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"Das hat alles keinen Charme mehr ..."

Ferrari-Präsident Montezemolo ist mit der aktuellen "Königsklasse" unzufrieden; wenn Ecclestone nicht reagiere, mache er es eben selbst.

So heftig wie in diesem Jahr stand die Formel 1 vielleicht noch nie in der Kritik. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass die Zuschauerzahlen weltweit zurückgegangen sind, äußern sich zahlreiche Schlüsselfiguren in regelmäßigen Abständen missbilligend über das neue Reglement und die dadurch bedingte Überlegenheit eines einzelnen Teams. Ob Fahrer wie Sebastian Vettel oder Manager wie Luca di Montezemolo – kaum jemand spart mit Tadel.

Die Ursache: Sie alle wollen etwas verändern. Die Wirkung: Der Ruf der Formel 1 wird mit jeder Aussage schlechter, weil die geforderten Veränderungen – die allerdings auch nicht von allen unterstützt werden – ausbleiben. Nun hat sich Ferrari-Boss Montezemolo erneut zu Wort gemeldet und droht dem Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, die Angelegenheit – wenn nötig – selbst in die Hand zu nehmen.

Er habe den 83jährigen bereits vor einem Monat in einem Brief gebeten, ein Krisentreffen einzuberufen. "Wenn er das nicht macht, mache ich es selbst. Das sehe ich als meine Pflicht", so der Italiener gegenüber Focus. Besonders die diversen Sparansätze des neuen Reglements stoßen dem Chef der Scuderia sauer auf: "Das hat alles keinen Charme mehr, wir müssen dringend etwas tun. Die Regeln sind viel zu kompliziert, die Piloten fahren wie Taxifahrer."

Zwar seien die Rennen noch immer populär, doch so wie im Moment gehe es nicht weiter. "Sie sollen Sprit und Reifen sparen, statt schnell zu sein, halten andauernd an – das versteht kein Zuschauer mehr, weder vor den Fernsehern noch auf der Tribüne", ist sich Montezemolo sicher. Seiner Meinung nach soll ein Team selbst entscheiden können, wieviel Sprit und Reifen es verbrauchen will. "Früher hat einfach der beste Mann im besten Auto gewonnen", bedauert der 66jährige den Verlust des Sprintcharakters der Grands Prix.

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