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Spielberg ist tot!

Alle Bemühungen, das wegen eines negativen Umweltbescheids abgelehnte Red-Bull-Projekt in Spielberg doch noch umzusetzen, sind gescheitert.

Michael Noir Trawniczek

Am Mittwoch hat Red Bull in einer Presseaussendung erklärt, dass das "Projekt von Rechts wegen beendet" sei. Das 700 Millionen Euro teure Projekt einer Motorsportakademie scheint nun endgültig gestorben zu sein.

Die Aussendung im Wortlaut:

Nach Vorliegen weiterer diesbezüglicher Rechtsgutachten hat sich erwartungsgemäß unsere Pressemitteilung vom 7. Dezember bestätigt. Gegen die Abweisung des Projekts Spielberg durch den Umweltsenat gibt es erstens kein ordentliches Rechtsmittel mehr und zweitens kann ein gleiches bzw. ähnliches Projekt nicht neu eingereicht werden, da dies nicht der Definition ‚Neuantrag´ entspräche. Dieses muss neue Inhalte haben. Das Projekt Spielberg ist somit von Rechtswegen beendet. Die Frage, ob Red Bull an einer Fortsetzung des Gesamtvorhabens interessiert ist, ist daher nicht von Relevanz und gegenstandslos.

Als Besitzer des ehemaligen A1-Rings zeigt sich Red Bull dennoch kooperativ – das Gebiet gleicht derzeit einer Wüste, Red Bull möchte jedoch mithelfen, der Region irgendwie unter die Arme zu greifen:

Wir werden in den nächsten Monaten über alternative Möglichkeiten nachdenken, obgleich gesagt werden muss, dass dieses Projekt in seinem Umfang, in seiner Komplexität, in der Synergie der Partner sowie hinsichtlich der diffizil aufeinander abgestimmten Konzept- und Betriebsinhalte einzigartig war. Zur Erstellung eines anderen Projekts, das eine infrastrukturelle Verbesserung der gesamten Region auch nur annähernd im gleichen Masse erfüllt, sehen wir uns außer Stande. Der Steiermärkischen Landesregierung und Frau Landeshauptmann Klasnic werden wir auch weiterhin auf Wunsch gerne mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Landeshauptfrau Waltraud Klasnic reagierte umgehend auf das Schreiben von Red Bull: "Ich bin Dietrich Mateschitz für seine Ideen, Initiativen und Impulse der Vergangenheit dankbar und bedauere daher außerordentlich das Scheitern dieser Vision an rechtlichen Hürden. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass der Red-Bull-Chef mit seiner unternehmerischen Kreativität und weiteren Initiativen der Steiermark verbunden bleibt." Klasnic habe auch sofort Kontakt mit der Wirtschaft aufgenommen, um ein neues Projekt in der Region auf die Beine zu stellen.

Klasnic erklärte weiters: "Im Mittelpunkt der nun laufenden Gespräche steht die weitere Entwicklung für die Region, um eine nachhaltige Zukunftsperspektive absichern zu können."

Auf der Homepage der Bürgerinitiative Projekt Spielberg reagierte man schockiert. "Aus...es ist vorbei. Rest in peace", steht da in riesigen knallroten Lettern.

Österreich hat dem Rest der Welt also wieder einmal gezeigt, wie man mit engstirniger und dummer Politik ein engagiertes Projekt zerstören kann. Die steirische Landesregierung hätte früher auf die Umweltbedenken reagieren müssen und sie nicht ignorieren dürfen. Den Rest erledigten ein zwanzig Jahre altes Umweltgesetz und ein paar wütende Grundstücksbesitzer. Daraufhin folgten die übliche Schlammschlacht, und die Spekulation, Dietrich Mateschitz sei das Projekt ohnehin zu teuer gewesen, nachdem er Jaguar übernommen hatte.

Spielberg ist tot. Es lebe der Kleingeist.

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