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Formel 1: News

Maria de Villota beim F1-Test fehlerlos

Erstmals seit langer Zeit hat wieder eine Frau ein Formel 1-Auto getestet: Maria de Villota fuhr in Le Castellet einen Renault R29.

Das Klischee, dass Frauen nur als Gridgirls Zugang zum Formel-1-Paddock erhalten, ist längst veraltet - das vermeintlich schwächere Geschlecht besetzt inzwischen zahlreiche Schlüsselpositionen in der Königsklasse des Motorsports. Doch das tatsächliche Fahren der Grand-Prix-Boliden ist und bleibt weiterhin eine Männerdomäne.

Doch erstmals seit Sarah Fisher im September 2002 (auf McLaren in Indianapolis) und Katherine Legge im November 2005 (auf Minardi in Vallelunga) absolvierte in der ersten August-Woche wieder eine Frau einen Formel-1-Test: Maria de Villota, eine 31-jährige Spanierin aus Madrid, saß in Le Castellet am Steuer eines Renault R29 aus der Saison 2009 - ein Modell, mit dem ihr Landsmann Fernando Alonso in Singapur als Dritter auf das Podium gefahren ist.

"Als weiblicher Fahrer war ich sehr glücklich, die Chance zu erhalten, ein Formel-1-Auto zu fahren", schwärmt de Villota, die Tochter des zweifachen Grand-Prix-Teilnehmers Emilio de Villota. "Die Formel 1 ist die Königsklasse des Motorsports und war schon immer mein Traum." Den durfte sie laut Teamangaben für immerhin 300 Kilometer ausleben. Dabei unterlief ihr offenbar kein nennenswerter Fahrfehler. Rundenzeiten wurden aber nicht bekannt gegeben.

"Es lief sehr gut, die Bedingungen waren ideal und das Team hat es mir von Anfang an leicht gemacht", berichtet die derzeitige Superleague-Formula-Pilotin. "Es hat nicht lange gedauert, mich ans Auto zu gewöhnen, und als ich mich einmal wohl fühlte, konnte ich pushen. Das hat dann wirklich Spaß gemacht. Ich bin sehr beeindruckt von der Professionalität des Lotus-Renault-Teams. Ich möchte dem Team für diese Gelegenheit danken."

"Es hat uns gefreut, Maria im R29 fahren zu lassen", entgegnet Teamchef Eric Boullier. "Als Team sind wir sehr stolz darauf, dass wir neuen Talenten oft eine Chance geben und vielen jungen Fahrern Türen bei uns aufzustoßen. Maria hat genau das getan, was wir von ihr erwartet haben: Sie machte einen Schritt nach dem anderen und kam dann auf sehr respektable Rundenzeiten. Dabei hat sie keinen Fehler begangen."

Unbestätigten Medienberichten zufolge war bei dem Test auch Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone anwesend, der sich schon lange eine Frau in der Königsklasse wünscht. Die bisher letzte Frau, die (erfolglos) versucht hat, sich für einen Grand Prix zu qualifizieren, war 1992 Flavio Briatores Ex-Freundin Giovanna Amati auf Brabham. Die einzige Frau, die jemals einen (halben) WM-Punkt geholt hat, war Lella Lombardi (1975 auf March Sechste in Montjuic).

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