RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC Safari-Rallye: Nach Tag 3 (SP16) Takamoto Katsuta im Toyota liegt bei der "Safari" unverhofft in Führung
Toyota Gazoo Racing

Katsuta erbt Spitze nach dreimal Toyota-Drama!

Oliver Solberg, Sebastien Ogier und Elfyn Evans stranden alle auf Samstagsetappe der "Safari" - Takamoto Katsuta vor erstem WRC-Sieg - Kritik am Veranstalter

Dreifaches Toyota-Drama am Samstag bei der Safari-Rallye in Kenia, dem dritten Saisonlauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026! Elfyn Evans an zweiter Stelle fahrend, daraufhin Sebastien Ogier an zweiter Stelle fahrend und auch noch Oliver Solberg in Führung liegend mussten ihren Hoffnungen auf den Sieg allesamt begraben.

Neuer Spitzenreiter der "Safari" ist Takamoto Katsuta in einem weiteren Toyota GR Yaris. Der Japaner war nur als Siebter in den Samstag gegangen, beendet diesen aber als Spitzenreiter. Die Führung übernahm er nicht etwa aus eigener Kraft auf einer der Wertungsprüfungen, sondern er erbte sie auf der Verbindungsetappe zwischen der Vormittagsschleife (WP11-13) und der Nachmittagsschleife (WP12-14).

Am Nachmittag gelang es Katsuta, den Vorsprung auf seine verbliebenen Konkurrenten auszubauen. Vor der Sonntagsetappe wird die Rallye angeführt vom Japaner, der vor seinem ersten WRC-Sieg steht. Mit einem Rückstand von 1:25.5 Minuten übernachtet Adrien Fourmaux (Hyundai) als Zweiter, gefolgt von Esapekka Lappi (Hyundai), Sami Pajari (Toyota) sowie Robert Virves aus Estland, der im Skoda Fabia die WRC2-Wertung anführt.

Die letzte Wertungsprüfung am Nachmittag (WP16) wurde abgesagt. Als Grund wird seitens der WRC genannt: "Die Besatzung des Sicherheitsfahrzeugs begutachtete die Strecke und kam zum Schluss, dass es für die Rettungsfahrzeuge schwierig sein würde, zwischen Kilometer 2,5 und Kilometer 11 ihren Dienst auszuführen. Nach Regenfällen am Nachmittag fanden wir vier separate Abschnitte mit tiefen Spurrillen vor, die voller Wasser standen."

Thierry Neuville (Hyundai) ging als Zweiter hinter Katsuta in die Nachmittagsschleife, fing sich auf WP14 aber gleich mehrere Reifenschäden vorne links ein und hat dadurch jede Menge Zeit verloren. Er war alles andere als der einzige, der am Samstag in Kenia nicht planmäßig durch die insgesamt sechs Wertungsprüfungen kam.

Oliver Solberg und Sebastien Ogier stranden auf Verbindungsetappe

Takamoto Katsuta gelangte kurz nach der Vormittagsschleife völlig unverhofft in Führung, weil auf der Verbindungsetappe zum mittäglichen Service sowohl Spitzenreiter Oliver Solberg als auch der Zweitplatzierte Sebastien Ogier mit Defekt stehenblieben.

Solberg hatte die schwierige Vormittagsschleife mit einem Vorsprung von 42,6 Sekunden auf Ogier beendet, doch auf der vergleichsweise langsamen Fahrt zum Servicepark streikte sowohl am Toyota GR Yaris des Norwegers als auch am baugleichen Auto des Franzosen die Lichtmaschine. Die Defekte führt Toyota auf die extremen Streckenbedingungen zurück.

Ogier versuchte noch, das Problem zu beheben. Er erreichte den Servicepark nachdem sein WRC-Bolide über einen Teil der Verbindungsetappe vom Auto eines Zuschauer abgeschleppt wurde. Weiterfahren im Wettbewerb war für den neunmaligen Rallye-Weltmeister trotzdem nicht drin. Auch für Solberg war am Samstag vorzeitig Feierabend.

