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GP2-Serie offiziell vorgestellt

Zwei Läufe pro Event, Punkte für schnellste Runden und eine gestürzte Startaufstellung sind die markantesten Neuerungen der Formel-3000-Nachfolgerin.

Bis auf einige Testfahrten des neuen Boliden durch Franck Montagny und Allan McNish war es in den vergangenen Wochen und Monaten sehr ruhig geworden um die Formel-3000-Nachfolgeserie namens GP2. Am Dienstag nutzten die Organisatoren jedoch die Gunst der Stunde, die Winterpause in der Formel 1, um endlich die Regeln, den Rennkalender und die Teams für das Premierenjahr der GP2-Serie zu benennen.

„Es war schwierig bei all den Anträgen eine Wahl zu treffen“, hebt Organisator Bruno Michel die Schwierigkeiten bei der Auswahl der zwölf GP2-Teams hervor. Dabei standen gleich mehrere Schlüsselfaktoren im Mittelpunkt: Einerseits sollten sich die Teams für drei Jahre verpflichten, so dass ein komplettes Starterfeld von 24 Autos bis Ende 2008 gewährleistet ist, und sollten die ausgewählten Rennställe natürlich auch alle konkurrenzfähig sein und in den vergangenen Jahren in anderen Rennserien ihre Fähigkeiten bewiesen haben. „Zudem wollten wir, dass das Feld so international wie nur möglich ist.“

Letzten Endes empfindet Michel die aktuelle Auswahl als „eine fantastische Startaufstellung“, welcher aufgrund der vielen Bewerbungen noch auf dreizehn Teams erhöht werden könnte.

Zwei Rennen pro Wochenende

Das Rennwochenendformat, welches heute präsentiert wurde, stellt noch ein Provisorium dar, da dieses ebenso wie der Rennkalender noch vom FIA World Motorsport Council genehmigt werden muss. Da die GP2 großteils im Rahmen der Formel-1-Rennwochenenden antreten wird, teilen sich die Sessions und Rennen auf jeweils drei Tage auf.

Während am Freitag ein kurzes Training sowie ein Qualifying für das Samstagsrennen stattfinden, wird die Startreihenfolge für das Sonntagsrennen, welches im Gegensatz zum ersten Lauf nur ein kurzer Sprint sein wird, durch das Ergebnis des ersten Rennens festgelegt, wobei die ersten acht Piloten in umgekehrter Reihenfolge starten werden.

Mit den Testfahrten ist man bei den GP2-Verantwortlichen bislang zufrieden. „Wir haben eine gute Performance, und das Auto wird schneller und schneller“, bestätigt Michel. „Allan McNish brach vor einigen Woche unseren Rundenrekord in Paul Ricard um mehr als eine Sekunde!“

Die ersten Autos sollen unterdessen Ende Januar an die heute bekannt gegebenen Teams ausgeliefert werden. Nach der ersten Testsession vom 10. bis 12. Februar sollen noch zwei weitere Testfahrten Ende Februar sowie Anfang März dafür sorgen, dass die Fahrer, Teams und Autos gut auf die ersten Rennen vorbereitet sind.

„Nelsinho“ Piquet als einer der ersten Fahrer bestätigt

Auf Seiten der ausgewählten Rennställe sticht natürlich das Arden-Team hervor, welches in den vergangenen Jahren die internationale Formel-3000-Serie – den Quasivorgänger der GP2 – dominierte. Entsprechend zuversichtlich zeigte sich auch Arden-Boss Christian Horner für die Debütsaison: „Wir glauben fest daran, dass dies eine spannende neue Formel werden wird. Wir hoffen, dass die kommerziellen Probleme der F3000 der Vergangenheit angehören und die neue Serie eine exzellente Plattform für die Fahrer bieten wird.“

Einer dieser Fahrer, die sich vor den Augen des Formel-1-Paddock bei allen europäischen Rennen präsentieren wollen, ist dabei der Sohn von Ex-Weltmeister Nelson Piquet. „Ich bin wirklich glücklich, 2005 in der GP2-Serie zu fahren“, freute sich Nelson Piquet jr. „Die Meisterschaft wird fantastisch sein, es werden großartige Fahrer mitwirken. Es wird sehr herausfordernd.“

Entsprechend erwartet der diesjährige britische Formel-3-Meister auch eine harte Saison, in welcher es wichtig sein wird, gute Leistungen zu bringen, um aufzufallen. Denn die GP2 soll bekanntlich nicht nur für „Nelsinho“ das Sprungbrett in die „Königsklasse des Motorsports“ darstellen.

Unterstützt wird der junge Weltmeistersohn natürlich von seinem erfahrenen Herrn Papa. „Abgesehen davon, dass im ersten Jahr alle gewinnen wollen, vertraue ich sehr in die Arbeit unseres Teams“, so Nelson Piquet. „Nelsinho und Xandinho [der zweite Fahrer des Teams Alexandre Negrão] sind sehr talentierte Fahrer, die Teamchefs sind exzellent, und ich bin mir sicher, dass wir für diese großartige Meisterschaft sehr gut vorbereitet sein werden.“

Der GP2-Rennkalender 2005

17. April – Frankreich
24. April – San Marino
8. Mai – Spanien
22. Mai – Monaco
TBA – Europa
3. Juli – Großbritannien
17. Juli – Deutschland
31. Juli – Ungarn
21. August – Türkei
4. September – Italien
11. September – Belgien
25. September – Bahrain

Das GP2-Rennwochenende 2005

Freitag:
Freies Training (30 Minuten)
Qualifying für Rennen 1 (30 Minuten)

Samstag:
14:30 – 15:30 Uhr Rennen 1 (180 km)

Sonntag:
11:30 – 12:00 Uhr Rennen 2 (80 km)

Die Startreihenfolge des zweiten Rennens wird durch das Ergebnis des ersten Rennens festgelegt, wobei die Top 8 in umgekehrter Reihenfolge starten werden. Der Zeitplan muss ebenso wie der Rennkalender noch vom FIA World Motorsport Council bestätigt werden.

Die GP2-Punktevergabe

Pole Position (Rennen 1): 2 Punkte
Top 8 (Rennen 1): 10-8-6-5-4-3-2-1
Schnellste Rennrunde: 2 Punkte
Top 6 (Rennen 2): 6-5-4-3-2-1
Schnellste Rennrunde: 2 Punkte

Die GP2-Teams 2005

Arden International (GB)
ART (FRA)
BCN Competicion (ESP)
Campos Racing (ESP)
Coloni (ITA)
DAMS (FRA)
David Price Racing (GB)
Durango (ITA)
HiTech Piquet (GB)
iSport International (GB)
P1 Motorsport (GB)
Super Nova (GB)

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