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Ralf Schumacher im Gespräch

Der BMW-Williams-Pilot über seine WM-Ambitionen, das Thema 'Bruderbonus', und warum aggressive Fahrweise nicht immer zum Erfolg führt...

Bernhard Eder

"Ich bin ein Draufgänger - wenn´s Sinn macht..."

Sieg in Sepang, Rang zwei in Interlagos, zweiter Platz auch in der WM-Gesamtwertung – für Ralf Schumacher ist die WM-Saison 2002 gut angelaufen, keine Frage. Schumi junior will allerdings mehr. Im Interview mit der deutschen Bild-Zeitung stellt Ralf klar: sein Ziel ist es, Bruder Michael zu besiegen – sowohl beim kommenden Rennen in Imola als auch in der WM! "Michael ist mein härtester Rivale um den WM-Titel", so der BMW-Williams-Pilot. "Ich muss ihn angreifen und schlagen!"

Beim Brasilien-GP, als Schumi II rundenlang hinter Schumi I herfuhr, ohne ihn ernsthaft anzugreifen, habe es keine Rolle gespielt, dass der Vordermann sein Bruder war - ein Überholmanöver sei einfach nicht realistisch gewesen. Ralf: "Hätte ich auch nur die kleinste Chance gesehen, ich hätte ihn überholt. Ganz sicher. Aber ich kam auf der Start-Ziel-Geraden nicht nahe genug an seinen Ferrari ran. Uns fehlte etwas Top-Speed."

Vorwürfe vonwegen 'Bruderbonus' oder 'zuwenig Mumm' lässt Ralf nicht gelten. "Ich nehme doch lieber sechs WM-Punkte für einen 2. Platz mit als hirnlos auf der letzten Rille anzugreifen, wo es eigentlich gar nicht geht – um dann den Frontflügel zu verlieren. Nein, nein. Abgerechnet wird am Ende."

Deutlich herauszuhören: der Seitenhieb auf Teamkollege Juan Pablo Montoya. Ralf weiter: "Wenn es sich lohnt, voll anzugreifen – dann bin auch ich ein Draufgänger. Aber manchmal ist es einfach schlauer, das zu nehmen, was man sicher hat. Und nicht alles auf einen Schlag zu riskieren."

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