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Formel-1-Test: Barcelona II

Williams vorne, McLaren-Honda leidet

Zum Start der zweiten Testwoche fährt Felipe Massa zur Bestzeit für Williams; Ferrari setzt auf Softpneus; Mercedes experimentiert.

Williams-Pilot Felipe Massa hat den insgesamt fünften Tag der Formel-1-Testfahrten in Barcelona an der Spitze der Zeitenliste abgeschlossen. Die Bestmarke des Brasilianers vom Vormittag (1:19,726) wurde nicht mehr geknackt; außerdem demonstrierte er mit 168 abgespulten Runden die Zuverlässigkeit des FW40. Die WM-Favoriten begnügten sich zu Beginn der zweiten Testwoche mit 'long runs' und dem Testen neuer Bauteile.

Bei RB Racing herrschten trotz eines ersten Ausrufezeichens in Form eines zweiten Platzes (+ 0,174 Sekunden) gemischte Gefühle: Daniel Ricciardo erreichte die Zeit nur dank Ultrasoftreifen, also mit weicheren Pneus als Massa, und konnte nach einem Abstecher ins Kiesbett bei weiteren Versuchen einer mutmaßlichen Qualifyingsimulation nicht mehr zulegen. Trotzdem war der RB13 schon deutlich schneller als zuvor.

Außerdem musste der Australier wegen Setuparbeiten nach der Mittagspause fast zwei Stunden in der Garage bleiben. Immerhin gab es keine weiteren Technikpannen, auch wenn die Laufleistung mit 89 Runden verglichen mit der Konkurrenz bescheiden ausfiel. Ricciardo bilanzierte gegenüber der offiziellen F1-Website verhalten: "Das Tempo wird langsam besser. Ich bin glücklich." Er versprach eine weitere Steigerung: "Ich denke, dass wir diese Woche das wahre Potenzial des Autos sehen werden."

Vettel Schnellster auf Softreifen

Die beste Runde von Sebastian Vettel (Ferrari; 1:19,906; + 0,180) war gut genug für den dritten Platz und der schnellste Umlauf der bisherigen Testfahrten auf Softreifen. Der Deutsche unterbot damit seine eigene Bestmarke aus der Vorwoche um 0,046 Sekunden und machte mit 168 Runden auch deutlich, dass der SF70H zuverlässig ist.

Mercedes konzentrierte sich auf das Erproben neuer Aerodynamikteile sowie auf 'long runs' mit viel Sprit und Softreifen. Lewis Hamilton (4.; + 0,730) setzte am Vormittag auf eine Heckfinne und einen T-Flügel, Valtteri Bottas (5.; + 1,198) hingegen verzichtete am Nachmittag auf die Trennwand hinter der Lufthutze. Überdies erforschte das deutsche Weltmeisterteam überarbeitete Luftleitbleche und einen neuen Unterboden.

Der Brite war dennoch unzufrieden: "Heute ist es nicht gut gelaufen. Das lag an der Abstimmung, außerdem war es sehr warm. Deshalb haben die Reifen schnell abgebaut", monierte Hamilton bei Sky Sports. Er zeigte sich zumindest froh, bei schwierigen Bedingungen nicht abgeflogen zu sein: "Vielleicht war unser Auto nicht ganz im Arbeitsfenster. Da wir auch auf den Unterboden achten mussten, gab es gute und nicht so gute Kurven. Ich bin nicht sehr enthusiastisch – einfach deshalb, weil ich am Morgen nicht viel zum Fahren gekommen bin."

Gar nicht rund lief es bei Renault: Infolge eines Sensorproblems, das den kompletten Tausch des Antriebs notwendig machte, übernahm Nico Hülkenberg am Nachmittag erst mit Verspätung das Auto von Jolyon Palmer. Der Deutsche konnte immerhin noch 57 Runden drehen und landete auf dem siebenten Rang (+ 1,863), noch hinter seinem Nachfolger bei Force India, Esteban Ocon (6.; + 1,621), aber vor Haas-Pilot Kevin Magnussen (8.; + 1,950). Warum Hülkenberg gegen Ende ausrollte, blieb zunächst unklar. Entweder war es der nächste Technikdefekt, oder Renault wollte das Auto ganz bewusst leerfahren, um den Spritverbrauch exakt zu bestimmen.

Wieder Debakel für Toro Rosso, McLaren

Bei Toro Rosso und McLaren jagt weiterhin eine Panne die nächste: Während die Italiener nach der Mittagspause aus ungeklärter Ursache zwei Stunden lang nicht zu sehen waren, verbrachte der britische Rennstall weite Teile des Tages damit, am von Stoffel Vandoorne (10.; + 2,811) pilotierten MCL32 das Honda-Aggregat zu wechseln. Wie zu hören war, handelte es sich bei dem offiziell als Elektrikdefekt bezeichneten Vorfall um den nächsten Motorschaden.

"Es ist für alle frustrierend", seufzte Rennleiter Éric Boullier; es handle sich um Schäden, die schon in der ersten Testwoche aufgetreten seien. "Das können wir lösen", versprach der Franzose. Der allererste Sauber-Arbeitstag von Pascal Wehrlein (11.; + 1,610) war nach seiner Verletzungspause bereits zu Mittag beendet; der Deutsche wurde allerdings plangemäß von seinem Teamkollegen Marcus Ericsson (12.; + 1,904) abgelöst.

Rundenzeiten, Dienstag (7. März):

 1.  F. Massa       Williams     1:19,726  168 Rd.
2. D. Ricciardo RB Racing 1:19,900 89
3. S. Vettel Ferrari 1:19,906 168
4. L. Hamilton Mercedes 1:20,456 49
5. V. Bottas Mercedes 1:20,924 86
6. E. Ocon Force India 1:21,347 142
7. N. Hülkenberg Renault 1:21,589 58
8. K. Magnussen Haas 1:21,676 81
9. D. Kvyat Toro Rosso 1:21,743 83
10. S. Vandoorne McLaren 1:22,537 80
11. P. Wehrlein Sauber 1:23,336 47
12. M. Ericsson Sauber 1:23,630 53
13. J. Palmer Renault 1:24,790 15

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