MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Horner: Zu viele Grands Prix schaden

Christian Horner spricht sich klar gegen einen noch massiveren Kalender aus; er fürchtet, dass die Fans bald nicht mehr einschalten.

Die Formel-1-WM 2018 wird insgesamt 21 Rennen umfassen. Zwar verschwindet der Grand Prix von Malaysia aus dem Kalender, doch mit Frankreich und Deutschland gibt es gleich zwei Rückkehrer, weshalb es einen WM-Lauf mehr geben wird als heuer. Gemeinsam mit 2016 wird es sich dann um die längste WM-Saison der F1-Geschichte handeln. Christian Horner, Teamchef bei Red Bull Racing, ist der Meinung, dass damit auch schon das Limit erreicht ist.

"Man sollte vorsichtig sein, mehr als 21 Rennen zu veranstalten. Dann ist eine Sättigung erreicht", warnte er im Gespräch mit Sky Sports F1 und zog einen etwas holprigen Vergleich: "Ein gutes Buch hat auch nur eine begrenzte Anzahl an Kapiteln. Wenn es zu viele sind, verliert es seine Wirkung." Allerdings dürfte mit 21 Grands Prix noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Formel-1-Haupteigner Liberty Media liebäugelt mit weiteren Rennen, zum Beispiel in New York oder Miami. Sollten sich diese Pläne konkretisieren und keine weiteren Grands Prix wegfallen, würde der Kalender weiter aufgebläht werden. Horner glaubt, dass dies der falsche Ansatz ist: Es gebe großartige Orte, die ein Rennen austragen wollen, allerdings sollte man bei der Auswahl der Veranstaltungen auf Qualität, nicht auf Quantität setzen.

Er machte die Probe aufs Exempel und wollte von seinen beiden Gesprächspartnern wissen: "Könnt Ihr Euch noch erinnern, wer in diesem Jahr in Sotschi auf dem Podium gestanden ist?" Die Frage konnte spontan tatsächlich keiner der Experten beantworten. "Der Punkt ist, dass man nicht übertreiben sollte", so Horner.

"Für mich sind 21 das Maximum", stellte er klar. "Es ist eine auslaugende Saison." Bei einem noch größeren Kalender könnten nicht nur die Zuschauer das Interesse verlieren, auch für die Protagonisten könnte eine noch längere Saison zu viel werden. 2018 wird es im Juni und Juli vor der Sommerpause beispielsweise fünf Rennen in sechs Wochen geben.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

Weitere Artikel:

Streit um Katar-GP spitzt sich zu

Wie viel Macht haben die MotoGP-Fahrer?

Der Katar-Grand-Prix soll trotz Sicherheitsbedenken stattfinden - Wie geschlossen ist das Fahrerfeld und welchen Einfluss haben die Piloten auf die Entscheidung?

GTWC Portimao 2026

Riesenshow von Verstappen

Teamkollege Chris Lulham dreht die neuen Champions um, Verstappen macht im Schlussspurt 15 Plätze gut - GetSpeed-AMG holt ersten Gesamtsieg in der GTWC

Hintergründe DTM-Finale Hockenheim

Hockenheim: Die große DTM-Galerie

Porsche Pilot Preining schaffte im badischen Motodrom von Hockenheim am vergangenen Wochenende mit einem weiteren Podiumserfolg den Sprung an die Spitze. Seine fünf Mitbewerber, die vor dem großen Showdown auch noch Chancen auf den Titel hatten, mussten sich mit den weiteren Plätzen begnügen.

F1 hält an Katar und Abu Dhabi fest

Jetzt droht der Super-GAU

Die Situation im Nahen Osten ist weiterhin mehr als fragil - Im schlimmsten Fall für die Formel 1 gewinnt Kimi Antonelli den WM-Titel 2026 auf der heimischen Couch

Wilder Singapur-Sprint

Russell-Crash & McLaren-Kollision

Max Verstappen siegt in einem wilden Singapur-Sprint, bei dem George Russell crasht, beide McLaren miteinander kollidieren und nur 13 Autos das Ziel sehen

Was sich jetzt ändern soll

FIA eröffnet neue F1-Kommandozentrale

Kann künstliche Intelligenz für einheitlichere Entscheidungen in der Formel 1 sorgen? Die FIA setzt auf ein neues Kontrollzentrum mit moderner Technik