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Formel 1: Interview

Interlagos: Verlust der F1 verkraftbar

Tama Rohonyi, der Promoter des Grand Prix von Brasilien, ist sich sicher: Interlagos könnte auch gut ohne die Formel-1-WM auskommen.

Nachdem FOM-Geschäftsführer Bernie Ecclestone zuletzt mit der Aussage für Aufsehen gesorgt hatte, die Strecke in Interlagos vielleicht kaufen zu wollen, meldete sich nun Tama Rohonyi, der Promoter des dortigen Formel-1-Rennens, zu Wort. Er gehe davon aus, dass das Autódromo José Carlos Pace den Verlust der Serie verkraften könnte. "Wir würden sofort ein anderes internationales Rennen für die Strecke finden", gab er sich gegenüber Autosport selbstbewusst.

"Die Leute kommen nach Interlagos, weil sie Motorsportfans sind. Einmal im Jahr wollen sie ein großes internationales Rennen", erklärte Rohonyi und zieht einen Vergleich: "Es ist so, als würde Pavarotti sterben – dann brauchst du eben einen anderen Sänger. Du hast ein Opernhaus und musst es füllen. Das werde ich auch tun. Ich habe deswegen keine schlaflosen Nächte."

Der Große Preis von Brasilien steht aktuell auf der Kippe, weil die wirtschaftliche Situation des Landes ein Loch in das Budget gerissen habe, bestätigt Rohonyi. "Wir haben staatliche Unternehmen als wichtige Sponsoren verloren", gab der Promoter weiters zu Protokoll, blieb aber dennoch zuversichtlich, dass es mit der Veranstaltung auch in den kommenden Jahren weitergehen würde.

Der aktuelle Vertrag mit der Formel-1-WM läuft noch bis 2020, doch für 2017 steht das Rennen momentan nur unter Vorbehalt im provisorischen Kalender. Rohonyi glaubt zu wissen, was einer endgültigen Bestätigung hülfe. "Die einzige Möglichkeit, einen Strich unter die Sache zu machen, wäre eine Vertragsverlängerung bis 2024 oder 2028", erklärte er und verwies darauf, dass eine langfristige Planung wichtig für Investoren und Sponsoren sei.

Um die Zuschauerzahlen macht sich Rohonyi indes keine Sorgen. Zwar wird 2017 mit Felipe Massa ein Publikumsmagnet wegfallen, doch der Promoter erklärte im Hinblick auf die 55.000 Zuschauer am Renntag: "Dieses Land hat 200 Millionen Einwohner. Man kann durchaus davon ausgehen, dass es darunter 55.000 gibt, die so verrückt nach der Formel-1-WM sind, dass sie weiterhin kommen werden, um die besten Fahrer zu sehen."

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