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Formel 1: Technik

Test von neuen „Crashkameras“ noch 2015

Die „Crashkameras“, Cockpitkameras mit Blick auf Fahrer zur Unfallanalyse, sollen noch in dieser Saison getestet werden - für Saison 2016 Pflicht?

Bereits seit einiger Zeit gibt es Pläne zur Einführung von sogenannten "Crashkameras" in der Formel 1. Dabei handelt es sich um Kameras, die an den Autos befestigt werden und auf die Köpfe der Piloten gerichtet sind. Im Falle eines Unfalls soll so später genau analysiert werden können, welche Kräfte bei dem Crash auf den Kopf des Fahrers gewirkt haben. Nun rückt die Einführung der Kameras offenbar näher: Noch in diesem Jahr sollen sie erstmals in einem Freien Training getestet werden, 2016 sollen sie dann offiziell eingeführt werden.

Bei den Kameras handelt es sich um kleine Einheiten, die ungefähr die Größe eines USB-Sticks haben und vorne am Cockpit angebracht werden. Die High-Tech-Kameras sollen 400 Bilder pro Sekunde aufnehmen, um dem Automobil-Weltverband (FIA) eine extrem detaillierte Analyse zu ermöglichen. Hersteller Magneti Marelli arbeitet nun bereits seit einem Jahr an der Entwicklung der Kameras.

"Wir haben bereits seit langer Zeit Onboard-Aufnahmen von Unfällen, die auch nützlich sind. Aber natürlich haben die eine sehr langsame Geschwindigkeit und zeigen nicht, was mit dem Fahrer in den Millisekunden des Einschlags passiert", erklärt Andy Mellor, Sicherheitsberater beim FIA-Institut. Mit den neuen High-Speed-Kameras soll in Zukunft genau das möglich sein.

Laut Mellor denkt die FIA bereits seit vielen Jahren über solche Kameras nach, allerdings war die Technologie bisher noch nicht ausgereift genug. Das scheint sich nun geändert zu haben, denn ab der Saison 2016 sollen die "Crashkameras" in der Formel 1 Pflicht werden. Die Formel-1-Kommission hat daher bereits einen Vorschlag zur Änderung des sportlichen Reglements zu Papier gebracht.

Artikel 27.2 des Reglements befasst sich mit der Datenaufzeichnung bei Unfällen. Aktuell ist dort lediglich ein Unfall-Datenrekorder der FIA vorgeschrieben. Für 2016 sollen die Absätze b) und c) angepasst werden. Im Vorschlag heißt es: "b) Zum Zweck der Unfallanalyse muss jedes Auto mit einer High-Speed-Kamera ausgerüstet sein, die von einem Hersteller entwickelt werde, den die FIA auswählt [...]."

Die Kamera muss "bei allen Events und allen Tests, an denen mehr als ein Team teilnimmt, am Auto befestigt sein." Im Vorschlag zu Abschnitt c) ist außerdem die Rede davon, dass die Piloten Beschleunigungssensoren in ihren Ohren tragen müssen. Diese können bei einem Unfall, in Kombination mit der Kamera, weitere wertvolle Daten liefern, die anschließend zur weiteren Analyse in die World Accident Database der FIA fließen.

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