MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Hightech-Handschuhe überwachen Fahrer

Vollüberwachung im Cockpit: Ab der Formel-1-Saison 2018 kommt ein neuartiger Handschuh zum Einsatz, der insbesondere bei Unfällen wertvolle Daten liefern soll.

Auf sicherheitstechnischer Seite hat die Formel 1 in den vergangenen gut 20 Jahren enorme Fortschritte erzielt, doch ein Aspekt ist noch immer derselbe wie in der motorsportlichen Steinzeit: Im Falle von Unfällen können Ärzte sich erst ein Bild von den Verletzungen des Betroffenen machen, wenn sie ihn persönlich untersuchen. Damit soll ab der Formel-1-Saison 2018 Schluss sein: Die Formel 1 führt einen neuen biometrischen Handschuh ein, der medizinische Daten in Echtzeit liefern soll.

Herzstück ist ein nur drei Millimeter dicker Sensor, der in die Fahrerhandschuhe eingenäht ist. Über diesen werden Daten über den Puls und den Sauerstoffgehalt im Blut überwacht. In Zukunft sollen auch noch Körpertemperatur und Atemfrequenz einfließen. "Der Puls gibt uns die wichtigsten Informationen", sagt Alan van der Merwe, der Fahrer des Medical Cars der Formel 1, im FIA-Magazin Auto. "Es ist eine Maßeinheit, die mit wenig Informationen viel verraten kann. Basierend auf dieser Information kann man die Rettungsmaßnahmen anpassen."

Am wichtigsten sind die Echtzeit-Informationen in einem Fall, wenn der Fahrer nicht direkt zugänglich ist, weil er beispielsweise unter einem Reifenstapel begaben ist. So geschah es bei den Unfällen von Luciano Burti in Spa-Francorchamps 2001, Heikki Kovalainen in Barcelona 2008 oder Carlos Sainz im Freien Training in Sotschi 2015.

Übertragung mittels Bluetooth

"Eine vernünftige Überwachung war unmöglich, bis wir unsere Finger an ihn bekommen haben. Das war natürlich nicht möglich, bis die Streckenbegrenzung aus dem Weg geräumt war", erinnert sich Ian Roberts, der stellvertretende medizinische FIA-Delegierte, ebenfalls im FIA-Magazin. "Hätten wir die Informationen gleich gehabt, hätten wir unsere Bergungsaktion wesentlich besser planen können. Mit dieser neuen Technologie haben wir sofortigen Zugriff auf seine biometrischen Daten ab Sekunde null."

Möglich macht die Datenübertragung eine neuartige Bluetooth-Technologie, die in einem Übertragungsradius von 500 Metern funktioniert. Die Idee, die Daten mit Hilfe des Fahrzeugfunks zu übertragen, wurde verworfen, weil bei Unfällen Antennen schnell abgerissen werden können. Der Handschuh wird auch das bisherige Equipment der FIA-Ärzte in den meisten Fällen überflüssig machen, das Roberts als "sperrig" bezeichnet.

Der Einsatz der neuen Technologie ist gleichzeitig ein Testlauf für eine weitere Verbreitung des biometrischen Handschuhs für Einsatzkräfte in allen denkbaren Szenarien. "Es gibt eine Reihe von Branchen, die aus leichtgewichtigen und feuerfesten, stets tragbaren Sensoren einen Mehrwert ziehen können", sagt van der Merwe. Der biometrische Handschuh wurde erstmals beim Großen Preis von Ungarn von den Piloten von Ferrari, Mercedes und Red Bull getestet.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

In Erinnerung an Dietrich Mateschitz

DM01 ist erster Red-Bull-Motor mit Ford

"Sein Traum": Red Bull benennt die erste eigene F1-Antriebseinheit in Kooperation mit Ford zu Ehren von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz

"Vorfreude umso größer"

Habsburg fährt auch 2026 für Alpine

Während Mick Schumacher die WEC und Alpine in Richtung IndyCar verlassen hat, bleibt Ferdinand Habsburg für drittes Jahr im französischen Werksteam an Bord

Übergabe der Trophäen an alle Sieger:innen, an die Motorsportler des Jahres 2025 sowie erstmals Vergabe von acht Ehrenpreisen für besondere Leistungen