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Formel 1: Interview Maurizio Arrivabene, Sergio Marchionne, Montreal 2015

Reglement 2017: Ferrari macht Druck

Ferrari-Boss Marchionne fordert rasche Lösungen für 2017, sonst stehe die Formel 1 auf dem Spiel; worauf es seiner Ansicht nach ankommt.

Die Formel-1-Entscheidungsträger sind sich einig: In der Formel 1 bedarf es einiger Reglementänderungen, um den Sport wieder attraktiver zu machen. Das war es aber auch schon wieder mit der gemeinsamen Linie. Das vergangene Meeting der Strategiegruppe, das ohne handfestes Ergebnis endete, möge als Beweis dienen: Die Idee, Tankstopps wieder einzuführen, wurde zunächst zwar groß präsentiert, in der Folge aber wegen heftigen Widerstands gleich wieder fallengelassen.

Nun fordert Ferrari-Boss Sergio Marchionne ein effizienteres Vorgehen, um für 2017 bereit zu sein, sonst würde man laut des Italieners eine historische Chance vergeben. "Das ist das Jahr, in dem wir die Regeln entscheidend verändern können, was die Konstruktion der Autos, die Leistung und die aerodynamischen Details angeht", sagt der Nachfolger von Luca di Montezemolo gegenüber Autosport. "Wir müssen uns beeilen und es hinter uns bringen."

Eine Anspielung darauf, dass Reglementänderungen für die Saison 2017 offiziell nur noch bis März 2016 mit Mehrheitsbeschluss in der Strategiegruppe und in der Formel-1-Kommission durchführbar sind – ab dem 1. März 2016 ist dies nur noch über Einstimmigkeit möglich. "Zu sagen, dass Bernie, ich und die anderen Konstrukteure mit den Entwicklungen des Sports in den vergangenen vier oder fünf Jahren glücklich sind, wäre Blasphemie", spricht er Klartext.

Er selbst habe mit den Mercedes-Verantwortlichen Dieter Zetsche, Toto Wolff und Niki Lauda Gespräche geführt, und das Ergebnis war laut Marchionne eindeutig: "Wir alle wissen, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden müssen." Abgesehen von notwendigen Kostensenkungen müsse vor allem der Zuschauer wieder mehr auf seine Kosten kommen.

"Es sollte doch die Königsklasse des Motorsports sein", stellt Marchionne klar. "Nichts ist technisch fortgeschrittener als das, und nirgendwo ist das Ergebnis ungewisser, da eine Mischung aus Mensch und Technologie zum Tragen kommen. Das sollten wir nicht zerstören." Wichtig sei es aber, den richtigen Mix aus Technologie und Unterhaltung zu finden: "Das müssen wir in ein Produkt umwandeln, das das Publikum anzieht, was ganz entscheidend ist."

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