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Kein Formel-1-Einstieg von Lamborghini

Stefano Domenicali erwägt auf absehbare Zeit kein Projekt in der Weltmeisterschaft; Umstrukturierungen im Unternehmen wären zu groß.

Lamborghini plant derzeit keinen werksseitigen Einstieg in die Formel-1-WM. Wie Markenchef Stefano Domenicali am Rande einer Veranstaltung in Turin sagte, habe die Audi-Tochter kein Interesse daran, an der WM teilzunehmen – zumindest noch nicht. "Für Lamborghini genießt die Sache derzeit keine Priorität", winkte der frühere Ferrari-Rennleiter ab, ließ sich aber doch ein Hintertürchen offen, indem er unverbindlich anfügte: "Vielleicht in einigen Jahren."

Domenicali setzt bei der Sportwagenmarke aus Sant'Agata Bolognese auf einen langsamen, aber stetigen Ausbau des Geschäfts mit Straßenautos. "Wir sind eine kleine Firma, die noch wachsen will, aber wir müssen uns dazu die nötige Zeit geben und die Dinge in Ruhe angehen", bremste er mit Blick auf ein größeres Engagement im Motorsport. Derzeit beschränken sich diese Aktivitäten auf den Super-Trofeo-Markenpokal sowie auf die Einsätze der GT3-Version des Huracán in diversen Championaten rund um den Globus.

Angesichts dessen ist die Formel-1-WM Lichtjahre entfernt. "Ein Auto sollten wir nicht einmal andeuten", sagte Domenicali über ein eigenes Werksteam, für das Lamborghini nicht nur viel Geld in die Hand nehmen, sondern auch intern umbauen müsste. "Ein solches Projekt würde sehr große Veränderungen innerhalb unseres Unternehmens bedeuten", mahnte der 51jährige Italiener zur Vorsicht.

Lamborghini war von 1989 bis 1993 als Motorenlieferant in der Formel-1-WM engagiert. Damals setzte man auf Ferrari-Erfahrung und überließ die Führungspositionen Daniele Audetto sowie Mauro Forghieri, die zuvor bei der Scuderia gearbeitet hatten. Der sportliche Erfolg der Kundenteams Larousse, Ligier, Lotus und Minardi hielt sich aber in Grenzen, lediglich ein Podiumsplatz sprang heraus – 1989 in Suzuka durch Aguri Suzuki im Larrousse-Lola. In der Saison 1991 baute man für das Semiwerksteam Modena auch ein Chassis, scheiterte jedoch meist an der Vorqualifikation.

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