham-Pilot Vitaly Petrov (9./+1,624). Letzterer sprang kurzfristig für den erkrankten Heikki Kovalainen ein.

Webber hielt sich mit dem RB8, der für die meisten Experten als WM-Favorit gilt, erneut vornehm zurück. Teilweise fuhr der Australier vergleichbar lange Stints wie Nico Rosberg, teilweise sogar mit gleichen Reifen. Dabei war der RB8 wie schon vergangene Woche um mindestens eine halbe Sekunde schneller als der Mercedes. Doch weil niemand genau weiß, wie viel Benzin die beiden im Tank hatten, ist es müßig, diese Rundenzeiten zu interpretieren.

Keiner so fleißig wie Rosberg

Was die absolute Bestzeit angeht, sicherte sich Rosberg Rang sechs, 0,740 Sekunden hinter Grosjean. Fleißiger als er war aber niemand: 128 Runden bedeuten umgerechnet fast zwei komplette Renndistanzen, was für die Zuverlässigkeit des neuen W03-Silberpfeils spricht. Ebenfalls noch weniger als eine Sekunde Rückstand hatte Jean-Eric Vergne auf Platz sechs, dessen Scuderia Toro Rosso weiterhin einen sehr produktiven und ermutigenden Winter erlebt.

Paul di Resta (Force India) und Felipe Massa (Ferrari) wurden hauchdünn hinter Vergne Siebenter bzw. Achter. Ferrari arbeitete wieder viel mit sog. "Flow Visualization"-Farbe und Goldfolie, um aerodynamische Strömungen sichtbar zu machen. Außerdem rollte Massa mehrere Male mit gleichbleibender Geschwindigkeit am Boxengebäude vorbei – ein Indiz dafür, dass man den neuen F2012 noch immer nicht hundertprozentig verstanden hat.

Solider Long Run von Massa im Ferrari

Recht ordentlich war dafür der abschließende Long Run nach mehreren Setup-Änderungen, den Massa mit 1:29er-Zeiten begann, die dann bis auf 1:31 absackten, nach einem Boxenstopp aber zu 1:28er- und 1:27er-Marken führten – sogar mit einem einzelnen 1:26er-Ausreißer. Lange Distanzen scheinen dem Ferrari also auf den ersten Blick etwas mehr zu liegen als kurze Qualifyingübungen – eine Tendenz, die schon aus dem Vorjahr bekannt ist.

Abgerundet wurde das Klassement von Petrov und Pastor Maldonado (Williams/+2,335), der erst spät ins Geschehen eingriff und am Nachmittag wegen eines Elektronikproblems eineinhalb Stunden Fahrzeit verlor. Marussia (ehem. Virgin) ist wegen des nicht bestandenen finalen Crashtests gar nicht in Barcelona anwesend, H·R·T baute am Donnerstag lediglich sein Motorhome auf. Die Spanier hoffen, das neue Auto gegen Ende der Woche erstmals testen zu können.

Rundenzeiten, Donnerstag

 1.  Grosjean   Lotus        1:23,252
2. Button McLaren 1:23,510
3. Perez Sauber 1:23,820
4. Webber RB Racing 1:23,830
5. Rosberg Mercedes 1:23,992
6. Vergne Toro Rosso 1:24,216
7. di Resta Force India 1:24,305
8. Massa Ferrari 1:24,318
9. Petrov Caterham 1:24,876
10. Maldonado Williams 1:25,587

Drucken
Tag 2 Tag 2 Die besten Bilder Die besten Bilder

Ähnliche Themen:

29.07.2012
GP von Ungarn

So nahe dran am ersten Sieg war das neue Lotus-Team noch nie, der erste Sieg lag in der Luft – laut den Verantwortlichen dauert es nicht mehr lange…

22.04.2012
GP von Bahrain

Mit den Plätzen zwei und drei für Kimi Räikkönen und Romain Grosjean war das Lotus-Team am Renntag eindeutig die zweitstärkste Kraft im Feld.

04.03.2012
F1 Tests Barcelona

Lotus-Pilot Kimi Räikkönen schließt die Formel 1-Testfahrten mit einer Bestzeit ab – Probleme dafür am modifizierten RB8 von Sebastian Vettel.

Formel 1-Testfahrten Barcelona/Testwoche 3

Frech geworden Vierte Generation: neuer Toyota Yaris

Verglichen mit dem Vorgänger schaut der neue Toyota Yaris geradezu angriffslustig drein. Außerdem wurde er außen kleiner und innen größer.

Kinder-Liga Teures Spielzeug: Bugatti Baby II

Der Bugatti Baby II spielt mit Elektromotor und 75 Prozent der Originalgröße seines Vorbilds Type 35 von 1924 in der Liga für extrem verwöhnte Kids.

Motorsport: News Wimmer Werk verteidigt Titel

Der österreichische Rennstall holt in Magny-Cours den vierten Saisonsieg in der französischen Ultimate-Cup-Langstreckenserie.

Das Beste zweier Welten ŠKODA KAMIQ - das neue City-SUV

Der neue ŠKODA KAMIQ verbindet die Vorzüge eines SUV - bequemeres Ein- und Aussteigen, erhöhte Bodenfreiheit - mit der Agilität eines Kompaktfahrzeugs.