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KTM X-Bow - im Test

Innenraum

Über den Innenraum zu sprechen, der eigentlich nahtlos in einen Außenraum übergeht, ist ja eigentlich müßig. Denn außer einem Lenkrad mit bunten Tasten für Licht und Blinker, zwei Kunststoffsitzen mit Vierpunktgurten von Recaro, je einem Schalt- und Handbremshebel sowie einem sophisticated Bordcomputer ist da nichts.

Da berichten wir viel lieber über die absolut perfekte Sitzposition, die über eine axial und vertikal verstellbare Lenksäule sowie eine verstellbare Pedalerie gegeben ist. Hat man sich erst mal zwischen Lenkrad und Monocoque durchgefädelt, so sitzt man tief eingebettet und sicher wie in Abrahams Schoß.

Den Einstiegsvorgang sollte man zu Hause übrigens trocken ein paar Mal üben, um sich in freier Wildbahn nicht die Blöße geben zu müssen vor Publikum plötzlich festzuklemmen oder wie ein fetter Kartoffelsack irgendwie hinein zu sacken.

Für die beleibteren Sportfahrer gibt es gegen Aufpreis noch ein abnehmbares Volant, bisher hat das aber keiner der Piloten wirklich gebraucht. Und: Was nicht abnehmbar ist, kann auch nicht gefladert werden.

Die Vierpunktgurte sind umständlich anzulegen, dafür verschweißen sie dich erbarmungslos mit dem X-Bow und sorgen im unerwünschten Fall des Falles für optimale Sicherheit im Zusammenspiel mit dem hochfesten Monocoque. Darum gilts auch nicht, wenn man die Gurte etwas lockerer lässt, damit man im Stadtverkehr mehr Überblick beim Einbiegen hat. Das wäre nämlich gefährlich.

Die Ablesbarkeit des Zentralinstruments ist ganz hervorragend. Leider - denn man bewegt sich auf öffentlichen Straßen permanent im Kriminal und will dann nicht auch noch dauernd von einem Computer geschulmeistert werden. Das programmierbare Shift-Light ist erstmalig in einem Testwagen wirklich hilfreich, denn häufig kommt man vor lauter Beschleunigung mit dem Schalten gar nicht mehr nach.

Übersichtlich ist der X-Bow trotz kompakter Abmessungen eher nicht. Rückspiegel gibt es mangels Befestigungsmöglichkeit an einer Windschutzscheibe nämlich keinen. Und wenn es einen gäbe, würde man ohnehin nur in den riesigen schwarzen Schlund des Ansaugschnorchels blicken. Damit bleiben noch die Außenspiegel, die zumindest im Vorwärtsbetrieb genügen Rücksicht gewähren. Einparken will gelernt sein, geht aber nach kurzer Eingewöhnung erfreulich leicht von der Hand.

Kofferraum und Ablageflächen gibt es keine. Dafür aber auch keine störenden Fensterflächen, die die interessierten Blicke der gaffenden Passanten von den Insassen abhalten könnten.
Im X-Bow ist man plötzlich jemand. Jemand von unerhörter Wichtigkeit. Man wird angestarrt, fotografiert, umzingelt, die Leute springen auf, zücken ihr Handy und fotografieren wie wild drauf los.

Und ja, wir haben es nicht ohne Genuss getan, eine Runde über den Ring, einmal über die Mariahilferstraße, man fühlt sich beobachtet als wäre man George Clooney, der in Unterhosen mit einer Tasse Kaffee durch Wien spaziert.

Manchmal bricht einer das Eis und beginnt zu fragen. Das hört dann auch nicht mehr auf. Entweder, man hat also als Fahrer eine sehr dicke Haut und einen gewissen Hang zur Selbstdarstellung, oder aber man setzt sich einen Helm auf und tut so, als würde man nichts von dem Trubel da draußen mitbekommen. Und gibt Gas. Denn nachkommen kann ja ohnehin keiner.

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