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Formel 1: Interview

Budgetobergrenze wohl jahrelang sinnlos

Franz Tost und Frédéric Vasseur befürchten, der Vorsprung der Topteams sei so groß, dass ein Limit keine rasche Linderung brächte.

Vertreter kleinerer Teams bezweifeln, dass eine Budgetobergrenze für mehr Chancengleichheit in der Formel-1-WM sorgen würde. Auf die Pläne von Liberty Media, dem Mehrheitseigner der Rennserie, angesprochen, winkt Frédéric Vasseur gleich ab. "Es spielt keine Rolle. Sie haben schon jetzt so viel in die Technik investiert", sagt der Sauber-Teamchef über die Topteams, "dass es für uns praktisch unmöglich ist, diese Lücke zu schließen."

Toro-Rosso-Kollege Franz Tost stimmt ihm zu und sieht den einzigen, wenngleich unwahrscheinlichen Ausweg aus dem Dilemma in dramatischen Veränderungen des technischen Reglements. Er fordert weniger Entwicklungsmöglichkeiten und viele Standardbauteile, was Teams wie Ferrari kategorisch ablehnen. "Sonst dauert es noch bis 2023 oder 2024", so Tosts immer noch recht optimistischer Blick auf die Chancengleichheit.

Hinzu kommt, dass ein Kostenlimit, sofern es überhaupt kommt, effektiv erst ab dem 1. Jänner 2021 in Kraft treten kann: Dann sind die Boliden für die neuen Regeln schon längst entworfen, im Windkanal getestet und montiert. "Die Topteams können also 2020 noch beliebig viel Geld in das Auto für 2021 buttern. Sobald sie einmal diesen Vorteil haben, können die anderen kaum aufholen", so Tost.

Zumindest einen echten Vorteil für die "Kleinen" biete eine Budgetobergrenze aber: "Wir hätten einen Bonus", sagt Vasseur, "denn wir sind es gewohnt, mit diesen Summen zu arbeiten."

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