
F1 Tests Le Castellet | 16.05.2008
Wetterkapriolen bei der Kanada-Simulation
Am dritten Testtag wurde für den Kanada-GP ein entsprechender Kurs ausgelegt - Toyota-Pilot Trulli zwischen den Regengüssen Schnellster.
Was die Meteorologen schon seit Tagen prophezeit hatten wurde heute tatsächlich wahr. Im sonst häufig wunderbar sonnigen Südfrankreich gingen jede Menge Regenschauer nieder. Am Vormittag blieb die Teststrecke in Le Castellet zunächst noch trocken, doch ab etwa 11 Uhr wurden die Regenreifen herausgeholt. Bis zur Mittagspause musste die meiste Arbeit erledigt sein, denn am Nachmittag ging auf der Strecke so gut wie gar nichts mehr.
Der frühe Fahrer bekommt die Bestzeit - nach diesem Motto war Jarno Trulli heute rechtzeitig zur Zeitenjagd aufgebrochen. Seine Bestzeit von 1:31.260 Minuten wurden für den Rest des Tages nicht mehr unterboten. Der Toyota-Pilot probierte im Hinblick auf das Kanada-Rennen einen anderen Heckflügel aus, am Frontflügel wurde eine kleine Stütze unter dem Bügel installiert. Der Italiener ließ es bei seinen 26 Runden vom Vormittag bewenden, der Nachmittag war schlicht zu nass.
Auch Ferrari brach die Tests vorzeitig ab. Mit Blick auf die maximalen Testkilometer packte man die Sachen bereits am frühen Nachmittag zusammen und verabschiedete sich in Richtung Maranello. Felipe Massa konnte heute nicht recht überzeugen. Seine beste Runde in 1:33.246 Minuten brachte ihn auf Rang fünf - mit fast zwei Sekunden Rückstand auf die Trulli-Bestzeit.
Stark verbessert war Renault. Offensichtlich funktioniert das heute installierte neue Aeropaket für wenig Abtrieb sehr gut. Nelson Piquet Jr. (2./1:31.634 Minuten/60 Runden) war auch gegen Ende der Testsession noch einmal fleißig, als sich die Streckenbedingungen plötzlich etwas besserten. Am Renault R28 war heute ein neuer Heckflügel zu sehen, am Nachmittag absolvierte der junge Nachwuchspilot einige Startübungen.
Auf Rang drei in der Zeitenliste platzierte sich McLaren-Mercedes-Testpilot Pedro de la Rosa (1:32.143/53). Der Spanier versuchte auf der verlängerten Streckenvariante in le Castellet Abstimmungsarbeit für das Rennen in Montréal zu fahren. Am MP4-23 war ein zarter Heckflügel für wenig Downforce zu erkennen.
Sebastian Vettel (4./1:32.480/49) brachte am Vormittag den neuen Toro-Rosso-Boliden weiter in Form. Am Nachmittag sollte eigentlich Teamkollege Sébastien Bourdais übernehmen, aber der Franzose kam wegen des Wetters gar nicht mehr zum Fahren. Auch beim BMW Sauber F1 Team hielt man sich mit Dauerläufen zurück. Nick Heidfeld (6./1:33.371/30) hatte einen kurzen Arbeitstag. Man probierte erneut die neue Nase ohne Geweih, zusätzlich kam ein Highspeed-Heckflügel ans Auto.
Bei Red Bull saß heute Testpilot Sébastien Buemi (7./1:34.064/16) im Auto. Der Schweizer legte nur wenige Runden zurück und dürfte einen wenig gewinnbringenden Testtag erlebt haben. Bei Force India teilte man sie die Arbeit. Giancarlo Fisichella (8./1:34.071/31) konnte am Morgen noch einige Versuche abspulen, für Adrian Sutil (10./1:43.877/13) wurde die Fahrt am Nachmittag zum Fahrtraining mit den Monsunreifen von Bridgestone.
Bei Honda kam nach den guten Ergebnissen von gestern heute keine große Freude auf. Jenson Button (9./1:36.501/19) brachte es nach der Mittagspause gerade einmal auf drei Runden, bevor man auch im Lager der japanischen Werksmannschaft den nutzlosen tag frühzeitig beendete. Williams-Tester Nico Hülkenberg (11./1:44.741/36) kam gar nicht in Tritt. Für die britische Mannschaft dürfte der gesamte Auftritt in Le Castellet nicht viel gebracht haben.
Testzeiten
1. Trulli Toyota 1:31.360 26 2. Piquet Renault 1:31.634 60 3. De la Rosa McLaren-Mercedes 1:32.143 53 4. Vettel Toro Rosso-Ferrari 1:32.480 49 5. Massa Ferrari 1:33.246 19 6. Heidfeld BMW-Sauber 1:33.371 30 7. Buemi RBR-Renault 1:34.064 16 8. Fisichella Force India-Ferrari 1:34.071 31 9. Button Honda 1:36.501 19 10. Sutil Force India-Ferrari 1:43.877 13 11. Hülkenberg Williams 1:44.741 35