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Viel Geschichte, wenig Gegenwart...

Vorbei die Zeiten heimischer F1-Weltmeister, GP-Strecken oder Teamchefs – derzeit scheint die „F1-Nation“ Österreich ins Abseits zu rutschen...

Michael Noir Trawniczek

Große Vergangenheit: Land der Champions...

Mit Jochen Rindt hat alles angefangen – eine wahre Formel 1-Mania brauste über das kleine Land. 1970 dann die große Tragödie – Rindt verunglückt und wird jedoch posthum Weltmeister. Seitdem ist Österreich mit der Formel 1 stets eng verbunden. Niki Lauda, der weltberühmte Mann mit der Kappe macht mit seinen drei Weltmeistertiteln, seinem Horrorcrash auf dem Nürburgring, seinem Rücktritt und seinem Comeback aus Österreich endgültig eine „Formel 1-Nation“.

Seit 1970 war Österreich auch im F1-Kalender vertreten. Nach Lauda kam Gerhard Berger. Auch eine zehnjährige Pause auf dem Österreichring konnte die Formel 1-Begeisterung hier nicht wirklich schwächen. Und immer wieder schafften es die Männer aus der Alpenrepublik in die Königsklasse: Helmut Marko, Jo Gartner, Roland Ratzenberger und Karl Wendlinger– um nur ein paar zu nennen. Und immer wieder waren Tragödien zu erleiden, Verluste wie Gartner oder Ratzenberger hinzunehmen – das Bangen um Wendlinger – all das stärkte nur das Interesse an der Königsklasse.

Dann das Comeback der Formel 1 auf dem A1-Ring und der phänomenale Einstieg von Alexander Wurz bei Benetton, der bald schon auf dem Stockerl stand. Danach der erfolgreiche BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger und Niki Lauda als Teamchef bei Jaguar. Im Stillen ein in der Kollegenschaft anerkannt werkelnder Techniker namens Gustav Brunner und allseits beliebte Physiotherapeuten und ein Salzburger Getränkehersteller, der mit seinem Bullen die Welt erobert und die Formel 1-Autos beklebt...

Seit 1970 war quasi ständig ein heimischer Pilot im Startfeld der Formel 1 zu finden. Man musste den Eindruck erhalten, Österreich und die Formel 1 wären für immer und ewig eng miteinander verknüpft – ein kleines Land, welches ständig neue Weltmeister und Weltmeistermacher nachschiebt in die Königsklasse des Automobilsports...

Blasse Gegenwart: F1-Österreich muss fasten...

Schnitt – die Gegenwart: Der Grand Prix in der Steiermark ist weg. Niki Lauda als Jaguar-Teamchef Geschichte. Gerhard Berger könnte heuer noch die beste aller Früchte für seine jahrelange Aufbauarbeit bei BMW ernten – den Titel. Doch dann macht der sympathische Tiroler Schluss. Alex Wurz ist schon jahrelang nicht mehr im GP-Starterfeld zu finden, sondern auf den Zeitenlisten der von der breiten Masse nicht beachteten Testfahrten und versucht derzeit, wieder ein GP-Cockpit zu erlangen.

Geblieben ist: Gustav Brunner ist der Mann an den technischen Schalthebeln bei Toyota. Niki Lauda blieb seine Rolle als TV-Berater. Red Bull-Chef Mateschitz kaufte den A1-Ring und plant dort eine Rennfahrerakademie.

Verglichen mit früher ist das jedoch nicht viel. Die Österreicher konnten jahrzehntelang einem Landsmann oder gar heimischen Champion am Rennsonntag die Daumen drücken oder wenigstens nach Spielberg fahren, um die „kleinen verrückten Rasenmäher“, wie sie Brunner liebevoll nennt, in Natura sehen zu können. Die Österreicher sind also zurzeit auf eine Formel 1-Schonkost gesetzt, die „Formel 1-Nation“ Österreich muss fasten.

Hoffen darf man darauf, dass es Alex Wurz irgendwie doch noch zurück in die Startaufstellungen der Königsklasse schafft. Und darauf, dass irgendwann die in Fachkreisen beliebte Rennstrecke in Spielberg wieder ins Programm aufgenommen wird, die Leute kamen gern hierher. Oder dass es sich Gerhard Berger vielleicht doch noch mal überlegt. Oder dass in ferner Zukunft ein Mateschitz-Schüler die Welt des Motorsports erobert. Oder – dass einer der jungen Wilden der Gegenwart in die Königsklasse einzieht: Norbert Siedler, Mathias Lauda oder Bernhard Auinger scharren in den Startlöchern und lassen auf eine künftige Fortsetzung der rotweißroten Formel 1-Arie hoffen...

Lesen Sie nächste Woche auf Motorline.cc: Who’s The Next? - Die Chancen der jungen Österreicher auf ein Formel 1-Cockpit.

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