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Brawn: Teams sträubten sich gegen Finne

Als die Heckflosse für große Startnummern kommen sollte, bezeichneten die Teams sie als "fürchterlich", nun wollen sie sie nicht abschaffen - Brawn: "Frustrierend!"

Der Streit um die ästhetisch fragwürdigen Heckflossen der neuen Formel-1-Boliden spitzt sich zu. Wie Liberty Medias Sportchef Ross Brawn gegenüber Autosport erklärt, hätten die Teams, die sich derzeit offenbar mehrheitlich gegen ein Verbot sträuben, zu einem früheren Zeitpunkt gegen die Einführung der sperrigen Aerodynamikbauteile opponiert - und sogar eingeräumt, dass sie optisch eine Zumutung seien. "Die Hälfte der Teams wollte sie nicht, da sie fürchterlich wären", so Brawn.

Im vergangenen Winter gab es wohl eine Kehrtwende - als die Designer und Ingenieure merkten, dass sie mit den Segeln hinter der Airbox den Heckflügel besser anströmen und die Boliden in den Kurven schneller machen können. Die Intention der FIA, die die Sache erstmals auf die Agenda brachte, war eine ganz andere: "Wir haben uns die Idee mit der Haifischflosse einfallen lassen - weil es so einfach gewesen wäre, darauf eine große Startnummer anzubringen", klärt Brawn auf.

Der Brite ärgert sich darüber, dass die Teams die Sache verteidigen, sobald sie ihnen einen Vorteil bringt, sie aber nicht zum Wohle der Rennserie handeln. "Das Frustrierende ist, dass Jean Todt ständig dafür plädiert hat, die Startnummern seitlich an den Autos anzubringen, damit die Fans auf der Tribüne erkennen, um welchen Wagen es sich handelt. Weil es nicht jeder sofort am Helm erkennt", schnauft ein verärgert Brawn. Den Mannschaften seien sogar Fotomontagen vorgelegt worden.

Die Krux: Um die Flossen in der laufenden Saison 2017 noch zu verbieten, wie es Red Bull bereits fordert, braucht es entweder Einstimmigkeit unter den Teams oder Sicherheitsgründe, die die FIA nachweisen müsste, aber nicht nachweisen kann. Hinzu kommt, dass die Befürworter erkannt haben, dass sich auf den Flächen auch Sponsoren prominent unterbringen lassen. "Wir haben die neuen Regeln auch damit verkauft, dass die Autos besser aussehen würden", schüttelt Brawn den Kopf.

Er fordert, bei der nächsten großen Regeländerung sicherzustellen, dass sich der Fall nicht wiederhole. Brawn appelliert an die Teams, Liberty zu vertrauen und zu glauben, dass von den Verantwortlichen zum Wohle der Allgemeinheit gehandelt würde: "Wir können keinen Schalter umlegen, sondern nur hoffen, dass die Leute verstehen, dass wir uns im Grunde unseres Herzens für den Sport einsetzen wollen."

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