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WEC: Analyse

So wurde der neue Aston Martin zum Sieger

Aston Martin hat endlich den ersehnten ersten WEC-Sieg mit dem neuen Vantage AMR geholt, zu Saisonbeginn verrannte man sich mit den Reifen.

Die Last, die Aston Martin Racing in Schanghai von den Schultern fiel, muss gigantisch gewesen sein. Nicki Thiim und Marco Sörensen holten den ersten Sieg für den neuen Vantage AMR. Es war auch der erste Sieg für die Briten in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) seit den 6 Stunden von Mexiko im September 2017.

"Das ist sowas von emotional, so habe ich mich seit dem Titelgewinn in Bahrain [2016] nicht mehr gefühlt!", jubelt Nicki Thiim, der maßgeblichen Anteil an der Fahrt hatte, die dem "Dane Train" den Sieg einbrachte. "Es mögen nur ein paar sieglose Rennen gewesen sein, aber es hat sich angefühlt wie 1.000 Jahre! Das Jahr mit einem Sieg zu beenden, ist das Beste, was uns passieren konnte. Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht gedacht, dass es mit dem neuen Auto so lange dauert. Aber es ist heutzutage gerade im GT-Geschäft mit einem Auto sowas von hart, weil kleine Änderungen große Auswirkungen haben."

"Wir haben seit Silverstone einen großen Schritt gemacht", so der 29-Jährige weiter. "Das konnten wir in Fuji noch nicht umsetzen, aber jetzt hat es funktioniert. Das Auto war einfach brillant." Beim japanischen Lauf hatte Aston Martin Racing noch die falsche Strategie angewendet, diesmal jedoch machten die Briten alles richtig. AMR spielte seine Karten richtig aus: "Wir haben eine gute Entscheidung getroffen, als das Rennen das zweite Mal gestartet wurde. Das Team hat uns während einer SC-Phase reingeholt und das andere Auto draußen gelassen."

Reifenentwicklung Schlüssel zum Erfolg

Aston Martin hatte einen extrem schwierigen Saisonstart mit dem neuen Vantage AMR und fuhr bei den ersten Rennen hinterher. Den Hauptgrund hatte man schnell gefunden: Der Reifenverschleiß war zu hoch. Die britische Nobelmarke war nach zwei Jahren mit Dunlop zurück auf Michelin gewechselt. "Wir haben mit einer Reifenmischung begonnen, von der wir überzeugt waren, dass sie die richtige Wahl für das Auto sei", erinnert sich Marco Sörensen.

Das sollte sich als Irrtum herausstellen: Durch den Verschleiß verloren die Vantage viel an Boden. "In einem Langstreckenrennen macht das extrem viel aus", erklärt der 28-Jährige. Daher begann AMR, mit Michelin einen eigenen Reifen zu entwickeln. Weil in der GTE-Klasse freie Reifenentwicklung erlaubt ist, ist Michelin nicht gleich Michelin. "Wir haben hart gearbeitet und uns in jedem Rennen verbessert."

Nach einigen BoP-Anpassungen war der Vantage schon in Fuji bei der Musik, konnte jedoch erst in Schanghai das Ganze in ein zählbares Resultat umwandeln. Das gelang im strömenden Regen in China - ausgerechnet auf Regenreifen, die für alle GTE-Fahrzeuge gleich sind. "Wir waren so schnell, dass wir fast um den Gesamtsieg gekämpft hätten!", feiert Sörensen.

Vielleicht war das ein bisschen zu weit aus dem Fenster gelehnt, doch der Däne hatte es tatsächlich geschafft, alle LMP2 hinter sich zu lassen, weil der LMP2-Spitzenreiter im Starkregen nach der letzten SC-Phase auf Intermediates herumrutschte. Sörensen kündigt weitere Großtaten an: "Der alte Vantage war ein gutes Auto, aber wir hatten ihn komplett ausgereizt. Mit diesem Auto sind wir jetzt schon auf einem guten Niveau, aber es gibt noch immer Luft nach oben. Es dürfte in der Zukunft noch viele Rennen gewinnen."

Und John Gaw nutzt den Sieg zu einer kleinen Spitze: "Porsche hat 13 Rennen gebraucht, um mit dem neuen Auto zu gewinnen. Uns ist es nach nur vier Läufen gelungen!"

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