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Hill über "Schumi": "Jeder andere wäre abgeflogen" Am Ende musste Schumacher trotzdem Hill zum Sieg gratulieren
Motorsport Images

Hills Bewunderung für "Schumi": "Jeder andere wäre abgeflogen - er nicht"

Im besten Sitzplatz konnte Damon Hill in Japan 1994 zuschauen, wie Michael Schumacher im Regen zauberte: "Absolut erstaunlich"

Der Große Preis von Japan 1994 ist der bislang letzte, dessen Ergebnis sich aus addierten Zeiten zusammensetzte. Weil das Rennen nach heftigem Regen und mehreren Unfällen unterbrochen wurde, wurde der Stand bis zum Abbruch gewertet - und dann das Rennen nach dem Neustart noch einmal.

Und so gewann am Ende Damon Hill, obwohl er vor dem Abbruch 6,8 Sekunden hinter Schumacher lag. Das zweite Rennen gewann der Brite mit 10,1 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen, wodurch er am Ende um 3,3 Sekunden vorn lag.

Doch wie Schumacher an dem Tag im Regen gefahren war, beeindruckte Hill ziemlich. Spätestens nach dem Spanien-Grand-Prix 1996 war Schumacher als Regenkönig gefeiert, doch schon zwei Jahre zuvor zeigte er sein Können - und Hill beobachtete in seinem Heck alles.

Hill war sich sicher: Schumacher wird abfliegen!

"Ich dachte: Ich habe den besten Sitzplatz hier. Alle anderen schauen am TV, aber ich sitze hier genau in seinem Getriebe und kann genau sehen, was er macht", erzählt Hill im Podcast unserer Schwesterplattform 'Autosport'.

Und was er sah, war ein wilder Schumacher, der sein Auto wie ein Rodeopferd ritt. "Jeder andere wäre abgeflogen. Er nicht. Er hat es jedes Mal wieder abgefangen", staunt er. "Ich dachte nur: Macht der Kerl jemals einen Fehler?"

Hill war sich sicher, dass Schumacher irgendwann abfliegen würde. "Aber er hat es Runde für Runde gehalten. Absolut erstaunlich."

Vor allem war er über die Onboard-Aufnahmen verblüfft: "Man konnte sehen, dass seine Arme überall herumwirbelten. Er hat unglaublich hart am Lenkrad gearbeitet und viel korrigiert. Viele seiner damaligen Teamkollegen konnten mit dem Auto nicht umgehen, aber er hatte die Reflexe und das Talent", so Hill. "Es gab nichts im Auto, mit dem er nicht hätte umgehen können."

Selbst mit Arm auf dem Rücken noch gefährlich

Und doch schaffte es Hill ein Rennen später, Schumacher etwas aus dem Konzept zu bringen. In Adelaide beging Schumacher in Führung liegend einen Fehler und kollidierte anschließend mit dem Williams-Piloten, was beide zur Aufgabe zwang und den Deutschen zum Weltmeister machte.

"Die Pace des Rennens war irre", erinnert sich der Brite. "Ich habe ihn unter Druck gesetzt und er hat [das Auto] überfahren, um vor mir zu bleiben." Da habe sich gezeigt, dass auch ein Schumacher seine Konzentration nur für eine bestimmte Zeit aufrecht halten kann - eine Fähigkeit, die besonders im Regen zu tragen kommt, wo man in jeder Sekunde konzentriert sein muss.

Dennoch bewundert Hill seinen Kontrahenten: "Selbst mit einem Arm auf dem Rücken war er immer noch ein gefährlicher Gegner."

Motorsport-Total.com

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