"Ich glaube, das ist die extremste Rallye, die wir in jüngerer Vergangenheit in Kenia bestritten haben", so Ogier. "Wir sprechen schon seit Anfang der Woche davon, dass der Samstag der große Tag werden würde und eine große Bewährungsprobe für die Autos darstellen würde. Genau das hat sich heute bewahrheitet. Unser Team hat den Ruf, das solideste Auto zu haben, aber überraschenderweise sind heute die drei führenden Autos ausgeschieden."

Der stellvertretende Toyota-Teamchef Juha Kankkunen berichtete zu Mittag. "Die letzte Wertungsprüfung [am Vormittag] war ziemlich schlammig und holprig. Schlamm gelangte in den Motorraum und beschädigte die Lichtmaschinen an beiden Fahrzeugen."

"Ich selber", so der viermalige Rallye-Weltmeister Kankkunen weiter, "war schon oft in Kenia, sodass es mich nicht überrascht, wenn so etwas passiert. Die Bedingungen waren wirklich schwierig. Man könnte sagen, die Autos sollten eigentlich dafür gebaut sein. Aber wenn die Verhältnisse derart extrem sind, dann kann der Schlamm halt überall hinkommen".

Infolge der Ausfälle auf den ersten zwei Positionen wurde Takamoto Katsuta, der den Vormittag auf der Strecke als Dritter hinter Solberg und Ogier beendet hatte, mit einem Schlag an die Spitze des Klassements gespült. Vor Beginn der Nachmittagsschleife hatte der Japaner einen Vorsprung von 1:07.5 Minuten auf Thierry Neuville, der zu diesem Zeitpunkt ein Trio aus dem Hyundai-Team anführte.

WRC-Stars üben Kritik am Veranstalter

Im Toyota-Lager gab es am Samstag in Kenia aber schon vor dem doppelten Stillstand von Oliver Solberg und von Sebastien Ogier ein Drama. Der als WRC-Tabellenführer nach Kenia gekommene Elfyn Evans, nach dem Freitag als Dritter im Klassement der Rallye geführt, erlitt auf der letzten Wertungsprüfung am Samstagvormittag (WP13) einen Bruch der rechten Hinterradaufhängung.

Kurz vor seinem Ausfall hatte sich Evans - wie auch Solberg und Katsuta - darüber beschwert, dass die Organisatoren der Rallye kurzerhand Änderungen an der Strecke vorgenommen hatten. Konkret ging es um das Aufstellen von Begrenzungsstangen auf WP12, die bei der Besichtigung (Recce) noch nicht dort standen. Mit den Stangen sollte das Schneiden von Kurven vermieden werden.

Die Veränderungen wurden den Fahrern und Beifahrern kurzfristig in Form eines Handy-Videos mitgeteilt. Alle drei genannten Toyota-Fahrer - Solberg, Evans, Katsuta - fingen sich auf besagter WP12 Reifenschäden ein und führten diese auf die vorgenommenen Veränderungen an der Strecke zurück.

"Mal im Ernst, was der Veranstalter und die FIA hier gemacht haben, das ist inakzeptabel", schimpfte Solberg. "Sie haben nach der Streckenbesichtigung Stangen in den Kurven aufgestellt und uns ein Handy-Video geschickt. Jetzt sind alle Stangen weg und überall liegen Steine herum. Sie reden von Sicherheit, aber das hier ist gefährlich."

Die Beschwerde von Evans lautete: "Ein absoluter Witz! Sie haben all diese Dinger im Zielbereich aufgestellt, um uns nach der Recce nun daran zu hindern, abzukürzen. Jetzt liegen überall Steine. Ich bin von der Linie abgekommen und hatte deshalb einen Reifenschaden. Das ist völlig inakzeptabel."

