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Formel 1: News

Robert Kubica: auf Linkshänder umgeschult

Wie sich Williams-Testfahrer Robert Kubica als Formel-1-Pilot neu erfand und so lernte, seinen Alltag zu meistern - moderne Autos machen's möglich.

Nach seinem schweren Rallye-Unfall hat sich für den heutigen Williams-Testpiloten Robert Kubica vieles im Leben verändert - auch die Art und Weise, in der er ein Rennauto bewegt. Der Pole beschreibt seinen neuen Fahrstil als "zu 70 Prozent linkshändig", obwohl er eigentlich Rechtshänder ist. Doch die Spätfolgen der Verletzungen lassen ihn nicht los.

"Als ich vor einigen Jahren wieder mit Testfahrten angefangen habe, habe ich meinen Arzt gefragt, ob so etwas möglich wäre. Ich entwickele viel mehr Gefühl und Präzision mit meinem linken Arm", sagt Kubica über den Versuch, vom Rechts- zum Linkshänder zu werden, den er schließlich in Angriff nahm. Vor seinem ersten Einsatz im Formel-1-Wagen ließ sich Renault den Erfolg bestätigen.

Bei medizinischen Tests schnitt Kubica mit Links mindestens 35 Prozent besser ab als alle Rechtshänder zuvor - in Sachen Geschwindigkeit, Genauigkeit und Kraft. "Irgendwie passt sich der Köper der Realität an. Wer zwei Hände hat und gesund ist, braucht in einem Arm eben keine Präzision."

Anders Kubica, für den die Linkshändigkeit mittlerweile "natürlich" geworden ist - auch, weil ihm sonst keine Chance bleibt, den Alltag zu meistern. "Es geht nicht nur um das Fahren", sagt er und erwähnt große Einschränkungen, "sondern um das ganze Leben. Bei allen Tätigkeiten, die ich machen wollte wie früher, bin ich enttäuscht worden, ehe ich festgestellt habe, dass es anders geht."

Glück für Kubica: Heute erlaubt es die Formel 1, sich auf einen starken Arm zu konzentrieren. Zu Zeiten, in denen mit H-Schaltung gefahren wurde oder die Piloten einen F-Schacht mit einer Hand versperren mussten, wäre es unmöglich gewesen. "Damals wer es viel gefährlicher als jetzt", findet er und amüsiert sich: "Ich fahre heute sehr entspannt. Ich habe mit anderen Piloten gesprochen. Sie müssten mein Lenkrad auf den Kopf stellen, weil sie sonst gar nicht damit klarkommen würde."

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