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Formel 1: News

„Die Fahrer haben das Leben mehr genossen“

Ex-Weltmeister Niki Lauda spricht über die alten Zeiten, als die Formel 1-Piloten noch jedes Jahr zwei ihrer Kollegen verloren haben…

63 Jahre alt ist die Formel 1 mittlerweile schon. Seit dem ersten Grand Prix in Silverstone hat die Königsklasse viele gute und schlechte Zeiten erlebt und befand sich stets im Wandel der Zeit. V

on den privaten Schrauberbuden zu Beginn der Weltmeisterschaft hat sich die Formel 1 zu einem technologisch und medial professionellen Sport entwickelt. Der Charakter der Königsklasse hat nichts mehr mit der Ursprungsform gemein, mit der am 13. Mai 1950 in Silverstone alles begann.

"Man kann Epochen nicht miteinander vergleichen - oder man sollte es nicht", findet Niki Lauda. Der österreichische Dreifachweltmeister war zwischen 1971 und 1985 bei insgesamt 171 Rennen am Start und kennt die Formel-Zeit von damals genauso gut wie die Formel-1-Zeit von heute. Als TV-Experte und Aufsichtsratsvorsitzender bei Mercedes spielt der Österreicher auch heute noch eine große Rolle im Formel-1-Zirkus.

Die Königsklasse hat sich zu einem wahren Medienspektakel entwickelt, an dem fast die ganze Welt teilhat. Doch dem heutigen Zirkus kann Lauda hingegen nicht viel abgewinnen, er würde lieber in seiner Zeit fahren. Einzig der Sicherheitsaspekt habe sich für ihn zum Positiven entwickelt. "Gottseidank haben sich die Zeiten geändert, was die Gefahr angeht. Aber der Rest? Den vermisse ich", sagt der 64-Jährige The Telegraph.

"Damals musste man aus einem anderen Holz geschnitzt sein als diese Vettels und die Fahrer von heute - weil man über den Tod nicht mehr nachdenken muss", hat er mehr Respekt für die Fahrer seiner Generation übrig. "Damals kamen jedes Jahr ein oder zwei um - direkt vor deinen Augen. Logisch betrachtet musste man bei 16 Fahrern nur darauf warten, bis man selbst an der Reihe war."

Für den Dreifachweltmeister sind die Formel 1 von damals und die Formel 1 von heute zwei grundverschiedene Sportarten - mit grundverschiedenen Fahrern. "Die Fahrer waren charismatischer, hatten mehr Profil, waren egozentrischer, versauter, haben das Leben mehr genossen", erzählt er über die 70er Jahre, "weil man nicht wusste, wann es vorbei sein würde."

Heute lebt das Business hauptsächlich von der richtigen Vermarktung in den Medien. Fahrer werden zu PR-Puppen und können sich nicht einfach nur auf das Rennfahren konzentrieren. Jedes einzelne Rennen wird zu einem Großevent aufgeblasen, zu dem sich zahlreiche große und kleine Prominenz blicken lässt. Die braucht es laut Lauda gar nicht: "Heut interessieren sich so viele Menschen für diesen Quatsch. Ich kann das nicht verstehen. Für mich ist das alles Unfug", poltert er.

Besonders Kurzzeitprominenz, die durch dubiose Auftritte im Fernsehen zu Ruhm kommen, sind dem Österreicher ein Dorn im Auge: "Ich hasse es: Die Z-Prominenten, Leute, die bekannt dafür sind, alles zu machen", winkt er ab. "Immer mehr dumme Geschichten machen Schlagzeilen."

Doch auch Lauda wird eben nicht um eine Erkenntnis herumkommen: "Alles hat sich geändert, die Gesellschaft hat sich verändert" - und der Sport eben auch.

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