ZWEIRAD

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Aprilia Scarabeo 50 - im Test

Das große Krabbeln

Kultstatus genießt der Aprilia Scarabeo schon seit Jahren unter italienischen Rollerfahrern, jetzt wird er auch hierzulande angeboten.

Thilo Kozik/mid

Selbst Italiener verlieren schnell den Überblick über die verschiedenen Roller, die auf ihren Straßen brausen. Doch der Scarabeo sticht schon aufgrund der 16 Zoll großen Räder stets hervor. Seit 1993 bietet Aprilia den "Käfer" dort sehr erfolgreich in Hubraumversionen von 50 ccm bis 500 ccm an. Nun kann man auch bei uns lernen, dass große Raddurchmesser mehr Stabilität und Sicherheit bedeuten.

Kostverächter

Der nur 91 Kilogramm schwere 50er verbindet die Vorteile eines Rollers im Vergleich zu anderen Stadtfahrzeugen fast perfekt: Er ist leicht, besitzt trotz der großen Räder ein sehr gutes Handling, stellt dem Fahrer reichlich Platz in bodennaher Höhe von 76 Zentimetern zur Verfügung und sieht auch noch jugendlich frisch aus. Zudem geht er sehr sparsam mit dem Sprit um. Ganze drei Liter Gemisch fließen auf 100 Kilometern durch die Dell'Orto-Vergaser.

Die Sparsamkeit geht nicht zu Lasten des Fahrspaßes, denn der gebläsegekühlte Einzylinder-Zweitaktmotor bringt mit 3,4 kW/4,6 PS Leistung in dieser Klasse einen Spitzenwert. Das merkt man gleich beim ersten Dreh am Gasgriff, mit Vehemenz setzt sich der Roller in Bewegung. Diese Agilität lässt selbst an Steigungen nur unwesentlich nach.

Ideales Single-Mobil

Nicht nur der Motor, sondern auch das Fahrwerk des Scarabeo überzeugt im innerstädtischen Alltag, der geprägt ist von Fahrbahnunebenheiten, Schlaglöchern und Spurrillen. Die Telegabel am Vorderrad wirkt zwar auf den ersten Blick nicht sehr stabil, erweist sich aber bei einem Federweg von acht Zentimetern als ausreichend komfortabel und schluckt fast alle Unebenheiten. Dagegen könnte das hintere Federbein etwas straffer abgestimmt sein. Im Zwei-Personenbetrieb ist es sogar überfordert.

Obwohl der Scarabeo in der "Street"-Version mit einer langen Sitzbank und serienmäßigen Beifahrerfußrasten ausgestattet ist, bleibt er schon aus Platzgründen ein Roller für den Solo-Betrieb. Darauf sind auch die Bremsen ausgerichtet. Die vordere Scheibenbremse verzögert ordentlich, während der Fahrer sich etwas mehr Druck von der hinteren Trommel wünscht. Fährt man jedoch allein, reicht die Bremskraft völlig aus.

Der Haken an der Sache

Ein Topcase wird dringend benötigt, da sich unter der Sitzbank nur die Öffnung für den Tank, aber kein Stauraum befindet. Kleinere Mitbringsel finden in einem abschließbaren Fach in der Frontverkleidung Platz, und für die Einkaufstüte gibt es den obligatorischen Haken.

Für die Fahrt in die Stadt eignet sich der Scarabeo daher bestens - auch wenn man momentan sich vielleicht noch als einsamer Käfer fühlt. Aber vielleicht setzt ja bald das große Krabbeln ein. Und zwar zum Basispreis von 2.190,- Euro.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Streng limitiert und stolze 159.000 Euro teuer

Yamaha bringt R1 GYTR PRO 25th Anniversary Limited Edition

Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der R1 hat Yamaha eine exklusive Serie von 25 R1-Bikes aufbauen lassen, die angefangen beim Rahmen von Hand aufgebaut werden und mit der gesamten Palette der GYTR PRO Performance-Teile ausgestattet sind.

Zwei Ikonen tun sich zusammen

Das ist die Disney Mickey Mouse Edition by Vespa

Zwei ikonische Marken tun sich für eine limitierte Auflage des wohl berühmtesten Zweirads der Geschichte aufeinander, um ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern: Vespa präsentiert die Disney Mickey Mouse Edition by Vespa.

Willhaben hat zum Saisonstart erhoben, wie es um den Zweirad-Markt so bestellt ist. Das Ergebnis: Bei den Suchanfragen "gewinnt" KTM vor Yamaha und Honda, wobei das Angebot insgesamt um 12 Prozent höher ist als im Vorjahr.

Immerhin ist jeder fünfte Verkehrstote in Österreich Motorradfahrer

App soll Motorrad-Unfälle verhindern

Eine App soll Motorradfahrer immer dann warnen, wenn sie riskant unterwegs sind. Wie diese neue Technologie Fahrzeuge, Ampeln, Tunnel und Autobahnen miteinander verbindet, um den Verkehr flüssiger und sicherer zu machen.

Die Bremsen am Motorrad richtig warten und tunen

Von schwammig zu standfest

Die Bremsanlage ist zweifellos eine der sicherheitsrelevantesten Komponenten an jedem Motorrad. Sie entscheidet nicht nur über den Anhalteweg in kritischen Situationen, sondern beeinflusst auch maßgeblich das Fahrgefühl und das Vertrauen des Fahrers in seine Maschine.

Piaggio-Präsident und -CEO verstorben

Trauer um Roberto Colaninno

Roberto Colaninno, Präsident und CEO der Piaggio Group, gehörte zu den einflussreichsten Unternehmerpersönlichkeiten Italiens. Er wurde am 16. August 1943 in Mantua geboren und starb am 19. August 2023, nur drei Tage nach seinem 80. Geburtstag. Sein bewegtes Leben endete zu einer Zeit, an dem sich der Wert „seiner" an der Börse in Mailand notierten Piaggio Aktie auf höchstem Niveau konsolidiert hatte.