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Hightech-Handschuhe überwachen Fahrer

Vollüberwachung im Cockpit: Ab der Formel-1-Saison 2018 kommt ein neuartiger Handschuh zum Einsatz, der insbesondere bei Unfällen wertvolle Daten liefern soll.

Auf sicherheitstechnischer Seite hat die Formel 1 in den vergangenen gut 20 Jahren enorme Fortschritte erzielt, doch ein Aspekt ist noch immer derselbe wie in der motorsportlichen Steinzeit: Im Falle von Unfällen können Ärzte sich erst ein Bild von den Verletzungen des Betroffenen machen, wenn sie ihn persönlich untersuchen. Damit soll ab der Formel-1-Saison 2018 Schluss sein: Die Formel 1 führt einen neuen biometrischen Handschuh ein, der medizinische Daten in Echtzeit liefern soll.

Herzstück ist ein nur drei Millimeter dicker Sensor, der in die Fahrerhandschuhe eingenäht ist. Über diesen werden Daten über den Puls und den Sauerstoffgehalt im Blut überwacht. In Zukunft sollen auch noch Körpertemperatur und Atemfrequenz einfließen. "Der Puls gibt uns die wichtigsten Informationen", sagt Alan van der Merwe, der Fahrer des Medical Cars der Formel 1, im FIA-Magazin Auto. "Es ist eine Maßeinheit, die mit wenig Informationen viel verraten kann. Basierend auf dieser Information kann man die Rettungsmaßnahmen anpassen."

Am wichtigsten sind die Echtzeit-Informationen in einem Fall, wenn der Fahrer nicht direkt zugänglich ist, weil er beispielsweise unter einem Reifenstapel begaben ist. So geschah es bei den Unfällen von Luciano Burti in Spa-Francorchamps 2001, Heikki Kovalainen in Barcelona 2008 oder Carlos Sainz im Freien Training in Sotschi 2015.

Übertragung mittels Bluetooth

"Eine vernünftige Überwachung war unmöglich, bis wir unsere Finger an ihn bekommen haben. Das war natürlich nicht möglich, bis die Streckenbegrenzung aus dem Weg geräumt war", erinnert sich Ian Roberts, der stellvertretende medizinische FIA-Delegierte, ebenfalls im FIA-Magazin. "Hätten wir die Informationen gleich gehabt, hätten wir unsere Bergungsaktion wesentlich besser planen können. Mit dieser neuen Technologie haben wir sofortigen Zugriff auf seine biometrischen Daten ab Sekunde null."

Möglich macht die Datenübertragung eine neuartige Bluetooth-Technologie, die in einem Übertragungsradius von 500 Metern funktioniert. Die Idee, die Daten mit Hilfe des Fahrzeugfunks zu übertragen, wurde verworfen, weil bei Unfällen Antennen schnell abgerissen werden können. Der Handschuh wird auch das bisherige Equipment der FIA-Ärzte in den meisten Fällen überflüssig machen, das Roberts als "sperrig" bezeichnet.

Der Einsatz der neuen Technologie ist gleichzeitig ein Testlauf für eine weitere Verbreitung des biometrischen Handschuhs für Einsatzkräfte in allen denkbaren Szenarien. "Es gibt eine Reihe von Branchen, die aus leichtgewichtigen und feuerfesten, stets tragbaren Sensoren einen Mehrwert ziehen können", sagt van der Merwe. Der biometrische Handschuh wurde erstmals beim Großen Preis von Ungarn von den Piloten von Ferrari, Mercedes und Red Bull getestet.

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