MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Newey: "Schumacher ging oft zu weit"

Michael Schumachers Erfolgshunger hätte ihn anders als Mansell oder Häkkinen öfters zu Unsportlichkeiten getrieben, so Adrian Newey.

Adrian Newey hat in seiner Karriere als Formel-1-Designer alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Dennoch bedauert er, nie mit Michael Schumacher im selben Team gewesen zu sein. "Zu den drei Fahrern, mit denen ich gerne gearbeitet hätte, zählt auf jeden Fall Michael. Er war ein herausragender Pilot", sagte Newey bei Sky Sports. Als Chefdesigner bei Williams, McLaren und Red Bull Racing lernte er Schumacher stets nur als Konkurrenten kennen, er sei immer der Feind gewesen.

Entsprechend kritisch betrachtet Newey Schumachers Karriere: "Leider hat er einige Male danebengehauen. Ich denke, es war seinem Wettbewerbsgeist geschuldet, der dafür gesorgt hat, dass er einfach zu weit gegangen ist." Hintergrund der Aussagen sind unter anderem die Saisonfinali 1994 und 1997, als Schumacher Neweys Williams-Schützlinge Damon Hill respektive Jacques Villeneuve mit Rammstößen aus dem Titelrennen nahm bzw. nehmen wollte und damit jeweils für einen Skandal sorgte.

Wenn es um den besten Formel-1-Piloten, mit dem er jemals gearbeitet hat, geht, hat Newey folglich einige andere Namen auf der Liste, auch jenen Nigel Mansells, mit dem er 1992 Weltmeister wurde. "Nigel sticht heraus – einfach, weil er eben Nigel war", schwärmt er über seinen Landsmann. "Ich bin mit ihm immer gut klargekommen. Er hatte seine schwachen Tage, aber wenn er einen guten hatte, hat man es sofort gemerkt." Mansell, bekannt für seinen Kampfgeist und seine Fahrzeugbeherrschung, hätte mit dem Auto stets getanzt.

Auch Damon Hill erwähnt Newey, obwohl es dem Champion von 1994 an Konstanz gemangelt hätte. "Er ist einfach ein großartiger Kerl", führt er menschliche Qualitäten ins Feld. "Seine Leistungen waren ein bisschen schwankend, wenn ich es extrem kritisch betrachte, aber bei einigen Grands Prix wie 1994 in Suzuka waren sie erstaunlich." Mika Häkkinen, der bei McLaren zwei Formel-1-Titel in Neweys Autos holte, sei wegen seiner Schweigsamkeit die Antithese zu allen anderen Fahrern gewesen.

"Er hat fast nichts gesagt, aber er wusste genau, was er will. Wenn man sich die Zeit nahm, um ihm zuzuhören, und umsetzte, was er wollte, hat sich die Arbeit gelohnt", sagt Newey und meint, dass nur Kimi Räikkönen eine ähnliche Herangehensweise an den Tag gelegt hätte. Sebastian Vettel und Mark Webber beschreibt er als großartige Paarung bei RB Racing. Er lobt den Australier für seine Feinfühligkeit bei der Autoentwicklung, Vettel hingegen für seine vier Titel.

Ayrton Senna einzuordnen spart sich Newey, da er mit dem Brasilianer bei Williams nur vier Rennen lang zusammenarbeite, ehe er 1994 in Imola tödlich verunglückte. Nicht nur aus Mitgefühl nennt Newey auch einen engen Freund, nämlich Champcar-Legende Bobby Rahal: "Er war der erste Fahrer, zu dem ich eine enge Beziehung hatte. Er ist ein Supertyp, und war ein sehr guter, unterschätzter Fahrer."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

Weitere Artikel:

Ducati hat die Karten auf den Tisch gelegt: Beim offiziellen Launch präsentierte sich das Werksteam für die MotoGP-Saison 2026 selbstbewusst und ambitioniert

Wirbel vor den F1-Tests: Ein Schlupfloch im 2026er-Reglement sorgt für Streit - Mercedes und Red Bull stehen im Fokus, die FIA ruft zum Krisentreffen

Die Racing Bulls zeigen in Detroit ihr neues Design für 2026: Zu dem bisherigen Weiß kommen blaue Flächen als Anspielung auf Motorenpartner Ford

Finale Lackierung vorgestellt

So startet Audi in die neue F1-Ära

Audi hat in Berlin die Lackierung für sein erstes eigenes Formel-1-Auto vorgestellt, die dem präsentierten Designkonzept ähnelt - 2026 regelmäßig Punkte?

24h Dubai 2026: Bericht

Vierter WRT-Sieg in fünf Jahren

WRT holt bei den 24 Stunden von Dubai 2026 einen weiteren Sieg - BMW in der Wüste unantastbar - Brutales Pech für Paradine Competition in letzter Stunde