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Kubica konnte sogar die Finger bewegen

Robert Kubica konnte bereits mit den Ärzten und seinem Manager kommunizieren – ob er vollständig genesen wird, steht jedoch noch nicht fest.

Wie von den Ärzten im Santa-Corona-Krankenhaus in Pietra Ligure bei Genua angekündigt wurde Robert Kubica heute Morgen aus dem künstlichen Koma geweckt.

"Es geht ihm schon besser", berichtet Renault-Teamchef Eric Boullier im BBC-Interview und bestätigt, dass sein Schützling sogar schon mit den Ärzten kommuniziert hat.

Auch Manager Daniel Morelli war bereits bei Kubica und kann Positives berichten: "Ich habe endlich selbst mit ihm gesprochen. Robert versteht alles, was man ihm sagt, ganz genau", wird der Italiener von IVG zitiert. "Seine Gehirnfähigkeit ist intakt und wir sind extrem erleichtert. Das ist wirklich ein Zeichen, das Hoffnung macht. Natürlich spürt er aber sehr starke Schmerzen im Arm und im Bein. Er wird noch Zeit brauchen."

Noch kein endgültiges Urteil

Das bestätigt auch der Krankenhaus-Chefarzt: "Die Nacht war ruhig, der Patient ist stabil", erklärt Professor Mario Igor Rossello. "Die Hand scheint auf Stimulation gut zu reagieren und die Gefäße sehen reaktiviert aus."

Und weiter: "Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob die Operation erfolgreich war. Wir werden fünf bis sieben Tage brauchen, um einschätzen zu können, ob die Gliedmaßen ausreichend versorgt werden und um ihre Funktionalität zu evaluieren."

Allerdings sei das Endergebnis der Operation "extrem zufriedenstellend", auch "weil seine Hand warm ist".

Außerdem konnte Kubica in einer kurzen Wachphase am Montagmorgen die Finger der verletzten Hand bereits etwas bewegen.

Wieder Ruhezustand

Kubica konnte sich an den Unfall genau erinnern – er wurde nach der Wachphase jedoch wieder mit Medikamenten in eine mindestens 24 Stunden andauernde Ruhephase versetzt.

Zumindest die Befürchtung, dass der Formel-1-Pilot seinen Arm wegen einer notwendigen Amputation verlieren könnte, scheint damit relativiert zu sein.

Boullier: "Bei so einem Unfall sagen die Ärzte immer das Worst-Case-Szenario voraus. Er musste sieben Stunden lang operiert werden, um seine Hand und seinen Arm zu behandeln, aber jetzt sind die Ärzte glücklich."

Den Unfall hat der Franzose nicht live miterlebt. Boullier weiß aber: "Er verlor in einer schnellen Kurve die Kontrolle über das Auto und traf die Leitplanke sehr ungünstig." Allerdings wundern sich manche im Formel 1-Zirkus, dass Renault die Teilnahme an einer so riskanten Rallye wie der in Italien überhaupt erlaubt hat. "Das ist eine gute Frage", gesteht selbst Boullier.

Racer aus Leidenschaft

Aber: "Robert ist ein echter Racer, Motorsport ist sein Leben. Er liebt das Rennfahren mit allem, was vier Räder hat. Das kann ein Go-Kart sein, ein Rallye- oder ein Formel-1-Auto. Er hat noch nie mehr als einen Tag vergehen lassen, ohne mit irgendeinem Auto irgendeine Art von Rennen zu fahren. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er weiterhin Rallyes fährt, weil er dadurch ausgeglichener ist. Wir kannten das Risiko und er auch. Wir haben das gemeinsam entschieden."

Nun beginnt die Suche nach einem Nachfolger, denn dass Kubica diese Saison noch Formel 1 fahren wird, gilt als sehr unwahrscheinlich: "Natürlich beginnen wir bereits, an einem Alternativplan zu arbeiten", gibt Boullier zu Protokoll.

"Robert wird definitiv ein paar Monate ausfallen. Ich rechne zwar damit, dass die Heilung weniger als ein Jahr dauern wird, aber heute ist es noch zu früh, um das wirklich genau einzuschätzen."

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