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Melbourne schreibt 35 Mio. € Verlust

Aufregung in Australien: Der Grand Prix schreibt seit Jahren Verluste in Millionenhöhe, die vom Steuerzahler getragen werden müssen.

Die Bilanz des Grand Prix von Australien 2010 weist einen Verlust von 49,2 Millionen Australischen Dollar (umgerechnet 35,5 Millionen Euro) aus. Damit beläuft sich der Gesamtverlust seit Gründung der Australian Grand Prix Corporation (AGPC), die das Rennen in Melbourne seit 1996 veranstaltet, auf geschätzte 150 Millionen Euro!

Die AGPC verweist wie schon im vergangenen Jahr auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und muss somit erneut aus der öffentlichen Hand subventioniert werden, wenn der bis 2015 laufende Vertrag mit Bernie Ecclestone eingehalten werden soll. Daran besteht offenbar kein Zweifel: "Der wirtschaftliche Wert dieses Events für Melbourne liegt bei ungefähr 62 Millionen Dollar (umgerechnet 44,7 Millionen Euro, Anm.)", sagt Tim Holding, Finanz- und Veranstaltungsminister der Provinz Victoria.

Dass der AGPC erneut Einnahmen wegbrechen würden, sei auf der Hand gelegen, denn durch die Wirtschaftskrise hatten sich namhafte Automobilhersteller und Sponsoren aus der Formel 1 zurückgezogen. Genau diese Firmen buchten in der Vergangenheit aber große VIP-Pakete, mit denen sich als Veranstalter gutes Geld verdienen läßt. Ohne diese Einnahmen ist es schwierig, die geschätzten 24 Millionen Euro zu überweisen, die der Inhaber der kommerziellen Rechte als Lizenzgebühr kassiert.

Durch die jüngsten Negativbilanzen werden in Australien wieder jene Gruppen auf den Plan gerufen, denen der Grand Prix schon lange ein Dorn im Auge ist: "Vor drei Jahren hat der Regierungsprüfer festgestellt, dass die Veranstaltung nicht die wirtschaftlichen Vorteile generiert, wie die Regierung behauptet, und dass es keinen Nutzen für den Tourismus in Victoria gibt", sagt Peter Logan von der Initiative "Save Albert Park" und fügt an: "Die Kosten von 49 Millionen Dollar muss letztendlich wieder der Steuerzahler tragen."

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