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ERC/CZ, Barum Rallye: Bericht
Foto: Daniel Fessl

Mühlstein-Sieger gewinnt Barum-Klassiker

Adam Brezik feiert Premierensieg bei der Barum-Rallye. Wagner auf Platz 8 (P4 in CZ). ERC3: Stengg auf P4. ERC4/JuniorERC: Opel Junior-Doppelsieg mit Heindrichs und Schulz, Pröglhöf auf P6.

Noir Trawniczek

Am vergangenen Wochenende hat Adam Brezik die Mühlstein Rallye gewonnen und sich so bestens auf die Barum Rallye vorbereitet - und es hat sich ausgezahlt: Brezik konnte die geliebte Heimrallye erstmals in seiner Karriere gewinnen. „Mir fehlen die Worte“, jubelte der sympathische Skoda-Pilot.

Wie hart um diesen Sieg gekämpft wurde, zeigen die knappen Zeitabstände im Ziel: Markenkollege Teemu Suninen fehlten am Ende nur 8,3 Sekunden, der Italiener Andrea Mabellini (Lancia) wurde mit 15,8 Sekunden Dritter. Allerdings hatte Brezik - wie schon in Schwertberg - stets die Lage unter Kontrolle.

Wagner & Hyundai: Entwicklungsstopp deutlich spürbar

Simon Wagner und Hanna Ostlender landeten im Hyundai i20 Rally2 auf Platz acht der ERC sowie auf Platz vier der Tschechischen Staatsmeisterschaft. In einem seiner Stage-End-Interviews brachte es Simon kurz und knackig auf den Punkt: „This time it was not clicking.“ Frei übersetzt könnte man sagen: Diesmal ist der Funke nicht übergesprungen. Am Ende bilanzierte Wagner: „Um ehrlich zu sein: Es war ein wirklich schwieriges Wochenende - wir haben etwas mehr erwartet und wir hätten auch ein Bisschen mehr verdient.“ Nachdem er seiner Copilotin und seinem Team seinen Dank aussprach, fügte der fünffache Staatsmeister und Tschechische Vize-Staatsmeister des Vorjahres kämpferisch hinzu: „Ich verspreche, dass wir stärker zur Barum Rallye zurückkehren und wieder um Podiumsplätze kämpfen werden.“ Wagner landete in Zlin von 2022 bis 2024 jedes Jahr auf dem ERC-Podium…

Gegenüber motorline.cc erklärte Simon Wagner den technischen Hintergrund - denn der Hyundai i20 Rally2 wird ganz bewusst nicht mehr weiterentwickelt, alle Kräfte werden auf das neue Rally2-Auto gebündelt: „Man darf nicht vergessen, dass unser Auto 2021 homologiert wurde. Und während heuer alle Hersteller ihre Autos laufend weiter entwickeln, legt Hyundai den Fokus auf das neue Auto, das Anfang 2027 rauskommen wird.“

ERC3: Stengg mit P4 zufrieden - mit den Zeiten weniger…

In der ERC3 konnten Roland Stengg und seine slowenische Copilotin Rebeka Kobal im Renault Clio Rally3 den guten vierten Platz belegen. Überlegener Sieger wurde der Finne Ville Vatanen. Roland Stengg erklärte gegenüber motorline.cc: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Aus 16 gestarteten Teams als Vierte ins Ziel zu kommen, ist mehr als wir erwartet haben. Die Stage Zeiten waren allerdings weniger zufriedenstellend.“ Was Stengg damit anspricht: Der Rückstand auf den Sieger betrug etwas mehr als sechs Minuten. Roland gibt ganz offen zu: „Ich konnte nicht das Vertrauen finden, flatout über die extrem schnellen und anspruchsvollen Prüfungen zu fahren, wie es die Spitzenpiloten getan haben.“

Stengg gibt ein Beispiel: „Auf SP6 hatten wir einen Dreher mit 150 km/h - wir sind nirgends angeschlagen aber das war schon krass, das hat mich einiges an Vertrauen gekostet.“ Roland Stengg beendet mit der Barum Rallye seine Saison 2026 und erklärt abschließend: „Danke an mein Team und meine Sponsoren, ohne die der schöne Saisonabschluss nicht möglich gewesen wäre.“

ERC4: Opel Junior-Doppelsieg - Pröglhöf auf P6

Das ADAC Opel Junior Rallye Team rund um Stohl Racing und Waldherr Motor Sport feierte in der ERC4 respektive auch in der Junior ERC mit dem Belgier Tom Heindrichs und dem Deutschen Timo Schulz einen fulminanten Doppelsieg.

Nach SP6 lagen sogar alle drei Teams der Opel Junioren in Führung - denn Luca Pröglhöf und Christina Ettel pilotierten in Zlin den dritten Opel Corsa Rally4 und lagen vor der letzten Samstagsprüfung bereits auf dem großartigen dritten Platz der ERC4/JuniorERC.

Doch SP7 brachte wenig Erfreuliches - Pröglhöf erklärt gegenüber motorline.cc: „Die Prüfung wurde vor uns unterbrochen - es gab eine Verzögerung und die finde ich schon ein Bisschen unfair. Als wir endlich losfahren durften, war es bereits dämmrig und wir hatten kein Licht, außerdem waren unsere Reifen arschkalt.“ Der Vorfall kostete Pröglhöf fast eine Minute, weshalb man von Platz drei auf Platz sechs abrutschte.

Auf SP10 der nächste Zwischenfall - diesmal jedoch musste sich Luca an die eigene Nase fassen: „Ich machte in einer rutschigen Passage einen Fehler - wir schlitterten eine Böschung hinab und zogen uns dabei einen Reifenschaden zu. Zum Glück war danach Mittagspause und unsere Jungs konnten alles wieder perfekt reparieren.“

Am Ende belegten Luca Pröglhöf und Christina Ettel Platz sechs der ERC4/JuniorERC. Pröglhöfs Resümee: „Die Rallye war für uns durchwachsen - mit vielen Ups und Downs.“ Das Budget bestimmt den nächsten Einsatz, Pröglhöf kämpft immer noch händeringend um weitere Sponsoren. Die berühmte „Bremse im Kopf“ beschreibt der 27-jährige Niederösterreicher eindrucksvoll: „Als wir auf SP10 die Böschung hinab rutschten, habe ich bereits in diesem Moment zu rechnen begonnen, wie viel der Schaden wohl kosten wird…“

So geht es weiter…

In der ERC stehen noch die JDS Machinery Rali Ceredigion/GB von 4. bis 6. September sowie das Finale in Portugal von 23. bis 25. Oktober auf dem Programm. In der Tschechischen Staatsmeisterschaft steigt das Grande Finale mit der Rally Pacejov von 18. bis 20. September.

Schon in zwei Wochen steigt mit der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye (29. & 30. August) das spannende Finale der TEC7 ORM mit drei Titelkandidaten: Hermann Neubauer, Simon Wagner und Michael Lengauer.

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