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Groteske um Phoenix-Team

Charles Nickerson will das FIA-Nein nicht zur Kenntnis nehmen - der Phoenix-Besitzer versucht weiterhin verzweifelt, noch heuer in die WM einzusteigen...

Michael Trawniczek

Von Phoenix zu D.A.R.T. und wieder retour...

Charles Nickerson verwirrt die Formel 1 - der Londoner Geschäftemacher hat einige Überreste des verblichenen Prost-Teams gekauft und laut seinen eigenen Angaben soll in diesem Paket auch die Starterlaubnis der Franzosen an der Formel 1-WM inkludiert gewesen sein.

Das von Nickerson gegründete Phoenix-Team wollte bereits in Malaysien in die laufende WM einsteigen, doch die FIA erteilte zunächst keine Starterlaubnis für die vorjährigen Prost-Boliden, welche mit alten 96er-Hart-Motoren bestückt werden sollen. Diese werden angeblich von Tom Walkinshaw beigesteuert - der Arrows-Chef soll als Helfer Nickerson's seine Finger im Spiel haben.

Nickerson stiftete unlängst weitere Verwirrung, als er zunächst sein Team auf den Namen "D.A.R.T." umtaufte, um kurz darauf die Firma wieder in "Phoenix Finance Ltd." zurückzubenennen.

Möglicherweise steht das rechtliche Hickhack um die Frage, ob Nickerson nun Prost's Starterlaubnis mitgekauft habe, damit in Zusammenhang. Als die FIA verlautbarte, dass der Transfer die Starterlaubnis des ehemaligen Prost-Teams keinesfalls beinhalte, schickte Nickerson einen Brief an die FIA, in dem behauptet wird, dass die erwähnte Startberechtigung sehr wohl Teil der Transaktion gewesen sein solle. Dieser Brief wurde seltsamerweise auch von dem Liquidator Rogeau unterschrieben - im Originaldokument des Transfers wurde die Starterlaubnis jedoch nicht erwähnt.

Die FIA hat nun in einem inoffiziellen Statement erklärt, dass man Nickerson's Schreiben erhalten habe. Man bezweifle jedoch dessen Legalität. Scheinbar gibt es auch Kommunikationsprobleme mit Liquidator Rogeau, der der englischen Sprache wenig mächtig ist und scheinbar nur bruchstückhaft versteht, was hier eigentlich vor sich geht. Dies könnte erklären, weshalb seine Unterschrift auf dem vorhin genannten Schriftstück gelandet ist.

Nickerson will aber noch lange nicht aufgeben. Am Mittwoch soll die FIA-Weltratsitzung nochmals über den Fall brüten. Sollte Nickerson auch dort wieder abblitzen, was wahrscheinlich ist, will er angeblich vor ein Privatgericht ziehen. Der Geschäftsmann besteht darauf, dass er Prost's Startberechtigung mitgekauft habe. Bernie Ecclestone sagte dazu unlängst, Nickerson hätte lediglich "ein paar Showcars" aus der Konkursmasse gekauft. Tatsächlich zahlte der verhinderte Teamchef nur ein paar Millionen Dollar für die blauen Überreste.

Dabei hat Nickerson für sein Team zurzeit nicht einmal eine Unterkunft. Der gute Mann könnte auf legalem Weg gar nicht in die WM einsteigen, denn er verfügt nicht über die 48 Millionen Dollar, welche die FIA von jedem neuen Team als Kaution verlangt. Dies wollte Nickerson eben umgehen - zugleich will er die FIA-Gelder kassieren, welche diese den besten zehn Teams gestaffelt als Transportkosten ausbezahlt. Prost wäre als neuntbestes Team ja heuer bezugsberechtigt gewesen. Man kann davon ausgehen, dass Nickerson damit nicht durchkommen und Phoenix in der Asche bleiben wird...

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