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Wirtschaftliche Turbulenzen in der F1

Die Ausgaben der Grand-Prix-Teams für eine einzige Rennsaison sind enorm. FIA-Präsident Max Mosley fordert Kosteneinsparungen bis 2010

Mit einem Starterfeld von 20 Wagen ist die Formel 1 an einer sportlichen Minimalgrenze angekommen. Die Zeiten, als in den Rennen weit über 20 Fahrzeuge gegeneinander angetreten sind, sind schon lange vorüber. Im Rahmen des diesjährigen Grand Prix von Spanien verabschiedete sich schließlich mit Super Aguri ein weiterer Rennstall, der die hohen Finanzlasten der Formel 1 einfach nicht mehr stemmen konnte. FIA-Präsident Max Mosley will unbedingt weitere Einsparungsmöglichkeiten schaffen.

"Die Situation ist sehr ernst", sagte Mosley der BBC Spor und bezog sich dabei auf die hohen Ausgaben der Grand-Prix-Teams für nur eine einzige Rennsaison. Teams wie Toyota sollen pro Jahr angeblich bis zu 400 Millionen Euro investieren, um in der Formel 1 konkurrenzfähig zu sein. Mosley: "Sollten wir das nicht für 2010 in den Griff bekommen, dann wird das ziemlich knifflig werden."

Hintergrund: Der FIA-Präsident sieht die Formel 1 in großer Gefahr, sollten sich noch weitere Rennställe aus dem Starterfeld verabschieden: "Der Sport würde in eine unhaltbare Position abrutschen, wenn er zwei weitere Teams verlieren würde. Momentan sind 20 Wagen im Rennbetrieb dabei. Verlieren wir zwei Rennställe, dann wären es nur noch 16 Boliden und damit hätten wir kein glaubwürdiges Starterfeld mehr."

"Einige Teams haben schon jetzt Schwierigkeiten mit ihrem Aktienkurs, aber das wurde nicht erst im Rahmen der Finanzkrise offenbar - das habe ich schon seit einigen Jahren adressiert. Lange vor den wirtschaftlichen Problemen ist schon deutlich geworden, dass die Formel 1 so nicht mehr tragbar sein würde", meinte der Brite. "So kann man einfach kein Unternehmen leiten, wenn die Ausgaben die Einnahmen um das Doppelte oder Dreifache übersteigen."

"Es hängt nun an den Milliardären, welche die Teams unterstützen. Es geht um Leute wie Vijay Mallya oder Dietrich Mateschitz: Ohne sie, könnten diese kleineren Teams nicht existieren", sagte der FIA-Präsident. Und tatsächlich: Hätten sich Mallya und Mateschitz nicht in das ehemalige Jordan-Team beziehungsweise in Jaguar und Minardi eingekauft - wo würde die Formel 1 heute wohl stehen?

"Es gibt einige Dinge, die wir tun könnten", erläuterte Mosley seine Vorstellungen für die Zukunft der Rennserie. "Am naheliegendsten wäre wohl, die Kosten für den Wagen zu reduzieren. Der Motor und das Getriebe kosten etwa 25 Millionen Pfund (rund 32 Millionen Euro) pro Jahr und wir könnten diese Kosten auf etwa fünf Prozent dieses Betrages herunterschrauben, ohne das die Zuschauer auf den Tribünen irgendetwas davon merken würden."

"Wir hätten die Möglichkeiten, sicherzustellen, dass nicht mehr so viel Geld ausgegeben wird - aber da müssten wir schon zu drakonischen Mitteln greifen. Wenn die großen Namen jährlich 100 oder 200 Millionen Euro einsparen könnten, dann würden sie das sicherlich auch tun", so der FIA-Chef abschließend. "Die Tage, in denen die Teams 100, 200 oder 400 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben haben - und das kostet die großen Unternehmen die Formel 1 derzeit - sind endgültig vorbei."

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