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WEC: Spa

Porsche überrascht mit Pole-Position

Toyota wird im Qualifying in Spa-Francorchamps überraschend von Porsche übertrumpft - Low-Downforce-Fahrzeuge stark - Ferrari holt GT-Pole.

Fotos: Porsche

Damit war nicht zu rechnen: Nach drei Toyota-Bestzeiten in den Freien Trainings schlug Porsche im Qualifying zurück. Neel Jani und Andre Lotterer verwiesen die drei Toyota TS050 Hybrid mit einem deutlichen Vorsprung auf die Plätze zwei bis vier. Der Rundendurchschnitt von 1:54.097 Minuten war am Ende fast sechs Zehntelsekunden schneller als der des besten Toyotas. Die Kölner rannten immer wieder in Verkehr; der Low-Downforce-Bolide zeigte sich auf Augenhöhe mit den Hochabtriebs-LMP1.

Die 25 Minuten, die auf der langen Strecke von Spa-Francorchamps ohnehin schon vergleichsweise kurz ausfallen, wurden noch einmal verkürzt, als Witali Petrow im Manor-Oreca #25 (Gonzales/Trummer/Petrow) in der namenlosen Kurve zwischen Rivage/Bruxelles und Pouhon abflog. Genau dort hatte er schon 2010 in der Formel 1 einen Unfall. Durch die folgende Unterbrechung blieben den LMP-Teams effektiv nur 21 Minuten für die Jagd auf die Pole-Position Zeit.

Neel Jani legte den Grundstein für die Porsche-Pole mit einer Zeit von 1:53.756 Minuten. "Eine unglaubliche Runde", staunt Teamkollege Lotterer, der es etwas konservativer anging. Allerdings war im ersten Anlauf Stephane Sarrazin im Toyota 1 (Jani/Lotterer/Tandy) war somit nur noch Formsache. Rundendurchschnitt: 1:54.097 Minuten.

Toyota bleibt im Verkehr stecken

Die beiden High-Downforce-Toyotas wurden beide auf schnellen Runden aufgehalten, unter anderem durch einen Dreher des ByKolles-CLM ausgangs der Bus-Stop-Schikane. Mike Conway und Kamui Kobayashi konnten für den Toyota 8 (Davidson/Buemi/Nakajima; +0,810 Sekunden) und der Porsche #2 (Bernhard/Bamber/Hartley; +1,343) rundeten die LMP1-Werksteams ab.



In der LMP2 fuhr zum zweiten Mal hintereinander das G-Drive-Team 36 (Dumas/Menezes/Rao) vor der #35 (Ragues/Negrao/Panciatici). Manor und Rebellion folgen auf den weiteren Plätzen, der ByKolles-CLM landete mitten im LMP2-Feld.

Schon im Vorfeld des Qualifyings wurden zwei LMP2-Teams bestraft: Der gaststartende Tockwith-Ligier 28 (Perrodo/Collard/Hanley) wurden im Freien Training mit einer illegalen Messeinrichtung zur Überwachung der Bodenfreiheit erwischt und müssen im Rennen eine Durchfahrtsstrafe in der Anfangsphase absolvieren.

Ferrari rahmt Ford ein

Ferrari und Ford machten die besten Plätze in der GTE Pro unter sich aus. Es war eine klare Zweiklassengesellschaft, denn Porsche und Aston Martin waren im Qualifying-Trimm chancenlos. Die AF-Corse-Piloten Davide Rigon und Sam Bird holten in 2:15.017 Minuten Durchschnitt die Pole-Position bei den GT-Boliden. "Wir haben hart gearbeitet und es ist nie leicht in Spa, die Pole zu holen" freut sich Rigon. "Es ist schön, dass wir nach den Ereignissen in Silverstone (wo die #71 nur auf Rang fünf kam; Anm. d. Red.) jetzt wieder zurück sind. Wir haben ein gutes Auto über eine Runde gehabt, aber im Rennen könnte es enger werden."


Die beiden Ford GT landeten auf den Plätzen zwei und drei. Die 67 (Priaulx/Tincknell/Derani; +0,548) vorn. Etwas enttäuscht sein werden James Calado und Alessandro Pier Guidi, die mit 0,748 Sekunden Rückstand auf die Teamkollegen nur auf Rang vier kamen. Die beiden Porsche 911 RSR hatten auf den Plätzen fünf und sechs schon 1,8 und knapp zwei Sekunden Rückstand, Aston Martin lag sogar bis zu 2,6 Sekunden im Durchschnitt zurück.

In der GTE Am wurde es spannend, weil dem favorisierten Aston Martin 77 (Ried/Cairoli/Dienst) und dem Spirit-of-Race-Ferrari #54 (Flohr/Castellacci/Molina).

Das Rennen startet am Samstagnachmittag um 14:30 Uhr.

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