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Formel 1: News

Marussia ab 2014 mit Ferrari-Motoren

Das Formel-1-Schlusslicht wird seine Turbo-Aggregate und Getriebe in Maranello beziehen - Geschäftsführer Webb hält neuen Deal für "wegweisend"

Wer die chronisch klamme und nicht weniger erfolgsfreie Marussia-Truppe für die kommende Formel-1-Saison schon abgeschrieben hatte, erlebt am Dienstag sein blaues - oder besser gesagt rotes - Wunder: Die britisch-russische Mannschaft hat einen langjährigen Motorendeal mit Ferrari eingetütet. Die Scuderia liefert ab 2014, wenn in der Königsklasse erstmals V6-Turbomotoren mit stark erhöhtem Anteil an Energierückgewinnung aufheulen. Ein "hocherfreuter" Andy Webb feiert den Coup als Rettung.

Der Marussia-Geschäftsführer jubelt: "Es ist unmöglich, die Relevanz dieser Sache für unser Team zu überschätzen", wird Webb in einer Pressemitteilung zitiert. "Nicht nur werden wir davon profitieren, Motorenkunde beim erfolgreichsten Hersteller in der Geschichte der Formel 1 zu sein. Wir erhalten auch eine nachhaltige Bestätigung unseres Engagements in diesem Sport und sehen uns darin bestärkt, unsere langfristigen Ziele weiter zu verfolgen." Neben den V6-Herzen erhält Marussia von Ferrari auch Getriebe und damit verbundene Teile.

Da beide Seiten von einer "technischen Partnerschaft" sprechen, bleibt Raum für eine Zusammenarbeit in weiteren Bereichen - hinzu kommt, dass mit Jules Bianchi bereits jetzt ein Ferrari-Junior bei Marussia unter Vertrag steht. Das Team greift derzeit nicht nur auf das KERS von Williams zurück, sondern im Rahmen einer Kooperation auch auf die Infrastruktur von McLaren zurück - fraglich, ob letzterer Deal mit dem neuen kombinierbar ist. Webb meint, dass der Schritt zur richtigen Zeit kommt: "Das neue Reglement für Antriebsstränge wird nächstes Jahr eingeführt und ist die wichtigste Entwicklung im Sport seit dem Debüt der V8-Aggregate."

Den signifikant erhöhten Stellenwert von KERS untermauere die These, findet Webb: "Für den Beitrag von Energierückgewinnung ist es noch wegweisender. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ferrari in dieser spannenden Epoche der Formel 1." Für Verflossene hat der Marussia-Geschäftsführer nur lobende Worte parat: "Cosworth, mit denen wir seit unserem Einstieg im Jahr 2010 zusammengearbeitet haben, danken wir", verteilt Webb einen Haufen Blumen zum Abschied vom bisherigen Partner.

"Einen wichtigen Teil der Reise unseres Teams sind wir zusammen gegangen, dabei war Cosworth ein wichtiger Bestandteil unseres Fortschritts", resümiert er wohlwollend. "Wir werden für den Rest der Saison weiter kooperieren, um unsere gemeinsamen Ziele vor dem Ausstieg von Cosworth aus dem Sport zu erreichen." Die zweite Turbo-Ära der Formel 1 bringt Bewegung auf den Motorenmarkt, schließlich hatten zuvor schon Toro Rosso und Williams (ab 2014 mit Renault respektive Mercedes im Bunde) und McLaren (ab 2015 mit Honda-Power) neue Deals eingefädelt.

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