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Formel 1: Analyse

Whiting: Dritte Autos unwahrscheinlich

Um jungen Nachwuchsfahrern Chancen in der Formel-1-WM zu bieten, gab es den Vorschlag, manche Teams drei Autos einsetzen zu lassen.

Mercedes-Sportchef Toto Wolff hat auf eine Diskussion in der Strategiegruppe der Formel-1-WM über den Einsatz eines dritten Autos pro Team gehofft, doch soll dieser Vorschlag beim Treffen kein Thema sein. Die Idee wurde schon in Vergangenheit verworfen, da es für alle betroffenen Teams einen zusätzlichen finanziellen Aufwand bedeutete. Sollten die Toprennställe weitere Fahrzeuge einsetzen, hätten es die Verfolger noch schwieriger, WM-Punkte zu sammeln.

"Meine persönliche Meinung ist, dass es schön wäre, mehr Autos zu sehen. Ich denke aber, dass eine Umsetzung sehr unwahrscheinlich ist", sagte FIA-Rennleiter Whiting. Das größte Gegenargument sei die Gefahr der Dominanz eines solchen Rennstalls mit drei Autos. Die restlichen Teams würden dann nicht einmal mehr um einen Platz auf dem Podium kämpfen, so Charlie Whiting.

Selbst wenn nur die drei derzeit siegfähigen Teams jeweils drei Autos einsetzten, bliebe für den Rest nur noch der Kampf um den zehnten Platz. "Ich verstehe, warum so viele dagegen sind", sagte Whiting. "Es wäre toll, wenn mehr Teams in der Lage wären, um den Sieg mitzufahren. Diese Saison ist allerdings die engste seit der Einführung dieser Motoren." Eine höhere Wettbewerbsdichte würde laut Whiting auch die Wirtschaftlichkeit verbessern.

"Das ist auch der Grund, warum so viele GP3-Teams drei Autos einsetzen", erklärte Whiting. "Die neue Formel 3 [als Nachfolger der GP3-Serie ab 2019; Anm.] geht auch von drei Autos pro Team aus." Insgesamt sollen dort künftig zehn Rennställe an den Start gehen. "Das ist ein gutes Geschäftsmodell, weil der Preis für das dritte Cockpit niedriger ist", fügte der Rennleiter hinzu. "Das würde sicherlich auch in der Formel-1-WM gut funktionieren."

Außerdem müssten bei einem Einsatz eines dritten Fahrzeugs auch die Regeln geändert werden. Aktuell dürfen 60 Mitarbeiter an zwei Autos arbeiten. Mit einem dritten Auto würden nicht zusätzliche 30, sondern vielleicht nur zehn gebraucht, analysierte Whiting: "Auch die Logistik würden wir in den Griff bekommen. Alle müssten etwas zusammenrücken, und es gäbe weniger Platz."

Anstelle eines dritten Autos einfach neue Teams in die Formel-1-WM zu locken, sei aktuell unmöglich, meinte Whiting: "Wir wollen diesbezüglich genau arbeiten. Wenn alles klappt mit der Preisgeldverteilung und der Kostengrenze, sieht es gut aus. Das Auto wird hoffentlich reguliert werden." Whiting hofft auf mehr Einheitsteile. Die Komponenten, die von den Teams konzipiert werden, sollen außerdem im Teambesitz bleiben und nicht mehr weitergegeben werden dürfen.

Wolff hofft derweil, dass das dritte Auto ernsthaft in Erwägung gezogen wird, und sagte dazu: "Wir hätten mehr Autos im Feld und könnten interessanten jungen Fahrern ein Cockpit anbieten." Das wiederum würde "tolle Geschichten" kreieren und die Formel-1-WM jungen Piloten öffnen. Er würde es jedoch respektieren, dass die Mittelfeldteams dagegen sind, gegen jeweils drei Topboliden von Ferrari, Mercedes und RB Racing anzutreten.

Eine Lösung seien verschiedene Rennformate, in denen die Punkte der dritten Fahrer nur für eine eigene "Talentemeisterschaft" gelten würden. "Wir schauen uns verschiedene Szenarien an", sagte Wolff. "Es gibt viele Möglichkeiten, sie ins Renngeschehen zu integrieren. Man muss aber respektieren, dass die anderen Teams dagegen sind." Die Idee sei aber noch nicht gestorben, meinte Wolff; jedoch würden seine Vorschläge aktuell schnell im Mistkübel landen.

Haas-Teamchef Günther Steiner warnte indes davor, dass die Formel-1-WM weiter an Wert verliere und zu kompliziert für die Fans werde: "Ein dritten Autos würde Verwirrung stiften. Wir sollten uns zurücklehnen und uns eine andere Idee überlegen." Haas könne nur dann ein drittes Auto einsetzen, wenn jemand bereit sei, finanziell dafür aufzukommen. "Wir sind nicht daran interessiert, ein weiteres Auto einzusetzen", stellte er klar.

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