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Schon die Ausgangspositionen?

Der Nürburgring hatte mit der Rauchentwicklung durch die nahen Waldbrände eine neue Facette parat. Motorsportlich betrachtet wurden die Weichen für das Halbfinale Mitte September auf dem Sachsenring gestellt, nachdem der ADAC vor der eigentlichen Action die Termine für die Saison 2027 bekanntgegeben hatte. Ein besonderes Viertelfinale eben

Bernhard Schoke

Kontinuität demonstrieren – so könnte man die Intention der Veranstalter hinter der ausgesprochen zeitigen Verkündung des 2027er Renn-Kalenders vermuten. Oder Insider-Wissen im Hinblick auf die bisher nicht veröffentlichten Formel-1 Veranstaltungstermine für das kommende Jahr. Denn bisher orientierten sich alle anderen Serien an dieser Lead-Aufstellung des Motorsports sowie dem Top-Event des Langstrecken-Motorsports, den 24h von Le Mans, das immer am zweiten Juni-Wochenende stattfindet – der Woche um Mid-Summer, mit den längsten Tagen und kürzesten Nächten. Der Auftakt ist wie im letzten Jahr auf dem Red Bull Ring in der Steiermark Ende April. Nur zwei Wochen später folgt Oschersleben. Dann folgt quasi eine sechswöchige Pause die in der Woche nach dem Klassiker an der Sarthe auf dem Lausitzring endet. Wieder zwei Wochen darauf das Stadtrennen auf dem Norisring zu Nürnberg. Dann mitten im Sommer – am ersten August-Wochenende der Auftritt in den Nordsee-Dünen von Zandvoort – quasi der Ersatz für das dann entfallene Formel-1-Spektakel, dessen exorbitanter Aufbau-Aufwand sich über Monate hinzieht und so in den letzten drei Jahren die großen Motorsport-Termine in den richtig attraktiven Sommermonaten de facto blockierten. Von dort ist es quasi nur ein Katzensprung zu dem zwei Wochen später stattfindenden Auftritt der GT3-Renner auf dem Nürburgring. Weitere fünf Wochen später dann das Halbfinale – wie in dieser Saison auf dem Sachsenring vor dem traditionell großen Showdown in Hockenheim.
Das bereits jetzt wurde deutlich, dass die Nerven der Piloten und Verantwortlichen blank liegen. So ließe sich die Renn-Action auf dem Nürburgring kurz zusammenfassen. Dies ist aber wesentlich zu kurz gesprungen, will sagen nicht einmal die halbe Wahrheit. Dazu gehört unter anderem die zwischenzeitlich kolportierte Meldung des nahezu kompletten Abgangs der HRT-Ingenieure – am Nürburgring war davon aber ausgesprochen wenig zu sehen, wie langjährige Beobachter in der Eifel selbst in Augenschein nehmen konnten. Da aber – Achtung kein gewolltes Wortspiel – wo Rauch ist auch Feuer sein muss, wird man dies in der näheren Zukunft aufmerksam beobachten.
Gleiches gilt auch für das eigentliche „Lieblings-Thema“ der Insider: Die BoP – und damit deren inzwischen unzählige Änderungen, Performance-Anpassungen genannt. Bei den Piloten sorgte das Thema für richtig Frust – und Nicki Thiim, kein frustrierter Hinterher-Fahrer, sondern eher Titelkandidat, ließ richtig Dampf ab. „Eine Frechheit, die hier vorgeht. Ich dachte, Oschersleben war schlimm, aber das hier ist absolut next Level. Ich bin super enttäuscht – das ist ein Frechheit, die hier gerade vorgeht“, schimpfte der auch Wikinger genannte Däne. Und legte nach: „Ich merke schon wie das hier funktioniert in der DTM“. Er fokussierte damit den Zweikampf mit Tom Kalender im Landgraf Mercedes, der ihm eine Penalty-Lap einbrachte. „Lächerlich, was hier vorgeht, bei Tom ist seine Aufgabe klar zu sehen – mich nicht vorbeizulassen“. Hintergrund: So wurde Schützenhilfe für die in der Fahrer-Meisterschaft Top-Platzierten Marken-Kollegen Engel und Auer geleistet. Ausgangspunkt war die Aktion am Ausgang von Kurve 5, in der Kalender in der Bremszone komplett rüberzog. Thiim stellte damit in den Raum, dass die verschiedenen Marken in der DTM nicht gleichbehandelt werden. „Die anderen Hersteller bekommen so Glory-Momente. Und wir werden komplett abgedreht“ (Anmerkung der Redaktion: Nach den starken Auftritten auf dem Noris- und Lausitzring). Er spielte damit auf die Balance of Performance und die Vielzahl der vorgenommenen „Anpassungen“ – zuletzt vor dem Sonntagsrennen. „Deswegen ist es schwierig, das ernst zu nehmen, was gerade vor sich geht, weil keine Konstanz drin ist. Das ist einfach eine Frechheit“, so der Aston Martin Pilot weiter. Kalender hielt dem entgegen, dass er von Thiim „schon in Oschersleben mal weggemacht“ worden war.

Was ist sonst noch aufgefallen?

*Nach dem Sonntagsrennen wurden vom DMSB die Motoren des Grello und der voon Maro Engel sowie jener von Wittmann zur intensiven Nach-Kontrolle „einkassiert“. Dies soll bereits vor dem Rennwochenende so entschieden worden sein.
*Spekulationen zufolge reiht sich diese Aktion aber in die vorausgegangene „Untersuchung“ der Radlager ein, bei der zuvor am Renner von Bortolotti ein nicht frei gegebenes Radlager entdeckt worden war, das zur Disqualifikation führte – gegen die aber vom Grasser-Team Berufung angekündigt ist.
*Keine „Reaktion“ ist bei den von der Rennleitung ausgesprochenen Verwarnungen drin – nach deren drei muss der Betroffene im nächsten Rennen von fünf Plätzen zurück starten.
Vor dem Halbfinale auf dem Sachsenring Mitte September müssen aufgrund deren zwei besonders Marco Mapelli, Matteo Mapelli, Bastian Buus, Finn Wiebelhaus und Ricardo Feller besonders aufpassen, damit sie nicht in der heißen Phase der Meisterschaft sich nicht selbst ein weiteres Handicap einhandeln.

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