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Harley-Davidson: Produktion von E-Scootern?

Umwelthippie statt Bad Boy

Die Motorradverkäufe von Harley-Davidson schrumpfen. Auch der Handelsstreit mit China ist ein Faktor. Der Wettbewerb mit Uber, Lime, Bird und Lyft ist eine Versuch, dem Schlamassel zu entkommen.

Foto: Harley-Davidson

Harley-Davidson ist mehr als ein Motorrad – es ist ein Lebensgefühl. Seit Jahrzehnten sind die Markenprofis des Traditionsunternehmens damit beschäftigt den Namen mit dem Freiheitsgefühl des Motorradritts auf dem Highway nicht nur zu verbinden, sondern quasi gleichzusetzen.

Es ist auch ein bisschen verrucht, dieses Image – Rockergangs und Glücksspiel, ob im Casino oder im Internet bei www.live-casinos24.com. Vielleicht steckt sogar ein bisschen konservatives Männerbild in der Marke – auch wenn mehr und mehr Frauen Harleys für sich entdecken.

Dieses Konzept ging sehr lang auf, hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Nun stehen die Zeichen der Zeit jedoch auf Erneuerung – und das ist im Wesentlichen dem wirtschaftlichen Druck geschuldet. Die Gegensanktionen der autoritär regierenden Kommunistischen Partei Chinas haben außer den Agrarproduzenten Amerikas auch gerade Harley-Davidson schwer getroffen. Neue Geschäftsfelder sind daher dringend nötig.

Die klassische Marke, die es seit 116 Jahren gibt, will sich neu erfinden, da mehr Roller, E-Bikes und Fahrgemeinschaften in städtischen Gemeinden auftauchen und alternative Möglichkeiten bieten, sich in verkehrsreichen Städten zurechtzufinden.

Neue Transportunternehmen wie Bird und Lime haben Tausende von mietbaren E-Scootern in Städten auf den Markt gebracht, stellen sich aber weiterhin Fragen zur Produktqualität und -Sicherheit. Harley-Davidson ist der Meinung, dass es besser gehen kann, indem es umweltfreundliche, aber spannende Leistung für kurze Strecken liefert.

"Es ist eine große Chance", sagte Marc McAllister, Vize-Präsident des Markenportfolios bei Harley-Davidson. "Für Leute, die heute Bird und Lime verwenden - wie können wir ihnen ein viel besseres Erlebnis mit einer Harley-Davidson-Marke und einem richtigen Lifestyle-Gefühl bieten?"

Das Unternehmen untersucht derzeit intensiv die „Sharing Economy“ und wie Harley-Davidson sich in diesem Markt einen passenden Namen machen könnte. Viele Rollerfirmen verwenden genau das gleiche Modell des Rollers überall. Möchte Harley-Davidson die Vielfalt erhöhen?

Im Januar veröffentlichte Harley-Davidson Fotos von zwei leichten Elektrofahrzeugkonzepten, die an abgespeckte Motorräder oder Elektrofahrräder ohne Pedale erinnern. McAllister weigerte sich zu sagen, ob Harley-Davidson die Konzepte kommerzialisieren würde, oder ob die Verbraucher sie besitzen oder mieten würden. Aber die Bemühungen waren ein Weg, um potenzielle Verbraucher zu begeistern und ihr Interesse an innerstädtischen Fahrzeugen auszuloten.

Das Unternehmen gab auch letzte Woche bekannt, dass es StaCyc übernommen hat, das elektrische Fahrräder für Kinder herstellt.
Die Umsätze von Harley-Davidson sind seit vier Jahren in Folge gesunken, da das Interesse junger Menschen nachlässt. Im Jahr 2018 sank der Umsatz um 10,2%, da Präsident Donald Trump einen Boykott unterstützte, als Harley Pläne zur Verlagerung einiger Produktionsstätten nach Übersee als Reaktion auf Zölle ankündigte.

Bei Harley weiß man, dass man Dinge aufrütteln muss, und vielleicht könnten sich Pendler, die Roller und E-Bikes ausprobiert haben oder Fahrgemeinschaften nutzen, in Zukunft für ein Harley-Fahrzeug entscheiden.
Harley-Davidson, eine Marke, die auf donnernden Benzinmotoren basiert, gehört zu einer wachsenden Zahl von Unternehmen, die elektrische Produkte mit Umweltvorteilen herstellen. Es wird erwartet, dass sich die Luftqualität in den Städten verbessern wird, da weniger Fahrzeuge Emissionen verursachen. Elektrofahrzeuge können auch mit Strom aus erneuerbaren Quellen aufgeladen werden, dann bieten sie nicht nur lokale Umweltvorteile.

Harley-Davidson hat seit langem, wie angesprochen, ein verbotenes Image, aufgrund von Motorradclubs wie den Hells Angels und anderem. Aber der Ruf könnte von Bad Boy zu Umwelthippie wechseln. Einige Kritiker warnen sogar schon davor, dass diese Art der Neuerfindung nach hinten losgehen könnte – so radikal erscheint doch die 180-Grad-Wende.

Arun Sundararajan, Professor an der New York University's Business School und Autor von "The Sharing Economy", glaubt, dass Harley-Davidson nicht versuchen sollte, direkt mit Bird, Lime, Uber und Lyft zu konkurrieren. Zugang und Bequemlichkeit sind Verkaufsargumente in der Sharing Economy, aber die Stärken von Harley-Davidson liegen im Design und im Gesamtpaket seiner Fahrzeuge. Fahrer wählen keine bestimmte Fahrzeugmarke in Anwendungen wie Bird und Uber aus. Stattdessen sieht er eine Gelegenheit für Harley-Davidson, ein qualitativ hochwertiges Elektrofahrrad oder einen Roller direkt an die Verbraucher zu verkaufen.

"Man könnte etwas positionieren, das mit der Marke Harley als Alternative zum Rollermieten versehen ist", sagte Sundararajan. "Es gibt nicht viele ikonische Mobilitätsmarken. Wie kann Harley die Vorteile von Menschen nutzen, die radikal verändern, wie sie sich fortbewegen?"

Clyde Fessler, der sich nach 25 Jahren in verschiedenen Führungspositionen von Harley-Davidson zurückgezogen hat, begrüßt eine sich weiterentwickelnde Marke Harley-Davidson. Im Alter von 77 Jahren fährt er seine fünf Motorräder immer noch mit Freunden in einer Harley-Davidson-Fahrergruppe aus.
"Sie erwähnen das Elektromotorrad und die Oldtimer heben eine Augenbraue", sagte Fessler. "Aber einige der anderen Leute sagen, dass das es eine aufregende Entwicklung ist." Wir werden sehen.

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