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Formel 1: News

„Wieso geben sie nicht einfach weniger aus?“

Die Strategiegruppe mit Ecclestone, FIA und sechs Teams hat die für 2015 geplante Kostenlimitierung auf 200 Millionen Dollar blockiert – vier kleine Teams schreiben Brief an die FIA…

Eigentlich sollte im kommenden Jahr eine Kostenobergrenze von 200 Millionen US-Dollar beim Teambudget eingeführt werden. Diese wurde im April allerdings von der Strategiegruppe blockiert - einem Gremium bestehend aus Bernie Ecclestone, der FIA und den sechs führenden Rennställen. "Die Teams können doch ihre Kosten deckeln, also wieso geben sie nicht einfach weniger aus? Ich denke nicht, dass sie eine generelle Deckelung brauchen", so Ecclestone.

"Die Leute, die keine Obergrenze benötigen, werden schon ihren Weg finden", glaubt der 83-Jährige. Die Teams neigen dazu, alles Geld, was sie einnehmen, in winzige Verbesserungen auf der Rennstrecke zu stecken, was zu einem Wettrüsten über das Budget führt. Die Gründung der Strategiegruppe im vergangenen Jahr und vor allem ihre jüngste Entscheidung, die Kostendeckelung noch zu kippen, haben großen Unmut bei den kleinen Teams hervorgerufen, die kein Mitspracherecht besitzen und vom Budgetlimit profitiert hätten.

Am 10. April hatten die vier kleinsten Teams - Marussia, Caterham, Sauber und Force India - einen Brief an FIA-Präsident Jean Todt verfasst, in dem sie ihre Unzufriedenheit über die abgeschmetterte Kostendeckelung ausdrückten und Bedenken äußerten, dass die Strategiegruppe gegen das Europäische Wettbewerbsgesetz verstoße.

Der böse Brief

Darin hieß es: "Die Europäische Kommission befasst sich mit Wettbewerbspolitik im sportlichen Marktsektor, indem sie auf gewisse Kriterien zurückgreift, um zu entscheiden, ob sportliche Geschäfte spezielle Charakteristika aufweisen, die sie von anderen allgemeinen Geschäften und solchen, bei denen die Anwendung spezieller Regeln erlaubt ist, unterscheiden. Andernfalls fiele der Fall nicht unter das Wettbewerbsgesetz. Die Formel 1 genießt eine solche Unterscheidung durch die Art, wie sie agiert."

"Wir glauben, dass die Aktionen der Strategiegruppe und ihre Akzeptanz durch die FIA und die CRH gegen viele dieser speziellen Charakteristika verstoßen und die grundlegende Sinnhaftigkeit einiger Wettbewerbsregeln, die dem Sport auferlegt sind, infrage stellen." Ecclestone hingegen meint, dass die Strategiegruppe durch Streckenperformance gerechtfertigt werden soll. "Es gibt vier Teams, die nicht in der Strategiegruppe sind. Und warum nicht? Weil sich die anderen bis 2020 in der Formel 1 verpflichtet haben und empfindliche Garantien abgegeben haben, sollten sie sich nicht daran halten."

"Die Teams, die nicht drin sind, hätten ohnehin nicht die Performance, selbst wenn sie das Geld aufbringen könnten. Die anderen sind drin, weil in der Formel 1 alles nach Performance geht und wie lang sie schon dabei sind", so Ecclestone. Der Brief der Teams hatte zu einem Treffen Anfang Mai geführt, bei dem Todt, Ecclestone und alle elf Teams dabei waren.

Wieder Kritik an den V6-Motoren

Die führenden Rennställe schlugen vor, Kosten durch die Abschaffung von Reifenwärmern oder die Wiedereinführung einer aktiven Radaufhängung und anderer Standardteile zu senken. Das konnte Todt jedoch nur mäßig beeindrucken; später meinte er: "Was wurde da vorgeschlagen? Das war ein Witz." Ecclestone erklärte, dass ein Weg, die Kosten zu reduzieren, gewesen wäre, die neuen V6-Turbo-Motoren auszusortieren, die in diesem Jahr eingeführt worden sind und noch immer für ihren leisen Klang kritisiert werden.

Ferrari, Mercedes und Renault hatten etwa 500 Millionen US-Dollar in die Entwicklung der Aggregate gesteckt, andere Teams müssen bis zu 25 Millionen pro Jahr dafür zahlen. "Sagt mir, was die Idee hinter einer Budgetgrenze ist - Kosten zu sparen", so Ecclestone. "Und dann stecken wir diesen Motor ins Auto, und er kostet das Vierfache von dem, was sein Vorgänger gekostet hat. Und die Hersteller kostet er ebenfalls eine gewaltige Summe Geld."

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