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Formel-1-Test: Barcelona II

Favoriten schnell und zuverlässig

Vettel schon am Vormittag mit neuer Bestzeit für Ferrari; viele Rennsimulationen, doch McLaren, Renault und Toro Rosso mit Pannen.

Der siebente und vorletzte Tag der Formel-1-Testfahrten in Barcelona wird vor allem wegen der neuen Bestzeit von Sebastian Vettel (1:19,024) in Erinnerung bleiben, die ihm bereits am Vormittag gelang. In der späteren Einheit konzentrierten sich fast alle Teams auf Rennsimulationen; auch Ferrari legte es nicht mehr darauf an, die Rundenzeiten auf Ultrasoftreifen weiter nach unten zu schrauben – der Deutsche lupfte stellenweise sogar das Gaspedal. Anhand der Addition der Sektorenzeiten wird aber klar, was der SF17H zu leisten imstande gewesen wäre: Es ergäbe sich eine theoretische Bestmarke von 1:18,666 – mehr als drei Sekunden schneller als die Polezeit für den Grand Prix von Spanien 2016.

Derweil konzentrierte sich Mercedes mit Valtteri Bottas (8.; + 2,795) am Nachmittag auf 'long runs', womit der Finne auch nicht an Hamiltons Zeit vom Vormittag (2.; + 0,328) herankommen konnte. Wie der Ex-Weltmeister wurde auch der finnische Neuzugang mit einer Heckfinne in Kombination mit einem freistehenden T-Flügel auf die Strecke geschickt. Das könnte bedeuten, dass die Experimentierphase beendet und eine Lösung für den Saisonauftakt in Melbourne gefunden worden ist. Mit insgesamt 147 Runden demonstrierten beide Fahrer die Zuverlässigkeit des W08, der der neue Ferrari mit 155 Umläufen um nichts nachstand.

Einen positiven Tag erlebte auch Force India: Esteban Ocon (3.; + 1.137) fuhr auf 'ultrasoft' persönliche Bestzeit und kam über 137 Runden fast ohne technische Probleme durch den Tag – nur einmal rollte der Franzose in langsamer Fahrt zurück an die Box. "Im Augenblick kämpfen wir mit Toro Rosso, Haas und Renault um Platz fünf. Williams ist noch zu schnell für uns", schätzte Co-Teamchef Bob Fernley die derzeitige Situation seines Rennstalls gegenüber auto motor und sport ein. Mut machte ihm die Nachricht, dass die Auspuffprobleme der vergangenen Woche bald gelöst sein sollten.

Toro Rosso zeigte mit Daniil Kvyat (4.; + 1,392) einen Aufwärtstrend, der jedoch nicht allzu lange anhielt: Hatte der STR 12 am Vormittag noch wie ein Kätzchen geschnurrt, rollte der Russe nach der Mittagspause mit einem mutmaßlichen Getriebeschaden aus und trieb seinem Team die nächsten Sorgenfalten ins Gesicht. Was Daniel Ricciardo (6.; + 1,800) im RB13 leisten hätte können, wäre er von seinem Rennstall nicht mit härteren Reifen und viel Sprit im Tank auf die meisten seiner 128 Umläufe geschickt worden, muss unbeanwortet bleiben. "Ich war nicht unglaublich schnell, aber ich bin glücklich damit. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen", bilanzierte der Australier.

Nach zwei Pannen am Vormittag sah sich McLaren in der Pause offenbar erneut gezwungen, das Honda-Aggregar zu wechseln. Somit ist seit Beginn der Testfahrten kaum ein Tag vergangen, an dem das japanische Triebwerk nicht getauscht werdeb musste. Immerhin schaffte es der MCL32 mit frischem Motor stets aus eigener Kraft zurück an die Box, wenn auch gegen Ende nicht mehr aus ihr heraus – Ursache unklar. Rookie Stoffel Vandoorne (7.; + 2,324) hätte sich zweifellos mehr Umläufe gewünscht als jene mageren 48, für die es bei dem Krisenteam dieses Winters am Donnerstag gereicht hat.

Sauber mit Marcus Ericsson (11.; + 4,306) am Vormittag und Pascal Wehrlein (9.; + 3,323) nach der Mittagspause verzichtete offenbar auf die geplanten Qualifyingsimulationen mit wenig Benzin. Lieber konzentrierten sich die Schweizer stattdessen erneut darauf, den C36 längere Zeit am Stück zu bewegen. Auch das Renault-Werksteam musste einen neuen V6-Turbohybriden in den RS17 einbauen, was die Franzosen dazu veranlasste, Nico Hülkenbergs für den Nachmittag geplanten Einsatz zu streichen und stattdessen Jolyon Palmer (10.; + 3,394) erneut ins Auto zu setzen.

Doch das Glück war ihm auch zu fortgeschrittener Tageszeit nicht hold: Eine gute Stunde vor Testende blieb der Brite erneut ohne Vortrieb stehen und musste vorzeitig Schluss machen. Die Williams-Piloten Felipe Massa (12.; + 5,419) und Lance Stroll (13.; + 5,839) belegten die beiden letzten Plätze, was aber definitiv auf ein Programm mit vollen Tanks zurückzuführen war. Zuverlässig dürfte der FW40 jedenfalls sein, wie insgesamt 165 Runden bewiesen.

Ergebnisse, Donnerstag (9. März)

 1.  S. Vettel     Ferrari      1:19,024  156 Rd.
2. L. Hamilton Mercedes + 0,328 52
3. S. Ocon Force India + 1,137 137
4. D. Kvyat Toro Rosso + 1,392 94
5. K. Magnussen Haas + 1,480 119
6. D. Ricciardo RB Racing + 1,800 128
7. S. Vandoorne McLaren + 2,324 48
8. V. Bottas Mercedes + 2,795 95
9. P. Wehrlein Sauber + 3,323 44
10. J. Palmer Renault + 3,394 53
11. M. Ericsson Sauber + 4,306 88
12. F. Massa Williams + 5,419 80
13. L. Stroll Williams + 5,839 85

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