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GP2 Series: Monte Carlo

Binder bleibt im Verkehr stecken

Stephane Richelmi hat das Sprintrennen der GP2 in Monaco gewonnen und seinen ersten Sieg gefeiert, Rene Binder nur auf Platz 20.

Es war nicht der ganz große Kracher wie am Vortag, doch Stephane Richelmi dürfte den heutigen Tag nicht so schnell vergessen: Ausgerechnet beim Heimspiel im Fürstentum feierte der Monegasse seinen ersten GP2-Sieg. In einem äußert statischen Rennen führte der DAMS-Pilot das Feld von Start bis ins Ziel an und verwies überraschend Sergio Canamasas (Trident) mit 2,1 Sekunden Abstand auf Rang zwei, Dritter wurde Rio Haryanto (Caterham/+8,2).

Ungefährdet fuhren die drei Piloten zur Siegerehrung in die Fürstenloge, denn zum Viertplatzierten Johnny Cecotto jun. (Trident) klaffte bereits eine Lücke von über 25 Sekunden. Der Venezolaner hielt das komplette restliche Feld auf und führte den Zug als kompakte Schlange um den Kurs in Monte Carlo. Arthur Pic (5./Campos), Mitch Evans (6./Russian Time), Vortagessieger Jolyon Palmer (7./DAMS) und Adrian Quaife-Hobbs (8./Rapax) fanden keinen Weg vorbei und mussten sich mit den hinteren Punktplatzierungen zufriedengeben.

Mit nur vier Ausfällen und wenig Action im Sprintrennen gab es für die von hinten gestarteten deutschsprachigen Piloten nichts zu holen. Daniel Abt (Hilmer), Simon Trummer (Rapax) und Rene Binder (Arden) reihten sich in den Cecotto-Zug mit ein und landeten am Ende auf den Positionen 17, 18 und 20.

Das Rennen wurde nämlich nur vorne entschieden: Am Start verteidigte Richelmi von Pole seine Führung, musste sich allerdings dem Angriff von Rio Haryanto erwehren. Der Indonesier verbremste sich in Kurve 1 aber leicht und musste Sergio Canamasas passieren lassen. Auf Rang vier lag zu diesem Zeitpunkt Felipe Nasr (Carlin), doch der Brasilianer machte den gleichen Fehler wie Nico Rosberg im Qualifying der Formel 1 und fuhr in der Mirabeau in den Notausgang, wo sein Rennen beendet war.

Auch beide MP-Boliden mussten noch in der Anfangsphase Federn lassen: Tio Ellinas kollidierte am Casino mit Artjom Markelow (Russian Time), Daniel de Jong wurde in der Haarnadel am ehemaligen Loews-Hotel von Raffaele Marciello (Racing Engineering) in die Leitplanke geschickt. Während die MP-Jungs Schäden am Auto davontrugen, bekamen ihre Unfallgegner jeweils eine Durchfahrtsstrafe ausgesprochen.

An der Spitze setzten sich Richelmi und Canamasas vom Rest des Feldes ab, und auch Haryanto konnte Cecotto im Rückspiegel immer kleiner werden lassen. Doch kurz vor Rennhalbzeit war der Vorsprung wieder egalisiert, als Markelow seinen Boliden in Sainte Devote in die Leitplanke schmiss und das Safety-Car heraufbeschwor. Während die Crew des Russen kopfschüttelnd in der Box stand, stieg Markelow unverletzt aus dem Auto.

Nach dem sauberen Re-Start präsentierte sich den Fans in Monaco das gleiche Bild wie zuvor: Richelmi und Canamasas setzen sich von Haryanto ab - und dieser sich von Cecotto. Da aber kein Pilot mehr eine unüberlegte und wilde Aktion startete, fuhr das Feld wie an der Perlenschnur aufgereiht über die Ziellinie. Richelmi feierte seinen ersten GP2-Sieg, Canamasas sein erstes GP2-Podium.

In der Gesamtwertung baute Jolyon Palmer (103 Punkte) seinen Vorsprung weiter aus, obwohl er als Siebter nur zwei Punkte aus dem Rennen mitnehmen konnte, da der Zweitplatzierte Felipe Nasr (57) nach seinem Fehler heute ohne Zähler blieb. Auf Rang drei schob sich nach diesem Wochenende Johnny Cecotto jun. (49). Die GP2 macht jetzt einen Monat Pause, bevor auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg das vierte Saisonwochenende ansteht.

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