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Formel 1: Interview

Villeneuve: Rennsport oder Hollywood?

Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve rät der Formel 1, nicht zu sehr auf Show zu setzen, denn dieser Weg könne nicht erfolgreich sein.

Mit Neuerungen wie dem umstrittenen Ausscheidungsqualifying versucht die Formel-1-WM aus ihrer gefühlten Popularitätskrise zu entkommen – mit zweifelhaftem Erfolg. Das verwundert Jacques Villeneuve nicht. Der Weltmeister der Saison 1997 glaubt, dass die Formel-1-WM nur verlieren kann, wenn sie Trends hinterherläuft und zu sehr auf Showelemente setzt.

"Die Formel 1 ist keine künstliche Hollywood-Show", wird der Kanadier von der französischen Tageszeitung Le Figaro zitiert. "Jedes Mal, wenn sie sich in diese Richtung bewegt, geht das Interesse an ihr verloren", lautet Villeneuves Mahnung.

Schon das Bestreben, die attraktivste Sportart der Welt zu werden, sei völlig falsch, meint Villeneuve, denn dieser Weg sei von vornherein zum Scheitern verurteilt. "Wollen wir wie die X-Games im Extremsport sein? Wollen wir Teenager anlocken, die ihr Leben im Internet verbringen und alle zehn Minuten etwas Neues ausprobieren?", fragt sich der Kanadier.

"So wird die Formel 1 nie sein", lautet seine Feststellung. "Sollte eine Entscheidung in diese Richtung getroffen werden, wäre das das Ende der Formel 1." Vielmehr sollte die Formel-1-WM Villeneuves Ansicht nach vor allem wieder einen Wert verkörpern, der aktuell zu kurz komme: "Sie muss vor allem glaubwürdig sein."

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