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Faszination Nürburgring - mehr als nur eine Rennstrecke

Grüne Hölle

Der Nürburgring hat es zu Weltruhm gebracht, vor allem seine Nordschleife, die "Grüne Hölle". Über diese Rennstrecke gibt es sehr viel zu berichten.

Foto: Maksim (CC BY-SA 3.0)

Im Jahr 1927 beschrieb ein Journalist die frisch gebaute Nürburgring Nordschleife als eine Strecke, für deren Erstellung "man wohl einen torkelnden Riesen im Vollrausch losgeschickt hat". Es geht durch unübersichtliche Kurven, über starkes Gefälle und tückische Hügelkuppen, das fahrerische Können wird hier enorm auf die Probe gestellt. Wer diesen Parcours am Limit bewältigt, der hat wirklich Talent und darf sich wahrscheinlich auf eine steile Motorsportkarriere freuen.

Der Nürburgring liegt in der Eifel, einer Region, die sonst nicht gerade für ihr breites Action-Angebot bekannt ist. Es handelt sich um die längste Rennstrecke dieses Erdballs, die sich durchgehend in Betrieb befindet. Einige Modernisierungen und Entschärfungen hat die Nordschleife bereits hinter sich, im Jahr 2009 gesellte sich ein Freizeitpark hinzu. Leider entpuppte sich die zum damaligen Zeitpunkt installierte Achterbahn als Flop, doch die meisten anderen Attraktionen sind bis heute erhalten.

Im ring°marks folgen die Besucher beispielsweise den Spuren der Rennfahrerlegenden. Das Museum lässt die abenteuerliche Geschichte des Nürburgrings lebendig werden, immerhin blickt er bereits auf 90 Jahre Historie zurück. Nicht nur Infotafeln sind zu sehen, sondern auch viele alte Rennwagen, die auf dieser Strecke glanzvolle Erfolge erzielten. Ergänzt wird das Ganze noch durch multimediale Attraktionen, die dazu dienen, mehr Dynamik in die Sache zu bringen.

Auch eine Spielbank hat sich am Nürburgring angesiedelt, das Ring Casino bietet ein überschaubares Spielangebot. Neben Spielautomaten gibt es Blackjack, Poker und Roulette. Achtung: von dem Kesselspiel wird die amerikanische Variante angeboten, die eine Null mehr beinhaltet als die europäische Version. Damit vergrößert die Bank ihren Vorteil ein wenig, was der Spielspannung keinen Abbruch tut. Die Spielbank ist vor allem am Wochenende und zu Renntagen gut besucht, aber auch Einheimische treffen sich hier unter der Woche.

Am ring°boulevard, der parallel zur Ziel- und Startgeraden des Rings verläuft, haben sich einige interessante Läden angesiedelt. Shopping wird hier zu einem rasanten Erlebnis! Das Bitburger Event-Center liegt gleich in der Nähe, ebenso wie die BMW M Power Tribüne. Wer mag, besucht das ring°kino, das über eine große 3-D-Leinwand verfügt und den Zuschauern maximale Beinfreiheit verspricht.

Beim interaktiven Spielspaß Motor-Mania ist hingegen Zielgenauigkeit gefragt. Es gilt, mit einer Zapfpistole auf Lichtpunkte zu zielen und sich auf diese Weise ein eigenes Traumauto zusammenzustellen. Doch das ist gar nicht so einfach wie gedacht, weil es immer wieder zu Ablenkungen kommt. Der Parcours selbst dient phasenweise als Rad- und Lauftreff für alle, die gern mal auf Schusters Rappen oder auf dem Drahtesel durch die Nordschleife düsen möchten. Insgesamt besitzt der Nürburgring eine Länge von 25,95 km: Gut zu schaffen für jeden, der auch nur ein klein wenig sportlich ist.

Der Bau der Strecke kostete damals die gigantische Summe von 8,1 Millionen Reichsmark. Dabei sollte man bedenken, dass die Million damals noch einen sehr viel höheren Wert besaß als heute. Die Modernisierungen pumpten noch mehr Geld in das deutsche Motorsporthighlight und schufen bis heute ein interessantes Gesamtensemble. Der Parcours wird auf jede Rennveranstaltung unterschiedlich abgestimmt, beispielsweise kommt das VLN-Rennen ohne die Müllenbachschleife aus.

Das 24-Stunden-Rennen verzichtet hingegen auf die Mercedes Arena, doch keiner der abgeteilten Abschnitte ist sonderlich lang. Ein kurzer Abschnitt, der Sprint-Circuit, wird gern für schnelle, kurze Wettkämpfe verwendet, während der südliche Müllenbach-Circuit mehr Raum für fahrerische Entfaltung bietet. Die Nordschleife misst übrigens allein schon 20,8 km, sie macht also den Löwenanteil des Nürburgrings aus.

Konzerte sind keine Seltenheit, in diesem Sommer steht uns noch das New Horizons Festival und das Querbeat am Ring bevor. Im Herbst öffnet dann das Eifel Stadl seine Pforten zum großen Oktoberfest am Nürburgring, eine Veranstaltung, die vielleicht nicht so recht zum Rennsport passen mag, aber ein breites Publikum anzieht. Das Stadl bleibt während der kalten Jahreszeit hoch aktiv, auch eine jährliche Silvesterparty ist eingeplant, bis es dann im Juni wieder unter freiem Himmel Zeit für Rock am Ring wird.

Der Motorsport kommt bei all dem Trubel natürlich nicht zu kurz, Anfang August findet zum Beispiel regelmäßig ein gigantisches europäisches Oldtimer-Treffen statt. Die alten Wagen werden nach Leistung und Epoche eingeteilt und finden sich zu verschiedenen Rennen ein. Auf den Parkplätzen treffen sich zeitgleich zahlreiche verschiedene Oldtimer-Clubs, die ihre Schmuckstücke liebend gern der Öffentlichkeit präsentieren.

Foto: Fotandi (https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Festivalgel%C3%A4nde_-_Rock_am_RIng_2017-AL1779.jpg) >(CC BY-SA 3.0)

Foto: Fotandi >(CC BY-SA 3.0)


Wer keinen eigenen Oldtimer besitzt, aber die Nordschleife trotzdem gern einmal eigenhändig befahren möchte, der nutzt die Abendstunden oder einen freien Sonntag, um seinen PKW mal richtig schön zu fordern. Das kostet natürlich eine Gebühr, wird aber sicher zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die alte Kartstrecke ist leider nicht mehr vorhanden, sie schloss 2002 zum letzten Mal ihre Tore. Nun steht am selben Platz die Mercedes-Arena, doch das zeugt nur vom steten Wandel einer geschichtsträchtigen Strecke.

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