Katsuta fügte hinzu: "Es ist unglaublich. Sie haben die Strecke nach der Besichtigung noch verändert. Wie bitteschön sollen wir aus dem Video unseren Aufschrieb erstellen? In den Spurrillen hatten wir eine völlig falsche Linie, jetzt habe ich zwei platte Reifen. Das müssen sie vor der Rallye machen."

Elfyn Evans mit Aufhängungsbruch am Vormittag

Für Evans stand direkt nach der umstrittenen WP12, nämlich auf der ersten Überfahrt von "Sleeping Warrior" (WP13), sein erster Ausfall seit der Akropolis-Rallye 2024 fest. Diagnose: Gebrochene rechte Hinterradaufhängung.

"Wir hatten zweimal einen Platten [auf WP12], haben es aber geschafft, für den Start der folgenden Prüfung einen neuen Reifen zu montieren. Allerdings hatte der Kontakt mit einem Stein doch größere Schäden zur Folge. Beim ersten Bremspunkt [auf WP13] kollabierte die rechte Hinterradaufhängung. Das war das Ende", so Evans.

Bis zum Beginn von WP13 hatte sich Evans gerade auf die zweite Position nach vorne gearbeitet und lag nur noch 22,6 Sekunden hinter Solberg, der die Rallye bis einschließlich WP13 anführte.

Derweil hatten im Hyundai-Lager auf WP13 alle drei Werkspiloten - Thierry Neuville, Adrien Fourmaux, Esapekka Lappi - anderweitige Problemen als die Toyota-Piloten. Die beiden Hyundai i20 N von Neuville und Fourmaux drohten angesichts der schwierigen Streckenbedingungen zu überhitzen.

Genau dieses Problem der drohenden Überhitzung des Motors plagte Hyundai schon am Donnerstag, dem Eröffnungstag der Safari-Rallye. Indes kämpfte Lappi am Samstag auf WP13 damit, dass die Scheibenwaschanlage seines i20 N versagte und er mangels klarer Sicht langsamer fahren musste als geplant.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

TEC7 ORM, Rebenland-Rallye: Vorschau

Oberösterreichische Siegesträume in der Südsteiermark

Nach dem Auftakt zur TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft im oberösterreichischen Mühlviertel stehen die besten Piloten des Landes im zweiten Teil wieder in Leutschach auf dem Prüfstand.

WRC Safari-Rallye: Nach Tag 1 (SP2)

Fünffachspitze für Toyota

Angeführt von Oliver Solberg liegen nach zwei von 20 Wertungsprüfungen in Kenia fünf Toyota-Fahrer in den Top 5 - Hyundai führt das Verfolgerfeld an

TEC7 ORM, Rebenland Rallye: Nach SP3

Blitzstart des Herausforderers

Bei der heute gestarteten Rebenland Rallye in Leutschach liegt nach drei Prüfungen nicht der Favorit Simon Wagner, sondern Michael Lengauer vorne

Bergrallye-Cup: Saisonvorschau

Junge Generation entdeckt die Bergrallye neu

Der steirische Bergrallye-Cup ist aus der heimischen Motorsport-Szene nicht wegzudenken. Seit weit über 40 Jahren werden die kurzen Bergrennstrecken in Angriff genommen und das Interesse reißt nicht ab...

ARC Rallye Triestingtal: Bericht Mayer

Daniel Mayer holt mit P2 Top-Resultat!

Für Daniel Mayer endete am Samstag sein erster Auftritt in Österreich nach längerer Pause mit einem Erfolgserlebnis: Mit Gerald Winter holte er mit seinem Citroen C3 Rally2 bei der Triestingtal-Rallye Gesamtrang 2

"Man ist nur noch Passagier"

Warum die Safari-Rallye 2026 zur Lotterie wird

Heftige Regenfälle verwandeln die Safari-Rallye in Kenia in eine unberechenbare Schlammschlacht: Selbst erfahrene WRC-Stars erwarten eine der härtesten Ausgaben