MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

„Und plötzlich haben mich alle ignoriert“

Van der Garde spricht nach seinem freiwilligen Rückzug aus dem Sauber-Cockpit: „die Situation sollte so nie mehr passieren dürfen.“

Giedo van der Garde hat seinen Traum von einem Grand-Prix-Cockpit zwar für immer ad acta gelegt, doch er glaubt, dass sein erfolgreicher Gerichtsprozess gegen das Sauber-Team die Formel 1 für immer verändern wird. Bekanntlich erhält er ein "Schmerzensgeld" von 15 Millionen Euro dafür, dass er trotz eines bestehenden Vertrags 2015 keine Rennen fahren darf.

"Alles in allem war die Sache gut", wird van der Garde von der niederländischen Fachzeitschrift Formule 1 zitiert. "Sicher, ich habe den Sitz verloren, mein Traum ist geplatzt, aber ich denke, dass das die Formel 1 verändern könnte. Ich habe mit Alexander Wurz gesprochen, dem Vorsitzenden der GPDA (Fahrergewerkschaft; Anm. d. Red.). Er findet auch, dass es mehr Fairness in der Formel 1 geben muss. Ich hoffe, dass er damit Erfolg hat, denn so etwas darf nie wieder passieren."

Van der Gardes Schwiegervater Marcel Boekhoorn hatte Anfang 2014 mehrere Millionen an Sauber überwiesen, um für den Lebensgefährten seiner Tochter zunächst einen Test- und ab 2015 einen Rennvertrag zu vereinbaren. Sauber wurde jedoch vertragsbrüchig, streifte das Geld ein, vergab die Renncockpits aber an Marcus Ericsson und Felipe Nasr, die noch einmal frisches Geld mitbrachten. Das Gericht enttarnte dies aber als vertragsbrüchiges Verhalten.

Van der Garde klagte sich vor Melbourne erfolgreich ins Cockpit, ehe er freiwillig auf ein Antreten verzichtete. "Das hat sich sehr eigenartig angefühlt", sagt er im Nachhinein. "Ich hätte zum Team kommen und sagen sollen: 'Hallo, ich bin hier, um zu fahren.' Aber als ich im Motorhome ankam, sagte niemand was zu mir. All die Leute, die davor für mich gearbeitet haben, ignorierten mich plötzlich. Niemand schaute mich an. Da dachte ich mir schon: 'Was soll das?'"

"Ich bin zu Beat (Zehnder, Teammanager; Anm. d. Red.) gegangen. Er zeigte mir einen Rennoverall und gab mir Schuhe und sagte: 'Hier hast du.' Ich zog mich in der Garage für die Sitzanpassung um, aber die Pedale waren für Ericsson eingestellt. Nichts konnte geändert werden. Sie passten nicht einmal den Schaum an, nichts. Bis auf zwei Mechaniker wurden alle weggeschickt. Das war sehr merkwürdig, denn normalerweise sind alle da und arbeiten", sagt er.

Sauer stößt van der Garde auf, dass sein Schwiegervater es war, der mit seinen Millionen die Jobs dieser Mitarbeiter gerettet hat. "Auf einmal waren wir deren Feinde", wundert er sich. "Ich verstehe ja, dass sie besorgt waren, als ihre Jobs gefährdet waren, aber ich finde, wir hätten ein bisschen mehr Anerkennung verdient." Nur die Ingenieure hätten ihn normal behandelt: "Es war schön, diesen Respekt zu erfahren, auch von anderen Fahrern und Teamchefs."

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Red Bull hat seine Farben für die neue Formel-1-Saison präsentiert: Das Design für den RB22 erstrahlt für die Partnerschaft mit Ford in einem neuen Glanz

In Erinnerung an Dietrich Mateschitz

DM01 ist erster Red-Bull-Motor mit Ford

"Sein Traum": Red Bull benennt die erste eigene F1-Antriebseinheit in Kooperation mit Ford zu Ehren von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz

MotoGP 2026: Pramac

Pramac zeigt seine Farben

Pramac zeigt als erstes MotoGP-Team der Saison 2026 seine Lackierung der Yamaha M1 - Alle Augen auf Neuzugang und Superbike-Star Toprak Razgatlioglu

Haas hat sein Design für die Formel-1-Saison 2026 vorgestellt - Mit dem neuen Titelpartner Toyota Gazoo Racing hat sich auch der Look des Autos leicht verändert

Überarbeitetes Markenlogo

Honda präsentiert neue Power-Unit RA626H

Honda hat am Dienstag bei einer Präsentation in Tokio die neue Power-Unit für die Formel-1-Saison 2026 vorgestellt: Welchen Namen die Antriebseinheit tragen wird

Pizzonia: Habe Sohn verteidigt

Ehemaliger Williams-Pilot in den USA verhaftet

Antonio Pizzonia wurde am Wochenende in Texas verhaftet - Der ehemalige Formel-1-Pilot wollte laut eigener Aussage seinen Sohn vor einem anderen Mann verteidigen